• Der Verbrecher Verlag im April 2026: Neue Bücher

    Zwischen Trauer und Weltlage stellt der Verbrecher Verlag neue Bücher vor – Texte über Widerstand, Gesellschaft & Literatur, die zum Denken und Handeln anregen.

    ­­­­Liebe Freund:innen des Verbrecher Verlages,

    in diesen ja endlich wieder helleren Tagen sind wir bekümmert, mit Bela Winkens und Ludwig Lugmeier sind zwei geliebte Autor:innen gestorben. Und auch die Weltlage bietet weiterhin keinen Anlass zu Heiterkeit.

    Dennoch wollen wir versuchen, die Welt mit einigen neuen Büchern zu verbessern und zu verschönern, die wir Ihnen und Euch hier vorstellen, zudem gibt es in diesem Beitrag wieder Terminankündigungen und ein Gedicht, denn auf gute Texte kommt es ja an.

    Doch zuerst unsere 6 Neuerscheinungen: 2 mal Anthologien zum Literaturbetrieb, 4 mal beeindruckende Gesellschaftsgeschichte und -analyse.

    Gender Punks. Über trans Pionier:innen und die Kunst, widerständig zu leben

    von Kuku Schrapnell

    In “Gender Punks” folgt Kuku Schrapnell historischen trans- und intergeschlechtlichen Personen vom 17. bis ins 20. Jahrhundert. Dabei geht es um ganz grundlegende Fragen: Was ist Geschlecht überhaupt? Und wie machen wir diese Welt zu einem besseren Ort?

    Klug und unterhaltsam zeichnet Kuku Schrapnell das Leben queerer Ikonen wie Anastasius Lagrantinus Rosenstengel, Romaine-la-Prophétesse, Lucy Hicks Anderson oder der Danshō Okiyo nach.

    Es geht um Widerstand in einer Welt, in der sich Patriarchat und Kapitalismus gegenseitig verstärken. Kuku Schrapnell zeigt, dass es in all dieser Zeit immer wieder Menschen gab. Menschen widersetzten sich erst auf persönlicher Ebene der Herrschaft und Unterdrückung. Schließlich taten sie dies auch auf kollektiver Ebene. Kuku Schrapnell entreißt die Schicksale den Gerichts- und Krankenakten und schreibt sie solidarisch und liebe voll neu.

    Bitch Hunt. Warum wir es lieben, Frauen zu hassen

    von Veronika Kracher

    Im Sommer 2022 offenbarte die Hasskampagne gegen die Schauspielerin Amber Heard, wie salonfähig es ist, Opfer häuslicher Gewalt zu verhöhnen und wie omnipräsent Frauenhass in unserer Gesellschaft nach wie vor ist.

    Was früher in den reißerischen Printmedien stattfand, passiert heute online und in Echtzeit. Ein breites Publikum beteiligt sich begeistert an Hass und Hetze gegen Frauen – stellenweise sogar ungehemmt unter vollem Klarnamen. Influencer, deren Content ausschließlich aus Angriffen gegen Frauen und queere Menschen besteht, erreichen auf sozialen Medien ein Millionenpublikum.

    Digitale Plattformen unterbinden diesen, oft gegen Einzelpersonen gerichteten Hass, nicht – ganz im Gegenteil, denn hinter dem Hass steckt oft ein System, das gewinnbringende Klicks generiert.

    In “Bitch Hunt” analysiert Veronika Kracher die Funktion digitaler Misogynie. Sie untersucht, welche Rolle misogyne Kampagnen im rechten Kulturkampf spielen. Außerdem erklärt sie, wieso Soziale Medien alltäglichen Frauenhass in einer patriarchalen Gesellschaft derart verstärken. Letztendlich leiden nicht nur Betroffene unter diesen Dynamiken, sondern unsere Demokratie.

    Antisemitismus definieren. Anleitung zur Abgrenzung

    von Nikolas Lelle und Tom Uhlig

    Während die Diskussionen um Antisemitismusdefinitionen immer unzugänglicher werden, hat die Ideologie in ihrer öffentlichen Wahrnehmung nichts von ihrem Rätselcharakter verloren.

    Die Bestimmung und damit die Bekämpfung von Antisemitismus wird durch zahlreiche alltagspraktische wie akademische Mythen erschwert. Antisemitismus wird unter Rassismus subsumiert und zum Vorurteil gemacht. Zudem wird Antisemitismus als Aspekt gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gelesen oder zum Wahn erklärt.

    Obwohl diese Deutungsversuche etwas treffen, reduzieren sie Antisemitismus doch immer nur auf einen Teilaspekt. In »Antisemitismus definieren« machen der Sozialphilosoph Nikolas Lelle und der Sozialpsychologe Tom Uhlig diese Mythen produktiv. Sie fragen nach ihrer subjektiven und gesellschaftlichen Attraktivität, und arbeiten ihren wahren Kern heraus, um einen Antisemitismusbegriff zu gewinnen, der dem Gegenstand gerecht wird.

    Gegen // Über. Debatten zur Gegenwart

    hg. v. Peter DietzeIrene Eidinger und Tobias Herold

    Dem Literarischen Colloquium Berlin, der Wochenzeitung Jungle World sowie dem Veranstaltungs- und Produktionsort für Kunst, Musik und Literatur ausland war es ein großes Anliegen. Sie integrieren Diskussionsveranstaltungen zu aktuellen politisch-gesellschaftlichen Themen in das ansonsten hauptsächlich künstlerisch ausgerichtete Programm verschiedener Spielstätten in Berlin.

