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    Das C/O Berlin Programm: Die JAHRESVORSCHAU 2026 

    C/O Berlin präsentiert 2026 ein vielseitiges Ausstellungsjahr – von Graciela Iturbide bis Carrie Mae Weems. Ein Fest der Fotografie und Perspektiven!

    Das Geburtstagsjahr 2025 ist beendet – und was für ein Jahr es war! Voller Ausstellungs-Highlights, bewegender Rückblicke und unvergesslicher Momente, mit ausgelassenen Partys und einem Open House für alle. Vielen Dank, dass Sie uns seit 25 Jahren begleiten. Auf viele weitere gemeinsame Jahre! 

    Mit Vorfreude blicken wir nun auf das kommende Jahr und freuen uns, Ihnen unser vielseitiges und spannendes Ausstellungsprogramm für 2026 vorzustellen:

    7. Feb – 10. Jun 2026 

    Graciela Iturbide . Retrospektive 
    Dörte Eißfeldt . Archipelago 
    Sheung Yiu . (Inter)Faces of Predictions . C/O Berlin Talent Award 2025

    20. Jun – 2. Sep 2026 

    Walter Schels . 16° Fische
    The Lure of the Image . Wie Bilder im Netz verlocken

    12. Sep 2026 – 3. Feb 2027 

    Carrie Mae Weems . The Heart of the Matter 
    After Nature Prize 26 . Stelios Kallinikou / Susanne Kriemann

    Die Ausstellungen werden in Kürze auf der Website des C/O veröffentlicht. Mehr dazu im Programm des C/O Berlin.

    GRACIELA ITURBIDE – Retrospektive

    7. Feb – 10. Jun 2026, Ausstellung 

    Das C/O Berlin präsentiert die erste große Retrospektive von Graciela Iturbide (*1942) in Berlin und gibt einen tiefen Einblick in das Werk einer der bedeutendsten Fotograf:innen Mexikos. In enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin entwickelt, zeigt die Ausstellung ikonische Serien. Sie enthält auch bislang unveröffentlichte Aufnahmen und bietet einen Überblick über mehr als fünf Jahrzehnte ihres Schaffens.

    Iturbide dokumentiert die mexikanische Kultur. Sie beleuchtet die Rolle der Frauen. In den Gemeinschaften der Zapotek:innen in Juchitán, Oaxaca, haben Frauen Machtpositionen inne. Stereotype Geschlechterrollen werden dort durchbrochen. Sie setzt sich auch mit Frida Kahlo und ihrer Casa Azul auseinander. Dies zeigt das Leben der Künstlerin jenseits des Mythos.

    „La Matanza“

    Weitere zentrale Werkgruppen widmen sich der indigenen Gemeinschaft der Seri im Nordwesten Mexikos, dem Ritual der „La Matanza“ in der Mixteca-Region sowie selten gezeigten Aufnahmen von Reisen nach Indien und Bangladesch. Ihre Arbeit porträtiert oft die Menschen und Kulturen, auf die sie ihren Fokus gelegt hat. Ihre poetische Sensibilität inspiriert zu einer transzendenten Perspektive. Diese Perspektive geht über die reine Dokumentation hinaus.

    Die Retrospektive zeigt die Entwicklung einer einzigartigen fotografischen Praxis, deren Einfluss weit über Mexiko hinausreicht. 

    Kuratiert von Sophia Greiff und Melissa Harris.

    Gefördert durch 
    Karin und Uwe Hollweg Stiftung­

    DÖRTE EIßFELDT – Archipelago

    7. Feb – 10. Jun 2026, Ausstellung

    In Dörte Eißfeldts (*1950) Bildern ist nichts so, wie es scheint – und nichts bleibt, wie es ist. Anstatt Wirklichkeit einfach nur abzubilden, wird Fotografie in ihrem Werk zu einem Medium der Verwandlung. Mit einem zarten, poetischen und stets neugierigen Blick erkundet Eißfeldt die Welt um uns herum, den menschlichen Körper und das Medium selbst.

    Ein Schneeball schmilzt auf einem Bild, auf einem anderen wirkt er felsartig und wie ein Himmelskörper. Eine Messerklinge erscheint wie ein Megalith, Oberflächen verändern ihre Beschaffenheit, Haut wird metallisch, dann wieder zerbrechlich und porös. Immer wieder lotet Eißfeldt aus, wie Fotografie sich selbst befragt, sich verwandelt und die Grenzen der Wahrnehmung verschiebt.

    Inseln der Bedeutung

    Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf ein Zitat von Eißfeldt, in dem sie schreibt: „Fotos sind wie Wale, die ganze Inseln tragen können.“ Die Ausstellung gibt diesem Archipel von Inseln Raum – getragen von den Foto-Walen: Inseln der Bedeutung, der Erinnerung, der Ähnlichkeit oder des Eindrucks eines Moments.

    Über fünf Jahrzehnte hinweg zeigt C/O Berlin Schlüsselwerke aus ihrem persönlichen Archiv. Dazu gehören großformatige Serien sowie bislang unveröffentlichte und nie gezeigte Skizzen, Kunst- und Notizbücher. Die Ausstellung ist eine lang erwartete und umfassende institutionelle Schau ihres Schaffens. 

    Kuratiert von Boaz Levin.

    Gefördert durch 
    C/O Berlin Friends e.V.

    SHEUNG YIU  (Inter)faces of Predictions.

    7. Feb – 10. Jun 2026, Ausstellung

    C/O Berlin Talent Award 2025In seinem Gewinner-Projekt untersucht Sheung Yiu (*1991), wie Gesichter in unterschiedlichen Kulturen und technologischen Kontexten zur Vorhersage von Charaktereigenschaften und der Zukunft verwendet werden. Er verbindet traditionelle ostasiatische Praktiken der Gesichtsanalyse mit westlichen physiognomischen Theorien sowie zeitgenössischen Gesichtserkennungstechnologien.

    Anhand der Analyse seines eigenen Gesichts zeigt er auf, wie sowohl historische Glaubenssysteme als auch moderne algorithmische Verfahren ähnliche Vorurteile und stereotype Vorstellungen reproduzieren. Das Projekt lädt dazu ein, kritisch über die Art und Weise nachzudenken, wie wir Gesichter interpretieren und welche Annahmen wir dabei treffen.

    Yiu verbindet historische mit gegenwärtigen Diskurse. Er kombiniert Archivmaterial mit eigenen fotografischen Arbeiten. Er integriert technologische Methoden in die künstlerische Praxis. Damit schlägt er inhaltlich wie methodisch eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Er baut auch eine Verbindung zwischen Kunst und Wissenschaft. Kuratiert von Veronika Epple.

    Ermöglicht durch 
    Alexander Tutsek-Stiftung­

    WALTER SCHELS – 16° Fische

    20. Jun – 2. Sep 2026, Ausstellung

    Anlässlich des 90. Geburtstags von Walter Schels (*1936) zeigt C/O Berlin in Zusammenarbeit mit der Stiftung F. C. Gundlach die erste große Retrospektive des Fotografen, die auf einer umfassenden Sichtung seines gesamten Printwerks mit über 10.000 Originalabzügen basiert.

