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    Marina Abramović: Balkan Erotic Epic. The Exhibition

    Es ist ihre erste große Einzelausstellung in Berlin seit den 1990er Jahren und versammelt Arbeiten aus den 1970er Jahren bis in die Gegenwart.

    Im Frühjahr 2026 präsentiert der Gropius Bau mit Balkan Erotic Epic. The Exhibition ein groß angelegtes Projekt der Performance- und Konzeptkünstlerin Marina Abramović. Die Ausstellung erstreckt sich über zehn Räume im Erdgeschoss sowie den frei zugänglichen Lichthof und das Restaurant Beba. Abramović bezeichnet das Vorhaben als „das ambitionierteste Werk meiner Karriere“.

    Eröffnung:
    14. April 2026, 19:00 Uhr
    Gropius Bau, mit Eröffnungsperformance und freiem Eintritt.

    15. April bis 23. August 2026
    Gropius Bau

    berlinerfestspiele.de/gropius-bau

    Ein Projekt zum Jubiläum der Berliner Festspiele

    Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums der Berliner Festspiele entsteht ein zweiteiliges, genreübergreifendes Projekt. Es besteht aus der Ausstellung im Gropius Bau und einer vierstündigen Bühnenproduktion. Diese wird im Oktober 2026 im Haus der Berliner Festspiele die Performing Arts Season eröffnen. Beide Formate greifen den Werkkomplex Balkan Erotic Epic auf, an dem Abramović seit 2005 arbeitet.

    Körper, Ritual und Mythos

    Die Ausstellung untersucht, wie Abramović den Körper als wirkmächtige Ressource einsetzt, um politische Strukturen, historische Narrative und die Mythologien des Balkans zu reflektieren. Zentrale Themen ihres Œuvres – Rituale, historische Erzählungen, Erotik und Tod – werden neu kontextualisiert.

    Seit Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn beschäftigt sich Abramović mit naturreligiösen Ritualen und der Vorstellung des Körpers als kollektiver Kraft: als Medium, um Fruchtbarkeit zu sichern, Naturzyklen zu beeinflussen und dem Tod gemeinschaftlich zu begegnen.

    Die Ausstellung gliedert sich in drei Kapitel: Der politische Körper, Erotik der Erde, sowie Erotik und Tod.

    Neue Arbeiten im Lichthof

    Den Auftakt bildet die neue Videoarbeit Tito’s Funeral (2025) im frei zugänglichen Lichthof. Sie greift die Beerdigung von Josip Broz Tito im Jahr 1980 auf – eine der größten öffentlichen Trauerfeiern des 20. Jahrhunderts.

    Tito’s Funeral aus der Serie Balkan Erotic Epic, Peformance Dokumentation, Factory International, 2025, Manchester, UK © Marina Abramović, Courtesy der Marina Abramović Archives / VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Marco Anelli

    Abramović verbindet ikonische Aufnahmen der Massen in Belgrad mit südosteuropäischen Trauerritualen, bei denen Frauen durch rhythmisches Klagen und körperliche Bewegungen kollektive Trauer ausdrücken. Der Körper wird hier zum Ort sozialer und politischer Ekstase – erotische Energie erscheint als Mittel der Transformation von Verlust.

    Ebenfalls im Lichthof entsteht mit Kafana (2025) eine Installation in Anlehnung an die traditionelle Balkan-Kneipe, die insbesondere im jugoslawischen Sozialismus als sozialer Freiraum fungierte. Besucher*innen sind eingeladen, Platz zu nehmen – unter dem Porträt Titos.

    Archaische Rituale und westlicher Blick

    Eine archäologische Keramikfigur aus dem 6. Jahrtausend v. u. Z., die einen vulvaähnlichen Unterleib darstellt, eröffnet den Rundgang. Sie verweist auf polytheistische Praktiken, in denen Sexualorgane als kosmologische Zentren verstanden wurden.

    In der Videoarbeit Magic Potions (2025) inszeniert Abramović eine vermeintliche Wissenschaftlerin, die Rituale rund um Fruchtbarkeit, Naturzyklen und Körperflüssigkeiten erläutert. Animierte Sequenzen visualisieren Praktiken wie das Beschwören von Regen oder Ernte durch sexuelle Gesten.

    „Rituals help you to get access to a certain kind of energy. Some of them go on for days and hours on end, so you get into a state of trance. The moment your brain stops thinking, the body can have its own wisdom.”