    “Wir waren überzeugt, dass die Kunst einen analytischen Blick auf die Welt um uns herum benötigt.” Die Beteiligten aus den genannten drei Räumen setzten sich an einen Küchentisch und entwarfen das Konzept zur Reihe “GEGEN//ÜBER – Debatten zur Gegenwart”.

    Es folgten aufschlussreiche Vorträge, Gespräche und fruchtbare Auseinandersetzungen mit jeweils zwei Autor:innen pro Themenabend.
    Der vorliegende Sammelband dokumentiert nun eine Auswahl dieser spannenden Diskussionsabende. Er versammelt die Essays, die im Wesentlichen den Vortragsmanuskripten der Autor:innen entsprechen.

    Mit Beiträgen von Hartmut Böhme, Ute Frevert, Ulrike Herrmann, Ute Kalender, Christine Kirchhoff, Stefanie Kron, Christoph Laimer, Elena Messner, Robert Misik, Tadzio Müller, Claudia Neu, Lars Quadfasel, Richard Schuberth. Sowie Autor:innen wie Jörn Schulz, Georg Seeßlen, Philipp Staab, Julian Stenmanns, Margarete Stokowski, Natascha Strobl, Peter Trawny, Barbara Vinken, Volker Weiß, Elke Wittich und Peter Zwanzger.

    Literarisch solidarisch – Perspektiven auf einen neuen Literaturbetrieb

    hg. v. Hatice Açıkgöz

    Die Texte in dieser Anthologie blicken aus verschiedenen marginalisierten Positionen auf den Literaturbetrieb. Sie stellen Fragen nach Zugang, Zugehörigkeit und Arbeitsweisen. Die Autor:innen schreiben aus persönlicher Sicht über strukturelle Ausschlussmechanismen. Gleichzeitig schaffen sie Raum für utopische Ideen, um den literarischen Raum solidarisch zu öffnen.

    Alle Beitragenden haben dazu verschiedene Formen von Texten gewählt, es gibt lyrische Positionen, Theatertexte und klassische Essays. Als Herausgeberin möchte mit der Anthologie einen Beitrag zur Zukunft des Literaturbetriebs leisten und den Betrieb, den sie sehr schätzt, heraus fordern, auch Kritik auszuhalten.

    Die Anthologie trägt den gleichen Namen wie der Podcast, den die Herausgeberin gemeinsam mit den Autorinnen Dara Brexendorf und Zara Zerbe herausgibt und der bereits ein breites Publikum hat.

    Mit Beiträgen von Josephine Apraku, Maryam Aras, Sarah Berger, Betiel Berhe, Dara Brexendorf, Seda Çalışkanoğlu, Özlem Özgül Dündar, Mareike Fallwickl, Christiane Frohmann, Heike Geißler, Linus Giese, Mareice Kaiser, Ozan Zakariya Keskinkılıç, Maline Kotetzki, Hami Nguyen, Andrea Schöne und Ayna Steigerwald.

    Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv

    hg. von Anke Buettner und Tina Rausch

    Rachel Salamander schuf in über 40 Jahren ein einzigartiges Forum für jüdische Autor:innen. In über 1000 Veranstaltungen brachte die Publizistin jüdische Gegenwart in klaren Worten zur Sprache. Mit ihrem Wirken veränderte sie den Diskurs in Deutschland. Dieses Lesebuch ist eine Hommage an die große Literaturvermittlerin und eine Einladung, wieder mit dem Lesen zu beginnen.

    “Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv” heißt auch die Monacensia-Ausstellung, die ab Mai 2026 zu sehen sein wird. Sie schöpft aus dem großen Archiv, das Rachel Salamander dem »literarischen Gedächtnis Münchens« schenkte.

    Mit literarischen Texten von Louis Begley, Maxim Biller, Lily Brett, David Grossman, Batya Gur, Barbara Honigmann, Imre Kertész, Ruth Klüger, Amos Oz, David Rokeah, Robert Schindel und Zeruya Shalev.

    Nun zu den Terminen:

    Ganz besonders möchten wir Sie und Euch auf die Buchpremiere des Elegien-Bandes “Tiferet” von Benjamin Stein in der Autorenbuchhandlung Berlin am 16. April hinweisen. Kartenreservierung hier.

    Zudem sind Stefan Dietl“Antisemitismus und die AfD”Alexander Leistner,  Manja PräkelsTina Pruschmann und Barbara Thériault – “Extremwetterlagen. Reportagen aus einem neuen Deutschland” und Robert Stadlober – “Wenn wir einmal nicht grausam sind, dann glauben wir gleich, wir seien gut”, Tucholsky -Lesebuch)  weiterhin auf Lesetournee, auch viele weitere Autor:innen sind im gesamten D/A/CH-Raum unterwegs – vielleicht auf bei Ihnen und Euch vor Ort?

    Alle Termine finden sich hier.

    Und hier schließlich das eingangs versprochene Gedicht:

    THERESIENSTADT

    von Bela Winkens

    An Orten wie diesem
    Sollten keine Kinder sein.
    Kinder sollten sein
    Wo Schmetterlinge fliegen.
    Und Schmetterlinge
    Wo es Freiheit gibt.
    Und Freiheit
    Wo der Mensch
    Den Menschen achtet.
    Und Menschen
    Gibt es nicht
    An Orten wie diesem.