    Seit mehr als sechs Jahrzehnten widmet sich Schels den Grundthemen menschlicher Existenz. Seine Bilder erforschen Normen, Tabus und Grenzerfahrungen. Stets stellen sie Fragen nach Individuum, Identität und Transformation.

    Serielle Konzepte und experimentelle Ansätze

    Schels hat eine unverwechselbare Bildsprache zwischen dokumentarischer und künstlerischer Fotografie entwickelt. Diese erweitert er durch eine Vielzahl von Materialitäten. Mithilfe serieller Konzepte und unterschiedlicher experimenteller Ansätze macht er sowohl formale Strukturen als auch Prozesse sichtbar. Die Ausstellung beleuchtet mit rund 250 Werken zentrale Themen seines Œuvres in ihrer Komplexität.

    Zu sehen sind prägende Werkgruppen. Darunter sind Porträts bekannter und unbekannter Persönlichkeiten, Serien über Jugendliche in Transition oder Sterbende. Es gibt auch Tieraufnahmen oder Pflanzenbilder, die durch chemische Übermalungen entstanden sind. Ergänzt werden diese durch frühe Arbeiten aus dem Archiv und biografische Materialien, die Einblicke in die Arbeitsweise dieses außergewöhnlichen Fotografen geben. 

    Kuratiert von Sophia Greiff, Beate Lakotta, Sebastian Lux und Franziska Mecklenburg.

    Gefördert durch 
    C/O Berlin Friends e.V. ­

    THE LURE OF THE IMAGE – Wie Bilder im Netz verlocken

    20. Jun – 2. Sep 2026, Ausstellung

    Wie locken oder betören uns Bilder, die online zirkulieren? Wie fesseln, steuern oder täuschen sie uns? Die 14 künstlerischen Positionen in der Ausstellung setzen sich mit visuellen Phänomenen auseinander, die online als Vehikel für Kommunikation, Kritik oder Komik dienen. Sie veranschaulichen, welch zentrale Rolle Bilder in der Gestaltung unserer sozialen, kulturellen und politischen Umgebung spielen.

    Die komplexen Mechanismen der Verführung

    Die Ausstellung lädt dazu ein, die visuellen Welten von Social-Media-Feeds, Dating-App-Profilen, Beauty-Filtern, Memes, ASMR-Videos, cute (niedlichen) oder cursed (verfluchten) images, Emojis, computergenerierten Bildern oder pixeligen Screenshots zu erkunden, die als Verschwörungstheorien oder als Protestmittel gleichermassen zum Einsatz kommen können.

    Dabei legen die künstlerischen Arbeiten die komplexen Mechanismen der Verführung im digitalen Raum offen und beleuchten, wie Bilder und die ihnen zugrunde liegenden Strukturen – von Algorithmen bis zu Datensätzen – unsere Aufmerksamkeit lenken, Gefühle provozieren und Meinungen beeinflussen. 

    Mit Arbeiten von:

    Zoé Aubry, Sara Bezovšek, Viktoria Binschtok, Sara Cwynar, Éamonn Freel & Lynski, Dina Kelberman, Michael Mandiberg, Joiri Minaya, Simone C Niquille, Jon Rafman, Jenny Rova, Hito Steyerl, Noura Tafeche und Ellie Wyatt. 

    Kuratiert von Marco De Mutiis, Doris Gassert und Alessandra Nappo (Fotomuseum Winterthur) und von Boaz Levin für C/O Berlin adaptiert.

    Organisiert von 
    Fotomuseum Winterthur 

    In Zusammenarbeit mit
    C/O Berlin

    CARRIE MAE WEEMS – The Heart of the Matter

    7. Feb – 10. Jun 2026, Ausstellung

    Die Ausstellung und die begleitende Monografie bieten einen umfassenden neuen Überblick über das Werk der international renommierten Künstlerin Carrie Mae Weems (geb. 1953), die sich in ihren eindringlichen Fotografien mit Fragen von kultureller Identität, Patriarchat und sozialer Zugehörigkeit auseinandersetzt.

    Family Pictures and Stories (1978–1984)

    Die Schau spannt den Bogen über Weems’ gesamtes Schaffen und zeigt die Tiefe und Vielfalt ihrer künstlerischen Ausdrucksweise. Zu sehen sind frühe, ikonische Serien wie Family Pictures and Stories (1978–1984) ebenso wie ihre jüngsten Arbeiten über Schwarze Glaubensgemeinschaften.

    Die Ausstellung hebt Weems’ einzigartige Fähigkeit hervor, die Komplexität und die Ungerechtigkeiten der Welt um uns herum sichtbar zu machen. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen Räume, die in den gängigen Erzählungen häufig ausgeblendet werden. Dazu gehören Ateliers, Plantagen im Süden der USA und häusliche Interieurs.

    Auch die „unsichtbaren Institutionen“ Schwarzer Communities sind Teil dieser Räume. Diese Institutionen entstanden in Zeiten fortbestehender Unterdrückung als Orte des Glaubens. Diesen stellt Weems Bilder von Denkmälern und Museen gegenüber. Jene Repräsentationsorte, die historisch oft von Ausschluss geprägt waren. 

    Kuratiert von Sarah Hermanson Meister (Aperture) und von Boaz Levin für C/O Berlin adaptiert.

    Organisiert von 
    Gallerie d’Italia – Intensa Sanpaolo
    Aperture

    In Zusammenarbeit mit
    C/O Berlin

    AFTER NATURE PRIZE 26 – Stelios Kallinikou / Susanne Kriemann

    12. Sep 2026 – 3. Feb 2027, Ausstellung 

    Stelios Kallinikou (*1985)

    Sie widmet sich in seinem Projekt dem Akrotiri-Salzsee, der Teil der britischen Militärbasis und damit des Überseeterritoriums auf Zypern ist. Als wichtiges Feuchtbiotop im östlichen Mittelmeerraum bietet der See Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und liegt zugleich nahe einiger der ältesten archäologischen Stätten Zyperns.

    Kallinikou macht die Spannungen zwischen militärischer Nutzung, ökologischer Fragilität und kulturellem Erbe des Ortes erfahrbar, indem er verschiedene Zeitebenen miteinander verwebt. Zwischen Fotografie, Film und Skulptur entsteht ein Projekt, das die vielschichtigen Beziehungen von Land, Grenzen und Souveränität sichtbar macht und über koloniale Vermächtnisse am Rand Europas nachdenken lässt.  

    Susanne Kriemanns (*1973)

    Ihr Projekt knüpft an ihre langjährige Beschäftigung mit Uran und dem Atomzeitalter an. An der Schnittstelle von Fotografie, Wissenschaft und Poesie nutzt sie Pechblende. Dieses Mineral, auch Uraninit genannt, ist eines der ältesten Minerale der Erde. Es dient als Ausgangspunkt, um geologische und atomare Zeitskalen zu reflektieren. Dafür greift sie auf frühe fotografische Verfahren wie Autoradiografie, Siebdruck und Heliografie zurück.

