Feiern? Safe. gegen Diskriminierung

Um weiterhin mit Leichtigkeit durch das Berliner Nachleben zu tanzen und das Leben zu feiern, setzt die Clubcommission nun ein Zeichen gegen Diskriminierung.


Eine Kampagne gegen die Diskriminierung im Berliner Nachtleben

Diskriminierung und Übergriffe passieren überall, auch in Clubs, die sich als Safer Spaces verstehen. Um Betroffene zu unterstützen und andere Anwesende dazu zu motivieren, deeskalierend zu reagieren, hat die Clubcommission im Rahmen des Kooperationsprojektes Diversitygerechtes Ausgehen in Berlin die Kampagne Feiern? Safe. entwickelt. Sie wird von Informationsmaterialien begleitet, die gemeinsam mit Fachexpert:innen und Betroffenen entwickelt wurden und auf acht verschiedenen Sprachen erscheinen: Arabisch, Deutsch, Englisch, Farsi, Französisch, Polnisch, Spanisch und Türkisch sowie Informationen über selbstbestimmtes Ausgehen für Menschen mit Behinderung in leichter Sprache.

“Für uns ist es wichtig, mit ‘Feiern? Safe’ so viele Menschen wie möglich zu erreichen, egal ob sie Arabisch, Deutsch, Englisch, Farsi, Französisch, Polnisch, Spanisch oder Türkisch sprechen und egal welches Vorwissen sie über Awareness in der Clubkultur haben. Mit den Materialien, die in enger Zusammenarbeit mit Fachexpert:innen und von Diskriminierung betroffenen Personen aus der Berliner Clubkultur entstanden sind, gehen wir nun an die Öffentlichkeit und planen auch in Zukunft weiter daran zu arbeiten.”

Melissa Kolukisagil, Projektleitung Diversity gerechtes Ausgehen in Berlin

Nach der Pandemie ergeben sich neue Herausfoderungen

Nach zwei durch die Pandemie bedingt stillen Jahreswechseln, war die Welt erneut zu Gast in Berlin, um in den vielen Clubs der Hauptstadt das Ende des Jahres 2022 zu feiern. Pünktlich zu diesem Anlass hat die Clubcommission im Rahmen des Kooperationsprojektes Diversitygerechtes Ausgehen in Berlin eine Kampagne entwickelt, die den Clubs und Kollektiven Materialien an die Hand gibt, um ihrem Publikum in vielen verschiedenen Sprachen Informationen zu Awareness und gezielter Eindämmung von Diskriminierung zu vermitteln.

  • Feiern? Safe. Eine Kampagne mit Regeln und Tipps, die dir helfen sicher auszugehen.
  • 1
Bleib möglichst
ruhig.

2
Begebe dich in ein
sicheres Umfeld.

4
Gehe auf die akuten
Bedürfnisse der
betroffenen Person
ein.

3
Handele nicht
alleine und suche dir
Unterstützung, z.B.
beim Personal

5
Glaube dabei der
betroffenen Person,
sie hat immer
Priorität.
  • Schock und Ohnmacht sind typische
Reaktionen, wenn jemand einen
Übergriff erlebt. Es ist normal, sich
alleine und machtlos zu fühlen. Gerade
wenn Du Zeug:in von Diskriminierung
oder Gewalt wirst, ist es wichtig, nicht
weg zu schauen. Manchmal handeln
Menschen nicht, weil sie Angst haben,
etwas Falsches zu tun. Meistens

hilft es Betroffenen, wenn Du han-
delst. Du kannst im Nachhinein Dein

Verhalten reflektieren. Wenn Du selbst
von Diskriminierung betroffen bist:
Übergriffe sind niemals Deine Schuld
und Du hast einen Anspruch auf
Unterstützung von anderen.
  • Die Person, die Gewalt erfahren hat, ist
der:die Expert:in in der Situation. Wenn
Du selbst betroffen bist, ist Deine
Einschätzung korrekt. Es ist nicht die
Aufgabe des Umfelds, zu entscheiden,
wie schlimm das Geschehene ist.
Vertraue Deiner Wahrnehmung, hol
Dir Unterstützung oder verlasse die
Situation, wenn du kannst. Wenn Du
Zeug:in eines Übergriffs bist, frag die
betroffene Person, was sie braucht und
respektiere die Antwort. Deine eigene
und die Sicherheit der betroffenen
Person haben Vorrang.
  • Diskriminierung und Übergriffe sind
schmerzhaft und real. Versuche,
Deine Erfahrung ernstzunehmen und
gib’ Dir Zeit, einen Umgang zu finden.
Wenn Du einer betroffenen Person zur
Seite stehst, gib ihr Raum. Manchmal
brauchen andere Menschen etwas
anderes als das, was für dich selbst
stimmig wäre. Oftmals brauchen
betroffene Personen auch nach dem
Übergriff Unterstützung. Frag’, ob
die Person zum Beispiel zur Bahn
gebracht werden möchte. Wenn Du
überfordert bist, hol’ dir Unterstützung,
zum Beispiel vom Personal.

Gleichzeitig soll “Feiern? Safe” dabei unterstützen, Awareness, Diversity– und Antidiskriminierungsstrukturen aufzubauen und kann in bestehende Strukturen integriert werden. Alle Berliner Clubs, Kollektive und Veranstaltungsorte haben die Möglichkeit, Infomaterialien kostenfrei zu bestellen und im Büro der Clubcommission abzuholen. Darunter befinden sich unter anderem Plakate, Flyer sowie Sticker in den acht verschiedenen Sprachen.

“Als Räume des gesellschaftlichen Miteinanders sind Clubs ebenso von Diskriminierung und Machtstrukturen geprägt. Das zu akzeptieren, ist ein erster wichtiger Schritt. Mit “Feiern? Safe.” wollen wir den weiteren Weg hin zu einer diskriminierungssensibleren Clubkultur begleiten und Clubs sowie Kollektive bei dem Aufbau ihrer Awareness-Strukturen unterstützen.

Lutz Leichsenring, Pressesprecher der Clubcommission

Darüber hinaus hat Feiern? Safe. viele verschiedene Beratungsstellen in Berlin zusammengetragen, die sich an Betroffene richten. Auch Beratungsstellen, die nicht spezifisch aus der Szene heraus entstanden sind, stellen einen wichtigen Anlaufpunkt für Menschen dar, die Diskriminierung oder Übergriffe während eines Clubbesuchs erfahren haben. Die digitale Karte mit den Beratungsstellen ist auf der Website feiern-safe.club zu finden.

Feiern? Safe. Mehr zur Kampagne

Informationsmaterialien auf acht Sprachen, die Beratungsstellenkarte sowie Informationen zu selbst bestimmtem Ausgehen und Barrierefreiheit in der Berliner Clubkultur sind auf der Website zu finden. Zur Website geht’s hier.

Mood Image: Eine Menge in blaues Licht getaucht in einem Club.



Das Projekt Diversitygerechtes Ausgehen in Berlin – DAB ist ein Kooperationsprojekt von Eine Welt der Vielfalt e.V. und der Clubcommission e.V. und wird gefördert von der Senatsverwaltung für Justiz, Vielfalt und Antidiskriminierung und der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung.


Text via 2022 Clubcommission Berlin e.V., CR: Lutz Leichsenring