    Aus dem Band “Brief an die Mutter” von Bela Winkens.

    Herzlich grüßt:
    der Verbrecher Verlag

    Verbrecher Verlag GmbH
    Gneisenaustr. 2a
    10961 Berlin­

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  • 17. ALFILM – Arabisches Filmfestival in Berlin

    ALFILM 2026 bringt vom 22.–28. April aktuelles arabisches Kino nach Berlin – mit Premieren, Diskussionen und starken Geschichten aus der Region und Diaspora.

    Liebe Freundinnen und Freunde von ALFILM, wir freuen uns, euch mitteilen zu können, dass die 17. Ausgabe des ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin vom 22. bis 28. April 2026 stattfinden und eine breite Auswahl an Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen präsentieren wird. Eröffnet wird das diesjährige Festival mit Annemarie Jacirs Palestine 36. Das epische historische Drama feiert bei ALFILM seine Deutschlandpremiere, bevor es in den bundesweiten Kinoverleih geht.

    Angesiedelt im Jahr 1936, am Vorabend des Großen Palästinensischen Aufstands, zeichnet Palestine 36 den wachsenden Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft und die Zwangsenteignung der indigenen palästinensischen Bevölkerung nach. Jacir zeigt die Geschichte von Protagonist:innen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft. Diese Protagonist:innen sind mit politischem Verrat, gesellschaftlichen Brüchen und einer drohenden Katastrophe konfrontiert. So entwirft Jacir das eindringliche Porträt einer Gesellschaft am Abgrund.

    Mit einem internationalen Cast, darunter Hiam Abbas, Liam Cunningham und Dhafer L’Abidine, untersucht der Film die kolonialen Wurzeln des Konflikts und den anhaltenden Kampf um Würde, Freiheit und Selbstbestimmung. Palestine 36 war 2026 Palästinas offizielle Einreichung für den Oscar in der Kategorie Bester Internationaler Film.

    Die ALFILM Selection 

    Wie in den Vorjahren präsentiert ALFILM in seinen zwei Programmsektionen eine sorgfältig kuratierte Auswahl, die die Vielfalt künstlerischer Ansätze und politischer Perspektiven des aktuellen arabischen Kinos widerspiegelt. Die ALFILM Selection zeigt aktuelle Produktionen aus der arabischen Welt sowie der Diaspora und bietet Einblicke in moderne Filmstile und thematische Diskurse.

    ALFILM Spotlight 

    Das diesjährige ALFILM Spotlight mit dem Titel Sudan: New Projections – Retrospectives, Revolutions, and Restorations wurde erstmals in der Festivalgeschichte von einem Gastkurator konzipiert: Talal Afifi, Produzent und Leiter der Sudan Film Factory.

    Das Programm widmet sich dem sudanesischen Kino und stellt zeitgenössische Werke neben neu restaurierte Archivfilme und künstlerische Interventionen. Dabei werden Kontinuitäten und Brüche eines Kinos sichtbar, das von Revolution, Erinnerung, Exil und Resilienz geprägt ist. Das Programm unterstreicht die kreative Kraft sudanesischer Filmschaffender trotz der Zerstörungen durch Krieg und den Zusammenbruch kultureller Infrastrukturen.

    Masterclasses, Panel-Diskussionen, Filmgespräche, Sondervorführungen, die Kunstausstellung Sudan Retold sowie eine Party am 24. April im Festsaal Kreuzberg ergänzen das Filmprogramm und laden das Publikum zum direkten Austausch mit Filmschaffenden, Künstler:innen und Expert:innen ein.

    Save The Date: 17. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

    HAU Hebbel am Ufer, City Kino Wedding, Kino in der KulturBrauerei, Sinema Transtopia, Wolf Kino, silent green, Sputnik, Spore, Flutgraben and Festsaal Kreuzberg. 

    22nd – 28th April 2026

    Programmvorschau 

    Palestine 36

    (Eröffnungsfilm) Spielfilm, Regie: Annemarie Jacir, Palästina/Großbritannien/USA/Katar/Frankreich, 2025, 115 min, AR/HE/EN, mit EN UT 

    Vorführungen: HAU1, 22.04., 19:00 Uhr & Kulturbrauerei 3, 23.04., 20:00 Uhr

    1936: Palästina steht kurz vor einer Revolution. Wütend über die gewaltsame Unterdrückung durch die britische Kolonialherrschaft und den Zustrom zionistischer Siedler:innen, die unter britischer Schirmherrschaft Land in ihren Besitz bringen und die Kontrolle über den Arbeitsmarkt übernehmen, fühlen sich große Teile der einheimischen Bevölkerung, in der Hoffnung auf Befreiung, zum Widerstand gezwungen.

    In Städten und Dörfern brechen Arbeiterstreiks aus. Männer und Frauen greifen zu den Waffen. In Jerusalem setzt sich Yusuf (Karim Daoud Anaya) für sein Dorf ein, in dem das Leben unter den britischen Umstrukturierungsmaßnahmen unerträglich geworden ist. 