    Die Arbeiten verbinden die abstrakte Ästhetik, die Strahlung auf dem fotografischen Material hinterlässt, mit poetischen Texten und einer ortsspezifischen Szenografie.

    Das Projekt eröffnet eine kritische Auseinandersetzung mit den Bildwelten und Anwendungen von Radioaktivität. Es lädt ein, die Strahlung als zentralen Faktor im Verhältnis von Mensch und Umwelt zu begreifen. Die ausgezeichneten Projektkonzepte werden im Rahmen des After Nature . Ulrike Crespo Photography Prize 26 erstmals realisiert.

    Kuratiert von Katharina Täschner. 

    Ein gemeinsames Projekt mit Crespo Foundation­

    Credits:

    Grosser Flieger, 1983 © Dörte Eißfeldt, VG Bild-Kunst, Bonn, 2025
    Prediction Regime XIII, 2024 © Sheung Yiu.

    Katze, 1980 © Walter Schels / Stiftung F. C. Gundlach
    A MILF DREAM - my matches on tinder, 2024 © Jenny Rova.

    Welcome Home, 1978–84 © Carrie Mae Weems and reproduced courtesy the artist and Gladstone Gallery, New York, Fraenkel Gallery, San Francisco, and Galerie Barbara Thumm, Berlin.

    Butterflies (Haarp), 2020 © Stelios Kallinikou / Lupin, Fougère, Genêt, gélatine silver print, silkscreen, 2024 © Susanne Kriemann. VG Bild-Kunst, Bonn, 2025

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    AFTER FIRE AFTERLIFE – Part of the Tallinn Design Festival 

    The exhibition transformed an abandoned factory into a collective meditation on clay, fire, time, and community. A contemporary juxtaposition of the arts.

    You enter into almost darkness. Knee-high dunes of sand fill the floor, from which mysterious forms emerge; vessels, limbs, small architectures. The effect is as though you have stumbled upon an eroding shoreline where ancient objects have resurfaced.

    AFTER FIRE, AFTERLIFE, is a large-scale exhibition that opened this fall during the Tallinn Design Festival. The Festival, which focuses on promoting Estonian design, community, and craft, is the largest such festival in the Baltic region. It takes place every year in the Krulli Quarter, an old industrial complex in the north of Tallinn.

    Curated by Estonian ceramicist Cristopher Siniväli, the exhibition celebrates 25 years of the international Kohila Symposium. Featuring nearly 120 works by 106 artists, the show is less a retrospective than a meditation on clay, fire, and community. 

    Founded in Kohila, Estonia, the annual symposium brings together eleven artists each year for an intensive three-week immersion in wood-fired ceramics. Over the years, it has hosted 230 emerging and established artists from 35 countries. The symposium centers around an anagama-type kiln, an ancient Japanese-style, single-chamber kiln built in a sloping tunnel shape. It is fueled with firewood, and the complex interaction between flame, ash, and the minerals of the clay forms a natural ash glaze. The firing takes place over days while the participants take turns stoking the fire. The experience is physically demanding, unpredictable, and profoundly collective.

    distinctions between years, authors, and narratives.

    That spirit is evident throughout AFTER FIRE AFTERLIFE. Rather than present the works as isolated objects, they are arranged in groupings that blur distinctions between years, authors, and narratives. It is not a traditional gallery setting but rather installed in an unused 19th century machine factory. Think old bricks, high ceilings, metal beams. Yet the area is in the process of being redeveloped as a new multi-use urban district. The sense of crumbling history was palpable in the setting, adding to the drama. 

    The exhibition’s strength lies in its ability to transform a vast archive into a cohesive experience that gives a weighty impression of time, material, and tradition. The dim light, sand dunes, and placement of the works create a dramatic environment in which viewers navigate a winding path between sand dunes. The uniformity of the ash-fire palette links disparate practices, emphasizing process and collaborative effort throughout the years.

    Earth, Ash and fire

    The majority of the pieces emerge out of the sand, but some are perched on brick ledges or on platforms tucked into dark corners. The result is mysterious and compelling. It is an environment that invites repeated wandering, encouraging viewers to circle the space multiple times, seeing more each round as your eyes adjust to the dim light. 

    In the end, AFTER FIRE, AFTERLIFE succeeds not because it documents the Kohila Symposium, but because it embodies over two decades of dedication to the ancient craft of ceramic wood firing and the community that carries it forward.

    No one piece sticks out as memorable among the rest. The uniformity of the ash-fire glaze effect, together with the half-burried display means that the overall forms and distinguishing features of each piece were difficult to parse.

    This is a disservice to the individual artist, but aids the curatorial aim of unifying the nearly 120 works and impressing a sense of collectivism. Nevertheless, there is a sense of deep respect for the processes that take place and connection to the natural elements, something that I found throughout my time at the Tallinn Design Festival

    Curated by Cristopher Siniväli

    Editors Note: The exhibition AFTER FIRE AFTERLIFE was held from September 29 - October 19, 2025 as part of the Tallinn Design Festival in Estonia. https://www.disainioo.ee/

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    Clara Gross Avatar
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    TIOL — Laze’s Dreamlike Debut EP Supporting WCK

    TIOL, the debut EP from Sheffield’s Laze, blends house, garage & LoFi into dreamlike electronica — with all proceeds going to World Central Kitchen.

    TIOL is the debut EP from Laze, Sheffield based DJ, producer & owner of With Bells Records. Dreamlike throughout, TIOL draws influences from house & garage to LoFi & electronica.

    Play is the lead single, a bass heavy house track with driving percussion and a choppy vocal hook.

    In Gosson, Ayoko weaves Gallic spirit into the ambient electronica with her elegant vocal performance. Constant Watch revolves around the ethereal piano performance, starting as a downtempo 69bpm LoFi track, before doubling in tempo, drawing influence from UKG & the Sheffield sound. Clutter House is an ambient piece that sparkles with no drum track, appearing on a Vinyl Moon compilation many moons ago but finally having its own release.

    100% of all proceeds (vinyl & bandcamp) go to World Central Kitchen (WCK).

    Details:

    Artist: Laze
    Release: TIOL EP
    Label: With Bells Rec.
    Release Date: December 12, 2025, save & order here

    #writtenby:

    Felix Göllner Avatar
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    Offener Brief zur geplanten Schließung des ZeDiSplus

    Hamburg plant die Schließung des ZeDiSplus. Kritische Disability Studies drohen zu verschwinden – Wissenschaftliche Teilhabe und Menschenrechte sind bedroht.

    Veröffentlicht am 09.12.2025 07:21 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Meinung (?)

    Der Text liegt auch in besser verständlicher Form vor. Das hat eine Künstliche Intelligenz übersetzt. Informationen dazu gibt es auf dieser Seite.

    Hamburg (kobinet) Nach der Bekanntgabe der Streichung der Professur zu Disability Studies an der Universität Köln droht auch in Hamburg die Schließung eines wichtigen Angebots aus dem Bereich der Disability Studies. “Wir wenden uns als Mitarbeiter*innen des Zentrums für Disability Studies und Teilhabeforschung (ZeDiSplus) an Sie und die Hamburger Öffentlichkeit. Der Senat plant die Schließung des ZeDiSplus zum 31. Dezember 2025.

    Wir sehen uns gezwungen, die bisher fehlende wissenschaftliche Auseinandersetzung und ausstehende Beteiligung der betroffenen Wissenschaftler*innen und ihrer wissenschaftlichen Fachverbände zu kommentieren und – ganz im Sinne der Forschungspraxis der Disability Studies – den wissenschaftspolitischen Umgang erneut in der Sache zu thematisieren.”

    So heißt es in einem offenen Brief der Mitarbeiter*innen des ZeDiSplus – Sabine Maaß, Jürgen Homann und Siegfried Saerberg – vom Zentrum für Disability Studies und Teilhabeforschung der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie Hamburg, die sich mit einem offenen Brief an zuständige Politiker*innen und an die Öffentlichkeit gewandt haben. Im Folgenden dokumentieren die kobinet-nachrichten den offenen Brief:

    Offener Brief an die Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, Frau Senatorin Maryam Blumenthal, und an die Staatsrätin Frau Dr. Eva Gümbel sowie die Fachabgeordneten der Hamburger Bürgerschaft

    Hamburg, 8. Dezember 2025

    Betreff: Zur geplanten Schließung des Zentrums für Disability Studies und Teilhabeforschung (ZeDiSplus) – Kehrtwende gefordert!

    Sehr geehrte Frau Senatorin Blumenthal, Frau Staatsrätin Dr. Gümbel, Fachabgeordnete der Hamburger Bürgerschaft,

    wir wenden uns als Mitarbeiter*innen des Zentrums für Disability Studies und Teilhabeforschung (ZeDiSplus) an Sie und die Hamburger Öffentlichkeit. Der Senat plant die Schließung des ZeDiSplus zum 31. Dezember 2025. Wir sehen uns gezwungen, die bisher fehlende wissenschaftliche Auseinandersetzung und ausstehende Beteiligung der betroffenen Wissenschaftler*innen und ihrer wissenschaftlichen Fachverbände zu kommentieren und – ganz im Sinne der Forschungspraxis der Disability Studies – den wissenschaftspolitischen Umgang erneut in der Sache zu thematisieren.

    Das ZeDiSplus steht seit 20 Jahren für etwas Innovatives: Behinderte Menschen arbeiten hier nicht als Objekte von Forschung und Lehre, sondern als eigenverantwortliche Wissenschaftler*innen, Lehrende und Forschende. Behinderung wird nicht vornehmlich als medizinisches, individuelles Problem behandelt – sondern als Frage von Menschenrechten, Macht und Möglichkeiten für umfassende gesellschaftliche Partizipation: Wie muss die Gesellschaft gestaltet werden, damit alle Menschen fair behandelt werden?

    Hamburg hat mit dem ZeDiSplus international Maßstäbe gesetzt. Mit der geplanten Schließung gibt die Stadt nicht nur eine akademische Einrichtung auf – sie gibt auf, die Menschenrechte behinderter Menschen insbesondere gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) auch wissenschaftlich ernst zu nehmen.

    Das Problem mit der „Neustrukturierung“: Stilllegung durch wirtschaftliche Austrocknung

    Der Senat behauptet, dass die Lehre und Forschung mit dem Profil der Disability Studies 2028 „neu strukturiert“ an der HAW Hamburg weitergehen würde. Wir halten diese Absichtserklärung für eine Mogelpackung. Es gibt weder einen Plan, noch einen Ort, noch Geld für die Jahre dazwischen.

    Die HAW-Professor*innen, die angeblich diese „Neustrukturierung“ verantwortlich gestalten sollen, sind gar nicht mit Disability Studies befasst. Ebenso wenig wird die Expertise des ZeDiSplus oder der wissenschaftlichen Fachgemeinschaft bisher in die Planungen einbezogen.

    Das ist keine Übergangspause, sondern eine Strategie der wirtschaftlichen Austrocknung: Keine Zwischenfinanzierung, kein Plan, kein Dialog, und dann ist die Einrichtung weg. Das ist eine politische Praxis, die in verschiedenen Kontexten zu beobachten ist – von autokratischen Regimen bis zu Demokratien mit autoritärer Neigung: Statt offener Entscheidungen erfolgt faktische Stilllegung durch gezielte Unterfinanzierung.

    Die politische Entscheidung erscheint dabei als alternativloser Sachzwang, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Unter dem Deckmantel der „Neuausrichtung“ wird so eine menschenrechtsbasierte akademische Querschnittsdisziplin zum Verschwinden gebracht.

    Was wird wirklich aufgegeben?

    Das ZeDiSplus ist mehr als eine gewöhnliche akademische Einrichtung. Es ist ein Ort der institutionellen Repräsentanz von behinderten Menschen in der Wissenschaft. Hier übernehmen behinderte Wissenschaftler*innen Leitungsfunktionen, hier definieren sie ihre Forschungsfragen, hier unterrichten sie Studierende aller Hamburger Hochschulen. Alle Lehrveranstaltungen sind darüber hinaus stets auch für Interessierte ohne Hochschulzugangsberechtigung allgemein zugänglich.

    Das ist Inklusion im starken Sinne: Nicht „Wie bringen wir Behinderte hierher?“, sondern menschenrechtsbasiert im Sinne von „Wie gestalten wir akademische Lehr- und Lernräume möglichst allgemein zugänglich und hierarchiefrei, dass von Anfang an alle, die es wollen, gleichberechtigt und gleichwertig dazugehören und partizipieren können?“

    Mit der Schließung verliert Hamburg nicht nur eine akademische Einrichtung, die weit über die Landesgrenzen bekannt ist. Es verliert den sichtbaren, institutionellen Ort, an dem behinderte Menschen in der Wissenschaft Macht haben – auf Augenhöhe – und nicht nur Objekte von Forschung und Lehre sind.

    Ein Muster: Kritische Wissenschaften unter Druck

    Das ZeDiSplus ist davon nicht isoliert betroffen. Im Juli 2024 beschloss Hamburg die faktische Schließung der Forschungsstelle zu Hamburgs kolonialem Erbe. Im September 2024 folgte die Auflösung der bundesweit einzigartigen Bibliothek für Frauenforschung und Gender Studies. Drei kritische Forschungsstrukturen in einem Jahr – das ist kein Zufall.