    Yusuf und seine Familie stehen der Gleichgültigkeit von Teilen der arabischen urbanen Elite gegenüber. Diese stellt sich weder auf die Seite der Revolution noch unterstützt sie sie. Dadurch sind sie gezwungen, sich dem Schicksal zu stellen, das sie mit der gesamten Nation teilen. Dieses Schicksal ist von Zerstörung und Vertreibung geprägt. Es wird aber auch von der unerschütterlichen Entschlossenheit getragen, in Freiheit und Würde zu leben.

    Jacirs Film ist ein episches Historien-Drama, das die Ursprünge der Nakba und die kolonialen Wurzeln des heutigen Palästinas nachzeichnet.

    Anschließend findet ein Filmgespräch mit der Regisseurin Annemarie Jacir statt.

    Cotton Queen 

    (Spotlight-Eröffnungsfilm) Spielfilm, Regie: Suzannah Mirghani, Sudan/Saudi-Arabien/Katar/Deutschland, 2025, 94 min, AR. mit EN UT

    Vorführungen: HAU1, 23.04., 19:00 Uhr & City Kino Wedding, 24.04., 19:00 Uhr

    Nafisas Dorf in der Nähe des Nils lebt vom Baumwollanbau. Die Teenagerin steht unter der strengen Aufsicht ihrer Großmutter Al-Sit, einer Matriarchin, deren antikoloniale Vergangenheit sich zu sozialer Macht verfestigt hat. Als ein Geschäftsmann mit gentechnisch verändertem Saatgut auftaucht und Nafisa einen Heiratsantrag macht, verschmelzen die wirtschaftlichen Interessen des Dorfes und ihr persönliches Schicksal miteinander.

    Mirghani rahmt diesen Konflikt mit einem feinen Gespür für Land, harte körperliche Arbeit und Bräuche und zeigt, wie Baumwolle sowohl Lebensgrundlage als auch historisches Vermächtnis ist. Nafisa ist zwischen Sehnsucht, Pflicht und dem Druck der Gemeinschaft hin- und hergerissen. Der Film entfaltet sich als eine Coming-of-Age-Geschichte mit politischer Brisanz. Wer definiert Fortschritt? Wer zahlt seinen Preis? Und wer darf sich eine Zukunft erträumen? 

    Cotton Queen ist zugleich zart und schonungslos in seiner Darstellung von Frauen, die sich mit bestehenden Hierarchien konfrontiert sehen und gleichzeitig ihre eigene Selbstbestimmung einfordern.


    Anschließend findet ein Filmgespräch mit der Regisseurin Suzannah Mirghani statt.

    Home Movie on Location

    Dokumentarfilm, Regie: Viola Shafik, Ägypten/Deutschland, 2025, 100 min, AR/DE, mit EN UT

    Vorführungen: HAU1, 24.04., 19:00 Uhr & Sinema Transtopia, 26.04., 19:00 Uhr

    In dieser autobiografischen Dokumentation über Familie, der Liebe zum Kino und dem immerwährenden Schwanken zwischen Heimaten, Sprachen und Orten untersucht Viola Shafik ihre Beziehung zu ihrem Sohn und dessen Vater, dem renommierten Artdirector und Produktionsdesigner Onsi Abou Seif. Ihre Verbundenheit mit dem ägyptischen Kino der Vergangenheit und Gegenwart steht im Mittelpunkt. Ihre wissenschaftliche Arbeit war wegweisend. Abou Seif beeindruckte durch seine Bühnenbilder. Er entwickelte die visuellen Welten zahlreicher Meisterwerke des arabischen Kinos von den späten 60er Jahren bis heute. Der Film endet in tieferen Reflexionen über Migration, politische Unterdrückung und die Auslöschung von Orten und Identitäten. ALFILM präsentiert Home Movie On Location in seiner deutschen Premiere.

    Anschließend findet ein Filmgespräch mit der Regisseurin Viola Shafik und künstlerische Leiter Onsi Abou Seif statt.

    Über das Festival

    Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit freundlicher Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Friedrich-Ebert-Stiftung, des Rates der arabischen Botschafter sowie des Leibniz-Zentrums Moderner Orient (ZMO).

    Das vollständige Festivalprogramm mit detaillierten Informationen ist bald unter www.alfilm.berlin verfügbar.

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  • Fotografiska Launches international Emerging Artist Platform

    Fotografiska launches a global program for emerging image makers, offering open calls, exhibitions, and visibility across digital and museum platforms.

    The next generation of image makers

    The international institution Fotografiska announces the launch of its new global emerging artists program, a hybrid digital platform and in-museum initiative designed to recognize, elevate, and connect the next generation of image makers across lens-, time-, and prompt-based art.

    Image by © Emma Lu Dieminger First Light Surf. Selected as Foto of the Day January 2026

    At the core of the program is a series of free, international open calls, offering emerging artists the opportunity to submit their work for professional review and gain access to exhibitions, global visibility, and institutional recognition.

    Rooted in Fotografiska’s mission to inspire new perspectives, the program expands the museum’s ecosystem beyond its physical locations. In Berlin, Stockholm, Shanghai, Tallinn, and soon Oslo, Fotografiska is creating a continuous and accessible entry point for emerging artists worldwide.

    Image by © Ritika Singh, “The Body Remembers How to Be a Garden”. Selected as Foto of the Day, March 2026

    What artists can apply for:

    Human rights day open call

    In collaboration with photography 4 humanity and the united nations, artists are invited to respond to urgent global themes through visual storytelling. Selected works will be exhibited at un headquarters in New York City on world human rights day (December 10, 2026) .

    Fotografiska x jägermeister open call

    Night aesthetics – A global open call is exploring contemporary interpretations of night culture and identity through photography and image-based work.

    Local emerging artist open calls

    Dedicated calls in berlin, stockholm, and tallinn, offering selected artists the opportunity to present a solo emerging artist exhibition at their local fotografiska museum. All open calls are free of charge. In addition, artists can apply for profile verification, granting them a dedicated portfolio page and personal url on fotografiska’s platform. This feature is increasing their visibility within a global network of artists, curators, and institutions.

    “Emerging artists have always been part of fotografiska’s dna,” adds Pauline Benthede, global vp artistic direction & exhibitions. “with this platform, we are creating a structured and transparent pathway from digital discovery to institutional exhibition. Our curatorial teams across all locations will actively engage with the platform to identify new talent and stay closely connected to how visual culture is evolving in real time.”

    https://berlin.fotografiska.com/de

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    Alexander Price returns with “The Storm” EP

    Alexander Price unleashes The Storm EP: dark, industrial beats meet raw emotion. Five tracks of introspection, desire, and sonic intensity.

    In a bold and unflinching evolution of sound, Alexander Price emerges anew with The Storm EP. A brooding, industrial-tinged body of work. The EP feels as introspective as it is apocalyptic. Across five striking tracks, Price navigates the tension between inner turmoil and a fractured external world, crafting a sonic narrative that is both deeply personal and universally resonant.

    The Storm EP draws from post-punk grit and synthwave atmospherics. It inhabits a shadowy, gothic universe. In this universe, mechanised beats collide with searing guitar lines. The result is a textured, immersive listening experience—one that pulses with urgency and emotional weight.

    Track by Track

    The title track, The Storm, sets the tone with a driving, new wave-inspired momentum. Here, Price reflects on his own life journey against a dystopian backdrop. He merges lyrical introspection with an electrifying sonic force. This force lingers long after the final note.

    On Heatwave, the energy intensifies. A visceral exploration of sexuality unfolds through crunchy guitars and pulsating synths, resulting in a track that feels both seductive and explosive.

    A shimmering rebellion of early-2000s electroclash

    The EP’s raw edge continues with Red Hot and Raw, an instant earworm that channels the shimmering rebellion of early-2000s electroclash. Infused with indie nostalgia, it stands as a testament to one of Price’s key influences. It also firmly asserts his own sonic identity with a snarling punk attitude.

    On Hunter, Price delves deeper still, excavating his most primal desires. Inspired by the unsettling intensity of Francis Bacon’s work, the track exists in a space of duality—beauty and discomfort entwined in a hypnotic push and pull.

    Closing the EP, Black Sky leaves listeners suspended in a moment of existential longing, as Price poses the haunting question: “Where is the light?”

    Italo Disco Inspired Collab

    This latest release follows the success of Oh!, his collaboration Alien, which climbed to number 11 on the Beatport Indie Dance Chart and earned repeated spins on Klaus Fiehe’s 1Live Fiehe show. Momentum has clearly been building—2026 alone has seen Price unveil the Italo disco-inspired Saint Tropez EP via Mélopée Records.

    With The Storm EP, produced and arranged by Massimo Paramour and featuring guitars by multi-instrumentalist ALP, Alexander Price delivers his most provocative and sonically rich statement to date. It is a work that doesn’t just demand attention—it commands it.

    Listen to the full EP on all plattforms.

    About Alexander Price

    Alexander Price is an electronic music artist whose sound blends post‑punk grit, synthwave energy, and indie dance‑floor sensibilities into bold, emotionally charged productions. Emerging from London’s early electro‑clash scene, Price has built a diverse catalogue of music that spans authentic club‑ready grooves to introspective electronic narratives. His earlier work—including the EP Kitchen Sink Drama—established him as a distinctive voice on the dance music circuit. It garnered strong playlist support. His music also accumulated significant streams. 

    Throughout his discography, Price remains dedicated to crafting electrifying soundscapes. These soundscapes bridge underground club culture and broader melodic appeal. This dedication makes him one of the more compelling voices in contemporary electronic music. 

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    Galerie Schindler: SONNENFLECKEN UND SCHATTENGEWÄCHSE

    Die Ausstellung verbindet Skulptur und Malerei zu einem poetischen Spiel aus Material, Zeit und Wahrnehmung zwischen Licht, Fläche und Imagination.

    Die Ausstellung Sonnenflecken und Schattengewächse versammelt die Arbeiten der Bildhauerin Susanne Roewer und der Malerin Hannah Becher in einem spannungsvollen Dialog zwischen Material, Fläche, Zeit und Wahrnehmung.

    SUSANNE ROEWER I LICHTFALTER I 25 X 40 X 25 CM I VERGOLDETE BRONZE I 2025   Foto Jenö Gindel

    Susanne Roewer entwickelt ihre Skulpturen aus der Begegnung gegensätzlicher Materialien wie Metall, Stein oder Glas. In fragilen Verbindungen entstehen neue Einheiten, in denen sich figurative Anklänge und abstrakte Formensprache durchdringen. Ihr künstlerischer Prozess ist geprägt vom genauen Hinhören auf das Material und seine Eigenheiten. Daraus entwickeln sich Werke, die von poetischen Momenten des menschlichen Lebens erzählen – zwischen Absurdität, Romantik, Politik und leiser Ironie.