    Das wirft die grundsätzliche Frage auf: Kann Hamburg nicht mit kritischer Wissenschaft umgehen? Will die Stadt nicht, dass Forscher*innen Machtstrukturen, Geschichte und Diskriminierungen hinterfragen? Das ist besonders brisant, weil die grüne Behördenleitung sich öffentlich wiederholt zur Aufarbeitung der Kolonialgeschichte, zur Bekämpfung von Antisemitismus, Rassismus, Sexismus und Ableismus sowie zu einer allgemeinen Gleichstellungspolitik verpflichtet hat. Genau diese wissenschaftlichen Strukturen, die zur Umsetzung dieser Verpflichtung beitragen, werden allerdings abgebaut.

    Das signalisiert: Manche Diskriminierungsformen sind der Stadt wichtig. Andere weniger. Ableismus offenbar eher nicht. Besonders problematisch ist das Timing: Der Senat baut in Zeiten ab, in denen kritische Wissenschaft am dringendsten gebraucht wird, um gegen Diskriminierung und Machtmissbrauch anzugehen. Das schwächt die intellektuellen Abwehrkräfte gegen autoritäre Strömungen und ableistische Diskurse, die heute wieder Raum gewinnen. Diskurse, die wir aus der Geschichte kennen und überwunden glaubten.

    Die Frage nach der historischen Verantwortung – richtig gestellt

    Deutschland hat unter dem Nationalsozialismus etwa 300.000 behinderte Menschen im „Euthanasie“-Programm ermordet, weitere 400.000 wurden zwangssterilisiert. Das war systematisch organisiert. Während des dritten Reichs, rechtfertigte das NS-Regime diese Verbrechen mit pseudowissenschaftlichen Theorien wie der Erbgesundheitslehre, und Wissenschaftler*innen waren aktiv an ihrer Umsetzung beteiligt. Das war Wissenschaft im Dienste der Vernichtung und Verhinderung behinderten Lebens.

    Das ist Geschichte – aber diese Geschichte ist nicht überwunden. Bei der Corona-Triage-Debatte 2020-2021 erhoben sich erneut Stimmen, die behinderte Menschen als weniger schützenswert einstufen wollten – mit vergleichbaren Argumentationsmustern wie in der NS-Zeit: utilitaristischen Kalkulationen von „Lebenswert“, „Lebensqualität“, „gesellschaftlichem Nutzen“.

    Das Bundesverfassungsgericht musste eingreifen, um das zu untersagen. Aktuell wird die assistierte Sterbehilfe verstärkt diskutiert, und die zunehmend selektive Pränataldiagnostik zielt darauf ab, die Zahl der behinderten Menschen zu reduzieren – paradox vor dem Hintergrund, dass alte Menschen den größten Anteil unter behinderten Menschen ausmachen.

    Das ist nicht Geschichte. Das ist unsere Gegenwart.

    Disability Studies sind die wissenschaftliche Gegenkraft zu diesen Tendenzen. Sie dekonstruieren die Logik der „Geringwertigkeit“, die immer wieder herangezogen wird, um behinderte Menschen zu benachteiligen, zu diskriminieren und auszugrenzen. Sie zeigen, dass Behinderung kein individuelles Defizit ist, sondern dass Gesellschaften Barrieren schaffen, die Menschen mit unterschiedlichen Körpern und Fähigkeiten benachteiligen. Zudem weisen sie nach, dass eugenische und ableistische Praxen keine wissenschaftlichen Grundlagen haben, sondern ein Ausdruck von Machtverhältnissen sind.

    Aus der deutschen Geschichte lernen bedeutet die Forderungen der UN-BRK, die internationale Anerkennung der Disability Studies, das Prinzip der emanzipatorischen Partizipation behinderter Menschen auch im akademischen Raum ernst zu nehmen. Genau deshalb ist die Schließung des ZeDiSplus ein fataler Fehler: Kritische Wissenschaft, die gesellschaftliche Machtverhältnisse hinterfragt, braucht es aus historischer Verantwortung. Damit behinderte Menschen nie wieder zum bloßen Forschungsobjekt anderer werden.

    Die Illusion der „Bildungsfachkräfte-Lösung“

    Der Senat plant an der HAW nun eine „Bildungsfachkräfte-Ausbildung mit praktischem Wissen von behinderten Menschen“. Das klingt nach Inklusion – ist aber das Gegenteil. Der Unterschied ist fundamental:

    Disability Studies sind eine akademische Disziplin. Die Bildungsfachkräfte-Ausbildung ist eine Qualifizierungsmaßnahme, in der Menschen mit Lernschwierigkeiten von nicht-behinderten Expert*innen unterrichtet werden. Machthierarchien zwischen nicht-behinderten Ausbilder*innen und behinderten „Praktiker*innen“ werden zementiert.

    Das ist hierarchisch. Das ist paternalistisch und in keiner Weise mit den Disability Studies vergleichbar. Indem akademische Forschung durch „Erfahrungswissen“ ersetzt wird, wird suggeriert: Behinderte Menschen bräuchten keine Wissenschaft, Praxis sei ausreichend. Das ist eine De-Professionalisierung des Wissens behinderter Menschen. Der Senat nennt dies euphemistisch „Zusammenlegung“ – aber tatsächlich wird eine akademische Disziplin „unter einem Dach“ zum Anhängsel einer nicht-akademischen Qualifizierungsmaßnahme zurückgestuft. Das ist Delegitimierung und Stilllegung kritisch-emanzipatorischer Wissenschaft unter dem Deckmantel von Inklusion.

    Die undurchsichtige Allianz: Sparen auf dem Rücken von kritischer Wissenschaft

    Der Senat schweigt sich darüber aus, warum eine international anerkannte akademische Disziplin und ein etabliertes Institut mit einer nichtakademischen Ausbildungsmaßnahme eines Trägers der Behindertenhilfe verschmolzen werden soll. Das ergibt wissenschaftlich und inhaltlich keinen Sinn – es scheint vielmehr reine Sparpolitik zu sein: Die Wissenschaftsbehörde zahlt nicht für die Bildungsfachkräfte-Qualifizierung, spart aber mit der Schließung des ZeDiSplus die Disability Studies ein.

    Der Träger der Qualifizierungsmaßnahme gewinnt akademische Aufwertung und Prestige. Die Verlierer sind klar: Disability Studies und Studierende aller Hamburger Universitäten und Hochschulen sowie behinderte Menschen, die statt akademischer Bildung nur noch eine segregierende berufliche Qualifizierung erhalten. Unter dem Deckmantel von „Inklusion“ und „Neustrukturierung“ wird diese Priorisierung durchgesetzt und politische Kontinuität behauptet – wissenschaftspolitisch ist es aber eine klare Abwertung: Disability Studies werden aus der Wissenschaft in die ‚Behindertenhilfe-Infrastruktur‘ verschoben.