    Hannah Becher hingegen untersucht auf der Leinwand die Dimension der Zeit. Ausgehend von der Idee, dass sich Zeit im Raum lesen lässt, macht sie diese in der Fläche erfahrbar. Ihre Malerei begreift die Leinwand als Projektionsraum für Vergänglichkeit, Mensch und Natur. Dabei treten Kontraste und malerische Prozesse in den Vordergrund: Das Sichtbare entsteht nicht allein aus dem Motiv, sondern aus der Art und Weise seines Erscheinens. Becher entwickelt so eigene Formen der Sichtbarkeit, in denen Wahrnehmung selbst zum Thema wird.

    Im Zusammenspiel beider Positionen entfaltet sich ein vielschichtiges Gefüge aus Licht und Schatten, Verdichtung und Auflösung. 

    Sonnenflecken und Schattengewächse beschreibt dabei nicht nur ein visuelles Spannungsfeld, sondern auch einen Zustand des Werdens – zwischen Material und Imagination, Körper und Fläche, Moment und Dauer.

    HANNAH BECHER I RECONQIESTA I   I 105×150 cm I ACRYL AUF LEINWAND I 2026

    Über die Künstler:innen

    HANNAH BECHER, 1963 in Marburg geboren, in Leer (Ostfriesland) aufgewachsen, lebt und arbeitet sie seit 1983 in Berlin. Nach vielseitigen Tätigkeiten am Theater begann sie 1991 ihre künstlerische Ausbildung an der „Etage“ im Bereich Malerei und Bühnenbild.

    Zwischen 1998 und 2003 entwarf sie Kostüm- und Bühnenbilder für Opernproduktionen, u. a. Turandotund La Traviata in Malaysia. Ihre Arbeiten wurden mehrfach gefördert und in zahlreichen Ausstellungen präsentiert.

    SUSANNE ROEWER I ELYSIUM II I 50 X 60 X 60 CM I GLAS UND ALUMINIUM I 2022 Foto Kay Loges

    SUSANNE ROEWER, geboren in Bad Schlema, lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Bildhauerei und Grafik an der Universität der Künste Berlin (UdK) und schloss 1998 mit dem Diplom sowie 1999 als Meisterschülerin ab.

    Ihre Werke wurden international in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, darunter im Stadtmuseum Berlin, im Craft and Folk Art Museum in Los Angeles und im Fort Wayne Museum of Art. 2017 erhielt sie den Skulpturenpreis des Rockwell Museums. Ihre Arbeiten sind weltweit in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten.

    Ausstellung:

    SONNENFLECKEN & SCHATTENGEWÄCHSE
    HANNAH BECHER, SUSANNE ROEWER

    16. APRIL bis 30. Mai 2026

    Ausstellungseröffnung
    Donnerstag 16. April um 19 Uhr

    GALERIE SCHINDLER

    Charlottenstrasse 86,
    14467 Potsdam
    Zur website

    Öffnungszeiten: 

    Mittwoch 12 bis 16 Uhr
    Donnerstag & Freitag

    12 bis 18 Uhr
    Samstag 12 bis 16 Uhr

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    Concert – Do Not Go Gentle Into That Good Night

    DISSOLUTIONS im Kunst Raum Mitte: Ausstellung, Führung & Konzert am 10. April. Live-Soundtrack, Installationen und kritische Visionen bis 10. Mai erleben.

    DISSOLUTIONS

    Ausstellung, Führung, Konzert

    Johannes Büttner & Catherina Cramer 
    Ausstellung bis 10. Mai 2026

    10. April 2026
    18 Uhr Führung mit Catherina Cramer 
    19 Uhr Konzert mit Sabine Bremer & Catherina Cramer

    Die Duo-Ausstellung von Johannes Büttner und Catherina Cramer – der ersten Ausstellung im Jahresprogramm DISSOLUTIONS – ist noch bis 10. Mai im Kunst Raum Mitte, täglich von 10 bis 18 Uhr, zu sehen. Am 10. April wird Sabine Bremer zusammen mit Catherina Cramer den Soundtrack zum gemeinsamen Film Do Not Go Gentle Into That Good Night live spielen. Davor gibt es die Gelegenheit, an einem Rundgang durch die Ausstellung mit Catherina Cramer und Co-Kuratorin Agnieszka Roguski teilzunehmen.

    Konzert / Live-Soundtrack zum Film:

    Do Not Go Gentle Into That Good Night von Catherina Cramer und Sabine Bremer

    Der Soundtrack zu Do Not Go Gentle Into That Good, einem gemeinsamen Film von Catherina Cramer und Sabine Bremer, wird am 10. April von Bremer live in Cramers Installation Indexical im Kunst Raum Mitte gespielt. Im Konzert verwandelt Sabine Bremer ihr Studioequipment in echte Instrumente und nutzt sie roh, unmittelbar und lebendig in ihrer Live-Performance.

    An der Schnittstelle von klassischer Violinenmusik, spielerischem Jazz und elektronischen Sounds entstehen collageartige Strukturen. Gebrochene Rhythmen, psychedelische Patterns und perkussive Elemente treffen aufeinander, verschmelzen und erzeugen einen direkten, unvorhersehbaren Klang.Davor führen Catherina Cramer und Co-Kuratorin Agnieszka Roguski gemeinsam durch die Ausstellung. Die Führung findet auf Deutsch statt.