    Disability Studies sind jedoch kein Add-On für etablierte Disziplinen. Sie sind viel mehr als einzelne Disziplinen – und sie stellen deren Grundannahmen selbst in Frage. Sie lassen sich daher nicht auf ein einzelnes Modul im Studium der Sozialen Arbeit oder als Anhängsel einer beruflichen Qualifizierung reduzieren. Außerdem sind sie eine eigenständige akademische Disziplin: theoretische Grundlage der UN-BRK, kritisch-emanzipatorische Wissenschaft, institutionelle Repräsentanz behinderter Menschen im akademischen Diskurs.

    Unsere Forderungen

    Folgen Sie dem internationalen Appell: Über 150 Wissenschaftler*innen und über 5.000 Unterstützer*innen fordern den Erhalt des ZeDiSplus (https://weact.campact.de/petitions/disability-studies-bedroht-kritisch-emanzipatorische-wissenschaft-schutzen-und-starken-1). Die Fachgesellschaften haben Stellungnahmen abgegeben. Diese Stimmen müssen gehört werden.

    Stoppen Sie die Schließung. Finanzieren Sie das ZeDiSplus als eigenständige akademische Einrichtung weiter – mit der Unabhängigkeit, die Disability Studies brauchen. Warum ist Unabhängigkeit unverzichtbar? Weil feministische Wissenschaft in einer patriarchalisch geprägten Wissenschaftslandschaft auch nicht gedeiht, wenn sie männlich-dominierten Disziplinen untergeordnet ist. Genauso können Disability Studies nicht kritisch arbeiten, wenn sie unter Disziplinen angesiedelt sind, die sie kritisieren. Kritische Wissenschaft braucht Freiheit – sonst ist sie nicht mehr kritisch, sondern angepasst.

    Echte Partizipation: Treten Sie mit uns und der Fachcommunity in einen Dialog ein. Beteiligen Sie behinderte Wissenschaftler*innen an dieser Entscheidung – nicht als Anhang, sondern mit echter Entscheidungsmacht. Das ist das Gebot der UN-BRK: „Nichts über uns ohne uns“.

    Strukturelle Gleichstellung: Das ZeDiSplus braucht eine gesicherte Finanzierung aus dem Globalhaushalt der Hamburger Hochschulen – genauso wie Gender Studies. Dieser Lösungsvorschlag wurde bereits von Vertreter*innen der Wissenschaftsbehörde selbst im Dezember 2024 vorgeschlagen. Warum wird er nicht umgesetzt?

    Ausbau statt Abbau: Nutzen Sie die Chance, ein nationales Zentrum für Disability Studies in Hamburg aufzubauen – mit hochschulübergreifenden, interdisziplinären Zertifikatsstudiengängen, auch für Menschen ohne Hochschulzugangsberechtigung.

    Abschließend

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    Sharepic: Disability Studies stärken!
    Foto: campact

    Die geplante Schließung ist kein wissenschafts- und inklusionspolitischer Fortschritt – sie ist ein dramatischer Rückschritt. Eine Politik, die Menschenrechte predigt, aber kritische Stimmen marginalisiert, ist unglaubwürdig. Sie offenbart einen grundsätzlichen Widerspruch. Denn echte Menschenrechtspolitik für behinderte Menschen bedeutet: nicht ÜBER behinderte Menschen zu entscheiden – sondern MIT ihnen. Sie bedeutet, mit paternalistischen Mustern zu brechen, nicht sie zu reproduzieren. Das ist das Gegenteil von dem, was der Senat hier tut.

    Wir appellieren daher an Sie – und in fester Solidarität mit den Kolleg*innen an der Universität zu Köln, deren einzige bundesdeutsche Professur für Disability Studies gerade ebenfalls gestrichen wurde: Nehmen Sie den Wert des ZeDiSplus für Hamburg, für die deutschsprachigen und internationalen Disability Studies, für die gesellschaftliche Solidarität und für die Wahrung der Menschenrechte ernst, statt ihn politisch zu zerstören! Noch können Sie diese Entscheidung überdenken und Ihrer Politik eine andere Richtung geben.

    Mit freundlichen Grüßen, in tiefer Sorge um die Zukunft von Disability Studies und in der Erwartung, dass Sie unsere Forderungen ernsthaft berücksichtigen mögen und unser hiesiges Schreiben beantworten,

    die Mitarbeiter*innen des ZeDiSplus

    Sabine Maaß, Jürgen Homann, Siegfried Saerberg

    Zentrum für Disability Studies und Teilhabeforschung

    Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie Hamburg

    Redaktioneller Hinweis: Für Artikel der Kategorie "Kolumne" sind ausschließlich die Autoren verantwortlich. Dies gilt auch für deren Äußerungen in den Lesermeinungen sowie für die Moderation der Kommentare zu deren Beiträgen. Die Inhalte geben nicht die Meinung der Redaktion oder des Trägervereins wieder. Inhaltliche Kritik richten Sie bitte direkt an die Autoren per Email.

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    documenta Kassel: Die Jahresvorschau 2026

    2026 wird Kassel zum Zentrum für Kunst und Forschung: Ausstellungen, Symposien und neue Perspektiven auf Gegenwartskunst im Fridericianum und der documenta.

    Während hinter den Kulissen bereits die Vorbereitungen für die kommende documenta Ausstellung anlaufen, können sich Besucher*innen 2026 auf ein Jahr voller Kunst und Kultur in Kassel freuen. Die documenta und Museum Fridericianum gGmbH lädt zu Ausstellungen, Symposien und vielfältigen Veranstaltungsformaten ein. Diese Veranstaltungen reflektieren zentrale Themen und Fragestellungen der Gegenwartskunst.

    Schwerpunkte in 2026

    Zwei entscheidende Schwerpunkte in 2026 setzt das Fridericianum mit den Einzelausstellungen der Fotografin Catherine Opie (14. Februar – 19. Juli 2026) und des Bildhauers Charles Ray (22. August 2026 – 3. Januar 2027).   

    „Nach den Rückblicken und Reminiszenzen im Jubiläumsprogramm zu 70 Jahren documenta wendet sich die documenta und Museum Fridericianum gGmbH 2026 neuen Handlungsfeldern und Fragen der Gegenwart und Zukunft zu.

    Konzeptionen des Selbst und des Anderen, künstlerische Aufzeichnungssysteme und irritierende Interpretationen klassischer Gattungen und Themen stehen im Zentrum des kommenden Jahres. 

    Mit ihrem vielfältigen Programm unterstreicht die documenta und Museum Fridericianum gGmbH ihre Rolle als Institution für zeitgenössische Kunst und Forschung und stimmt zugleich auf das documenta Jahr 2027 ein.”­ 

    Andreas Hoffmann, Geschäftsführer der documenta und Museum Fridericianum gGmbH:

    Das documenta archiv berichtet aus einem laufenden Forschungsprojekt zu Künstlerinnen der documenta (19. März 2026) und veranstaltet eine Konferenz unter dem Titel Subverting Archival Practices (7.–9. Mai 2026). Das Format der Studioausstellungen wird fortgesetzt, unter anderem mit einer Hommage an Bazon Brock (2. Juni – 11. September 2026). 

    Das documenta Institut zeigt zu Jahresbeginn die Forschungsausstellung The China Moment (24. Januar – 22. März 2026). Außerdem werden im Symposium Critical Fabulations of documenta (9.–11. Juli 2026) sowie der Tagung Kunst – Ausstellung – Diskurs (Juni 2026) Einblicke in die Forschungsarbeit mit der Öffentlichkeit geteilt.  

    Höhepunkte im Jahr 2026

    The China Moment 

    24. Januar – 22. März 2026 
    Forschungsausstellung des documenta Instituts 
    Kasseler Kunstverein 

    Eröffnung: Freitag, 23. Januar 2026

    Die Ausstellung reflektiert die Zeit des Aufbruchs in der chinesischen Gegenwartskunst. Chinas Öffnung zur Welt am Ende des vergangenen Jahrhunderts und das Ende der Ära der Globalisierung wurden dabei in zahllosen Kunstwerken festgehalten. Das documenta Institut begegnet diesem „chinesischen Moment“ in einer Forschungsausstellung, die Kunstwerke und Archivalien, angefangen in den 1980er Jahren bis in die Gegenwart, zusammenführt.

    Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Künstler*innen in einer Zeit des Wandels ihre künstlerische Position zwischen Staat, Öffentlichkeit und persönlicher Erfahrung verhandelten. Sie entwickelten ihre individuelle Ausdrucksform.

    Die Ausstellung bringt die Sehnsüchte und Widersprüche dieser Zeit ans Licht und lädt dazu ein, einen prägenden Moment zu entdecken, der bis heute nachhallt.

    Catherine Opie: The Pause That Dreams Against Erasure 

    14. Februar – 19. Juli 2026 
    Fridericianum 

    Eröffnung: Freitag, 13. Februar 2026, 19 Uhr 
    Kindervernissage: Freitag, 13. Februar 2026, 17.30 Uhr 

    In ihrer Arbeit beschäftigt sich die Fotografin Catherine Opie damit, was einen Menschen ausmacht und welche Einflüsse seinen Charakter formen. Dabei untersucht sie, wie eine Loslösung von der vermeintlich gesellschaftlichen Norm durch alternative Lebensentwürfe möglich ist.

    Seit den frühen 1990er Jahren arbeitet die Künstlerin an einem komplexen Werk, das insbesondere Fotografien, aber auch Filme, Kunstbücher und Installationen umfasst. Opie, die 1961 in Sandusky, Ohio, geboren wurde und heute in Los Angeles lebt, knüpft dabei an die Traditionen der sozialorientierten Dokumentarfotografie des 20. Jahrhunderts an und unterzieht sie einer weitsichtigen, einfühlsamen Aktualisierung. Mit großzügiger Unterstützung der Rudolf Augstein Stiftung.

    Subverting Archival Practices. Documenting and Collecting, Data Management and Visual Representation 

    7. – 9. Mai 2026 

    Konferenz und Workshop des documenta archiv in Zusammenarbeit mit Barbara Büscher, Professorin für Mediengeschichte und Intermedialität an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig 
    Veranstaltungssaal im Fridericianum 

    Die Veranstaltung beschäftigt sich mit den Politiken und Logiken digitaler Infrastrukturen in archivarischen und künstlerischen Kontexten. Künstler*innen und Kurator*innen nutzen kommerzielle Internet-Plattformen als Arbeits- und Dokumentationsräume.

    Diese digitalen Tools werden mit Blick auf aktuelle Big Data-Entwicklungen zunehmend unsicherer. Die Konferenz fragt nach möglichen institutionellen und nicht-institutionellen Alternativen.  

    Charles Ray 

    22. August 2026 – 3. Januar 2027  
    Fridericianum 

    Eröffnung: Freitag, 21. August 2026, 19 Uhr 
    Kindervernissage: Freitag, 21. August 2026, 17.30 Uhr

    Charles Ray wurde 1953 in Chicago geboren und lebt seit 1981 in Los Angeles. Er gilt als einer der wichtigsten Bildhauer des 20. und 21. Jahrhunderts. Seit über fünf Jahrzehnten schafft er Kunstwerke, die sich durch Skulptur mit der zeitgenössischen Welt, seinem Leben und Konzepten zu Körperlichkeit und Spiritualität auseinandersetzen. Ray erklärt dazu, dass er nicht so sehr über die Bildhauerei nachdenkt, sondern vielmehr skulptural denkt. Im Laufe seiner Karriere hat er den Umfang seines Schaffens auf vielfältige Weise erweitert und neu definiert.

    Rays Arbeiten befassen sich mit der Kunstgeschichte, mit der Genese von Kunst und ihrer Installation im Raum. Für Ray muss eine Skulptur, wenn sie in den Raum eingebettet werden soll, aus Raum bestehen. Dies ist eine scheinbar widersprüchliche Aussage. Seine Werke können zwischen wenigen Gramm und fast zwanzig Tonnen wiegen.

    Nach seiner Teilnahme an der documenta 9 im Jahr 1992 freut sich das Fridericianum, nun Rays erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland zu präsentieren. 

    Zur Jahresvorschau 2026

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    Memory EP by Rotciv, presented via Melodize

    Rotciv returns with his dark, atmospheric EP ‘Memory’ on Melodize. Featuring remixes by Chinaski, Facets & Beartrax, out now.

    Rotciv is back with his new EP ‘Memory’, which marks the 20th release on Beartrax’s label Melodize. Throughout the record, the Berlin-based and native Brazilian producer explores his signature dark, mysterious, and atmospheric vibes. These vibes are shaped by the underground and queer club nights. The dance-floors that fuel his sound are refined over almost 30 years behind the decks.

    The EP maintains Melodize’s specialized sound deep-rooted in moody electronic principles. It opens with ‘Memory’, which presents a piercing, dark, synth dynamic. There are rich tonal textures in both harmony and melodies alike. Unapologetic, yet calming and reminiscent of a slow drive through the winter nights; cold, yet bold, sharp, and comforting.

    First to remix ‘Memory’ with a nostalgic, synth-heavy 80’s remix is Frankfurt-based DJ, producer, and visual artist Chinaski. Integrating his signature bold synth hooks into the track, Chinaski knows how to roll in with longing sentimentality. The remix features a bouncier approach with re-envisioned acoustic percussion and catchy synth arps, along with an eery dark disco feel.

    B Side

    On the B side, Rotciv kicks in with ‘Trintage’, which gives a sinister sensation with its hypnotising bass synth lines alongside contrasting, choir-like pads. Seeping with articulate poly-rhythmic synth arps, Trintage guides the listener to be indulged into a dream-like state. The EP exists on the border between both digital and analogue soundscapes. The music blurs the lines between fantasy and reality.

    Next up is New York-based Facets, founder of Samo Records. He takes on the next remix for ‘Trintage’. This version has a more electro-grunge techno approach. It consists of heavier four-to-the-floor kicks. These kicks accompany Rotciv’s hypnotic textures. Having shifted the synth melody rhythmically, a sense of space and tension is created within the soundworld of this track. The play between gritty bass-end synths along with softer, textured high-ends helps emphasize the groove injected into this remix.