    Catherina Cramer, Indexical, 2026. Installationsansicht Kunst Raum Mitte. Foto: Jannis Uffrecht

    Im Mittelpunkt des Jahresprogramms DISSOLUTIONS stehen Vorgänge, die sonst als Ende, Abgang oder Nachleben in Erscheinung treten. Formen des Verfalls werden zu fantasievollen Imaginationen, über die Kritik an gegenwärtigen Zuständen und Kategorien laut werden kann.

    Im Kunst Raum Mitte werden 2026 damit Prognosen und Visionen in eine bereits vergangene Zukunft überführt – und der Raum damit als eine Ruine verstanden, in der sich die Fiktionen unterschiedlicher Künstler*innen manifestieren. Seit Februar ist die Ausstellung von Johannes Büttner und Catherina Cramer zu sehen. In ihr werden die vermeintlich festen Konstruktionen von Körper und Staat in Frage gestellt – über raumgreifende Installationen, die die Grenzen zwischen gesund und krank, freiheitlich und autoritär ins Wanken bringen.

    Der Eintritt ist kostenfrei. Mehr Informationen zum Programm unter www.kunstraummitte.berlin

    RE: ENDISSOLUTIONS

    Exhibition, Guided Tour, Concert

    Johannes Büttner & Catherina Cramer
    Exhibition till May 10, 2026

    April 10, 2026
    6 PM: Guided tour with Catherina Cramer 
    7 PM: Concert with Sabine Bremer & Catherina Cramer

    The duo exhibition by Johannes Büttner and Catherina Cramer—which also marks the start of the annual program DISSOLUTIONS—is on view daily from 10 a.m. to 6 p.m. at Kunst Raum Mitte through May 10. On April 10, Sabine Bremer will perform the soundtrack to their collaborative film Do Not Go Gentle Into That Good Night live alongside Catherina Cramer. Prior to the performance, visitors will have the opportunity to take part in a guided tour of the exhibition with Catherina Cramer and co-curator Agnieszka Roguski.

    Concert / Live Soundtrack to the Film:

    Do Not Go Gentle Into That Good Night by Catherina Cramer and Sabine Bremer

    April 10, 2026 
    6:00 PM Guided tour with Catherina Cramer & Agnieszka Roguski
    7:00 PM Concert with Sabine Bremer & Catherina Cramer

    The soundtrack to Do Not Go Gentle Into That Good, a collaborative film by Catherina Cramer and Sabine Bremer, will be played live by Bremer on April 10 in Cramer’s installation Indexical at Kunst Raum Mitte. During the concert, Sabine Bremer transforms her studio equipment into real instruments and incorporates them into her raw and immediate live performance.

    At the intersection of classical violin music, playful jazz, and electronic sounds, collage-like structures emerge. Broken rhythms, psychedelic patterns, and percussive elements collide, merge, and create a direct, unpredictable sound.Before the concert, Catherina Cramer and co-curator Agnieszka Roguski will lead visitors on a tour of the exhibition, opening up the space for a shared conversation. The tour will take place in German.

    Johannes Büttner, L’ État, c’ est moi, 2025/2026, Installationsansicht Kunst Raum Mitte. Foto: Jannis Uffrecht

    The annual program DISSOLUTIONS focuses on processes that are otherwise perceived as endings, departures, or afterlives. Forms of decay become imaginative visions through which criticism of current conditions and categories can be voiced. At Kunst Raum Mitte in 2026, predictions and visions are thus transported into a future that has already passed—and the space is thereby understood as a ruin in which the fictions of various artists manifest themselves.

    The exhibition by Johannes Büttner and Catherina Cramer has been on view since February. It challenges the supposedly fixed constructs of the body and the state—through expansive installations that blur the boundaries between healthy and sick, liberal and authoritarian.

    Admission is free. For more information on the program, visit www.kunstraummitte.berlin 

    Kunst Raum Mitte

    Auguststraße 21
    10117 Berlin(030) 28884455

    Öffnungszeiten

    Mo – So, 10 – 18 Uhr
    Eintritt frei / free admission

    Kunst Raum Mitte ist eine Einrichtung des Fachbereichs Kunst, Kultur und Geschichte im Bezirksamt Mitte von Berlin.

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    Rezension: Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus

    Ein streitbares Essay, das KI nicht als Fortschritt feiert, sondern ihre politische Macht analysiert und vor neuen autoritären Strukturen warnt.

    Zum Buch von Rainer Mühlhoff

    Mit seinem schmalen, aber inhaltlich dichten Band legt Rainer Mühlhoff eine ebenso provokante wie hochaktuelle Analyse der politischen Dimensionen künstlicher Intelligenz vor. Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus ist kein technisches Sachbuch, sondern eine pointierte philosophisch-politische Intervention, die den gängigen Fortschrittsnarrativen rund um KI entschieden widerspricht.

    Im Zentrum steht Mühlhoffs These, dass sich im Zusammenspiel von Tech-Industrie, politischem Autoritarismus und digitalem Kapitalismus neue Machtstrukturen herausbilden, die faschistoide Züge tragen können. Dabei richtet sich seine Kritik weniger gegen die Technologie selbst. Sie zielt mehr auf die ideologischen Versprechen, die von Tech-Eliten verbreitet werden. KI erscheint hier als Heilsbringer. Gleichzeitig werden ihre realen gesellschaftlichen Folgen – etwa Ausbeutung, Diskriminierung oder Machtkonzentration – systematisch ausgeblendet.