    One last remix of ‘Memory’ by Melodize’s own label founder, Beartrax, rounds out the EP. Available exclusively via digital bonus, Beartrax features his deeply hypnotic aesthetic by driving in ethereal synths alongside cosmic arps and slow-rolling rhythmic and pulsating groove lines.

    This EP will be released on vinyl on the 21st of November followed by the digital release and bonus track on the 28th of November.

    Tracklist:

    • A1: Rotciv – Memory
    • A2: Rotciv – Memory (Chinaski Remix)
    • B1: Rotciv – Trintage
    • B2: Rotciv – Trintage (Facets Remix)
    • Digital Bonus – Rotciv – Memory (Beartrax Remix)

    Release Date: November 28th, 2025

    Indie Dance, Techno, Electronica

    Catalog Number MELODIZE020

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    Madbot EP (incl. Belaria Remix) distributed by Costello

    Costello’s Madbot EP blends emotional depth with sharp club energy, from hypnotic techno to rave intensity, capped by a powerful Belaria rework.

    With Madbot EP, Bordeaux-based electronic producer Costello sharpens his signature blend of emotional depth and club precision, delivering a release that feels both cerebral and instinctive.

    Automat

    Opening track “Automat” dives into melodic techno territory, driven by widescreen, cinematic synthwork that unfolds with a patient, hypnotic progression. It’s sleek yet evocative, tailor-made for late-night transitions.

    Mezze

    “Mezze” switches gears with a fluid triplet groove and uplifting synths that bring warmth and elevation, offering a luminous contrast to the EP’s darker edges.

    Madbot

    The title track, “Madbot”, hits with a rugged breakbeat pulse, its chant-like vocals echoing through layers of metallic percussion and shadowy atmospherics — a hybrid cut that blurs the line between introspection and raw kinetic force.

    Closing the release, rising French electronic producer Belaria pushes “Madbot” into faster, rave-leaning territory, amplifying its tension with a sharper club focus — a high-voltage rework that retains Costello’s emotional charge while cranking up the floor energy.

    Released on Lumière Noire, Madbot EP fits squarely within the label’s boundary-pushing aesthetic. It’s a statement piece from a producer steadily carving his lane in the contemporary underground.

    • Artist: Costello
      Release: Madbot EP (incl. Belaria Remix)
      Label: Lumière Noire Records
      Release Date: Nov 28, 2025, get it now
    • Tracks:
      1. Automat
      2. Mezze
      3. Madbot
      4. Madbot (Belaria Remix)

    About Costello

    Costello is a Bordeaux-based electronic music producer known for blending emotional depth with precise, club-driven design. His sound bridges melodic techno, breakbeat influences, and atmospheric electronics, creating tracks that feel both introspective and physically gripping.

    Steadily carving a name within the French underground, Costello’s productions stand out for their cinematic synthwork, nuanced rhythms, and a refined sense of tension. With releases on forward-thinking labels like Lumière Noire Records, he continues to push the boundaries of contemporary dance music while crafting a signature style that’s unmistakably his own.

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    Marc Elsner & Kimi Recor – ii via Wandering Astray

    A continuous field of vibration: live, single-take recordings where precision meets surrender, tracing thresholds between sound, silence, body, and atmosphere.

    Recorded and written in Berlin, ii and iii complete a trilogy of live master recordings by Marc Elsner and Kimi Recor. Each session was captured in a single take, preserving the unedited tension between precision and surrender. What emerges is a continuous field of vibration, where resonance and decay carry as much weight as melody or rhythm.

    “cosmient”

    The two albums move in opposing directions. One ascends toward expansion, the other descends into stillness. Together they trace a circular motion, exploring the thresholds between sound and silence, body and atmosphere. The duo describes their work as cosmient. This is a term for music that exists both inside and outside the world. It bridges inner perception and outer environment. It reaches beyond the genre boundaries of ambient, folding in elements of drone, experimental minimalism, and the sensorial listening practices found in sound art.

    Their approach draws from the lineage of Pauline Oliveros’ Deep Listening and the acoustic sensitivity of artists such as Éliane Radigue, Catherine Christer Hennix, and Ellen Fullman. Like these composers, Elsner and Recor treat tone as a living material, shaped by air, touch, and time. The use of gong, voice, analog synthesizer, and electric guitar transforms space into an instrument, allowing sound to reveal its own architecture.

    In this body of work, music is not an object but a state. It asks to be experienced as a continuum, an unfolding awareness of vibration that moves through and beyond the listener. ii and iii are less recordings than environments, portals into a listening that is both cosmic and intimate, a practice of becoming porous to sound itself.

    Details:

    • Artist: Marc Elsner & Kimi Recor
    • Release: ii
    • Label: Wandering Astray
    • Release Date: Dec 5, 2025

    A double album by Marc Elsner and Kimi Recor.
    Released by Wandering Astray.

    © FATdrop 2026

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    Felix Göllner Avatar
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    Kalipo: Alles (Club Versions & Remixes) via Iptamenos Discos

    Berlin-based Kalipo unveils his most personal album yet: Alles — psychedelic disco punk between club energy, raw emotion, and fearless transformation.

    With over 30 million streams, international shows, and releases on renowned labels like Iptamenos Discos, Ki Records, and Get Physical, Kalipo has become a fixture in the german electronic music landscape. In September Kalipo released his fifth studio album ‘Alles‘ which is perhaps his most personal work to date.

    Blending dark club energy, playful indie songwriting, and raw DIY aesthetics, the album delivers a body of work that balances sonic directness with emotional depth. On December 19th, he will expand the world of ‘Alles’ with a Digital Deluxe Edition. It features the original album alongside powerful remixes from AFFKT and Bizzarro Universe. Additionally, it includes eight club-focused versions crafted for the dancefloor.

    New Chapters in the making

    Now based in Berlin, Kalipo is a known producer. He is also a co-founder of projects like the legendary electropunk band Frittenbude. He co-founded the dark disco trio Dina Summer. On Alles, he confidently moves between genres, merging dark disco, post-punk, EBM, house, and songwriting into a sound he aptly describes as psychedelic disco punk.

    Across eleven tracks, Kalipo explores themes of fear, transformation, emotional turmoil, depression, desire, and love, all while offering a clear farewell to hegemonic masculinity. Sometimes dark, sometimes weightless, but always with intent. Vintage drum machines meet modern punchy snares, gritty synths meet shimmering guitars. His understated vocals – alternating between German and English – add a personal depth that’s rare in club music.

    Details:

    Release Date: Out now

    Via: Iptamenos Discos

    About:

    Iptamenos Discos is an independent electronic music label known for its raw, forward-thinking club sound. Rooted in dark disco, indie dance, and left-field electronics, the label has built a reputation for bold aesthetics, underground credibility, and releases that blur the line between dancefloor energy and artistic expression.

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