    Politik, Philosophie und Ethik

    Besonders überzeugend ist, wie Mühlhoff diese Entwicklungen in größere politische und philosophische Zusammenhänge einordnet. Er beschreibt, wie antidemokratische Tendenzen, technologische Kontrolle und ökonomische Interessen ineinandergreifen und so ein neues autoritäres Potenzial erzeugen. Die Diagnose bleibt dabei bewusst zugespitzt – und genau darin liegt die Stärke des Buches: Es zwingt zur Auseinandersetzung und irritiert gängige Denkweisen.

    Kritisch ließe sich anmerken, dass der Faschismus-Begriff stellenweise sehr weit gefasst ist. Auch in anderen Rezensionen wird darauf hingewiesen. Die behauptete Nähe zwischen KI und faschistischen Ideologien wird in seinen Beispielen, überwiegend überzeugend begründet. Mühlhoff wandert mit seinen differenzierten These auf einem schmalen Grad zwischen Fiktion und Realität. Sowohl als Warnung vor möglichen Entwicklungen, wie auch innerhalb bereits sichtbarer Tendenzen.

    Stilistisch ist das Buch klar, zugänglich und bewusst polemisch geschrieben. Auf knappem Raum gelingt es dem Autor, komplexe Zusammenhänge verständlich darzustellen und eine breite Leserschaft anzusprechen. Nicht zuletzt wurde das Werk für seine gesellschaftspolitische Relevanz ausgezeichnet und als wichtiger Beitrag zur aktuellen Debatte gewürdigt. 

    Fazit:

    Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus ist ein engagiertes, streitbares Buch, das die Debatte über KI aus einer ungewohnten Perspektive beleuchtet. Wer eine kritische, politisch geschärfte Analyse sucht und bereit ist, sich auf zugespitzte Thesen einzulassen, findet hier eine äußerst anregende Lektüre. Link zum Buch.

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    Alexander Renaldy Avatar
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    Hunter/Game & Aries – Imagination EP: Trance Garage Vibes

    Hunter/Game & Aries drop Imagination on Just This—trance-tinged garage, resampled vocals, and rave nostalgia fused with modern club energy.

    Imagination by Hunter/Game and Aries marks the second chapter of their evolving italo-garage saga. A solid and original cut blending trance-tinged textures with garage rhythms and resampled vocal fragments. The result is a rich harmonic soundscape where rave nostalgia meets forward-looking club energy.

    Details:

    Artist: Hunter/Game, Aries
    Release: Imagination
    Label: Just This
    Release Date: April 10, 2026

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    Felix Göllner Avatar
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    VL4NC unveils his debut album, Industria del Luto

    VL4NC presents his debut album Industria del Luto: a sonic journey through dark wave, post-punk and industrial music. Out now.

    VL4NC is the project of Fernando Larlz, a multi-instrumentalist born in Buenos Aires, Argentina, exploring the edges of dark wave, cold wave, post-punk, dark folk, industrial and dark electronic music, with subtle echoes of 80s pop. Influenced by The Cure, Coil and Death in June, his sound seeps in like a crack: persistent, inevitable and deep. 

    At the end of March 2026, VL4NC releases his debut album Industria del Luto. The album is composed of 10 tracks. Repetition, loss, and a certain uneasy beauty coexist in constant tension. Through dense sonic layers, industrial textures and minimalist structures, the album builds an emotional landscape that moves between the intimate and the abrasive. 

    The album is conceived as a complete listening experience. Industria del Luto reveals its nuances gradually. “Zona liminar”, the opening track, introduces a melancholic pulse with pop undertones. It is shaped by a post-punk and dark wave sensibility. This same aesthetic can also be heard in “Elástico”, reinforcing the balance between melody and darkness. 

    In contrast, tracks such as “Tribofobia” and “Confesión sintética” dive into a darker and more direct territory. Meanwhile, pieces like “Alguien Alien”, “Delirium Tremens” and “Was ist Das” navigate through industrial and experimental soundscapes. Finally, tracks like “Polvareda” introduce a more organic, dark folk texture. 

    Industria del Luto is not just a debut, but an aesthetic statement: an exploration of darkness not as a pose, but as a language.

    Listen here

    About VL4NC

    VL4NC is the creative project of Argentinian multi-instrumentalist Fernando Larlz. He explores the darker intersections of sound and emotion. His music blends dark wave, cold wave, post-punk, industrial, dark folk, and experimental electronic music.

    Rooted in Buenos Aires, VL4NC builds a sonic identity shaped by repetition, tension, and atmosphere. Influences ranging from The Cure, Coil, and Death in June echo subtly through the project, but are transformed into something more personal and immersive—where melody and distortion coexist in constant friction.

    Rather than treating darkness as an aesthetic, VL4NC uses it as a language. His compositions often move between minimal structures and dense sonic layers, creating an emotional space that feels both intimate and unsettling. From melancholic, pop-tinged passages to abrasive industrial textures, the project resists easy categorization.

    With the debut album Industria del Luto, VL4NC establishes a clear artistic statement: a carefully constructed journey through loss, repetition, and uneasy beauty.

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