    — Marina Abramović

    Zugleich hinterfragt die Künstlerin ironisch den ethnografischen, westlichen Blick auf den Balkan und eignet sich spirituelle sowie ökologische Wissensformen neu an.

    Live-Performances

    Mehrere Live-Performances begleiten die Ausstellung, darunter eine Neuinszenierung von Nude with Skeleton (2002/2026). In dieser Arbeit bringt der atmende nackte Körper der Performer*innen ein aufliegendes Skelett in Bewegung – eine eindringliche Metapher für die physische Nähe von Leben und Tod.

    Marina Abramović, Nude with Skeleton, Performance für Video, Belgrade, 2002-2005 © Marina Abramović, Courtesy der Marina Abramović Archives / VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Attilio Maranzano

    Zur Eröffnung aktiviert ein Klagelied der serbischen Sängerin Svetlana Spajić die Installation Tito’s Funeral.

    Dialog mit früheren Werken

    Aktuelle Arbeiten treten in Dialog mit historischen Schlüsselwerken wie Rhythm 5 (1974), Lips of Thomas (1975/2005) und Spirit Cooking (1996).

    So wird Abramovićs kontinuierliche Auseinandersetzung mit Erotik als spiritueller, gesellschaftskritischer und gemeinschaftlicher Kraft sichtbar – ebenso wie ihre Reflexion über Sozialgeschichte, Folklore und Mythologie des Balkans.

    „Auch wenn es düster ist und sich mit dem Tod befasst, ist das neue Werk sehr lebensbejahend“, sagt Jenny Schlenzka, Direktorin des Gropius Bau. „Humor war schon immer Teil ihrer Arbeit – jetzt ist er ausgeprägter.“

    Über die Künstlerin

    Marina Abramović, 2025, Foto: Marco Anelli, 2025

    Marina Abramović zählt zu den Pionierinnen der Performancekunst. Seit den frühen 1970er Jahren entwickelte sie die Performance als eigenständige visuelle Kunstform entscheidend weiter. 2012 gründete sie das Marina Abramović Institute (MAI), eine Plattform für immaterielle und langfristige Performanceprojekte sowie die Weiterentwicklung der „Abramović-Methode“.

    2025 wurde sie von der Japan Art Association mit dem Praemium Imperiale für Skulptur ausgezeichnet.

    Publikation

    Begleitend erscheint die Publikation On the Erotic mit einem Interview mit der Künstlerin sowie Beiträgen von u. a. Agnes Gryczkowska, Audre Lorde, Svetlana Racanović, Silvia Federici, Mithu M. Sanyal, Elizabeth M. Stephens und Annie M. Sprinkle.

    Der Band ist Teil der Reihe Die Praxis – Was Künstler*innen bewegt*, herausgegeben von Jenny Schlenzka und Julia Grosse. Auf 128 Seiten reflektiert Abramović über weibliche Sexualität nach den Wechseljahren, die Erotik der Massen und ihre Beziehung zum Planeten – ergänzt durch Beiträge zu Politiken der Erotik, Öko-Sex und der Symbolik der Vulva.

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    Kasia Kucharska Autumn/Winter 2026: Latex and Motherhood

    Kasia Kucharska returns to Berlin Fashion Week with a personal collection, transforming latex into delicate forms exploring motherhood, care and resilience.

    Designer Kasia Kucharska made a comeback at Berlin Fashion Week after a season off. The Fashion Fund winner returned to the runway with a deeply personal collection.

    Through exploring the lived experiences of women through themes of care, motherhood, vulnerability and resilience Kucharska showcased a collection that felt universally resonant. Fragility becomes a strength as told by the designer whose reputation to utilise latex continues to be showcased post-comeback.

    Fetishwear recontextualised

    Through using liquid latex applied layer by layer to create garments directly onto mesh or fabric structures she challenges the traditional logic of fashion design, allowing garments to emerge gradually. Latex, historically associated with fetishwear or subcultural fashion, is completely recontextualised within Kucharska’s work. Instead of skin-tight pieces, the material appears as intricate patterns, lace-like structures that feel almost organic. 

    This technical experimentation also aligns with the brand’s broader commitment to sustainability and conscious production. By focusing on new manufacturing techniques and thoughtful material use, Kucharska positions her work to rethink fashion production.

    vulnerability, responsibility and resilience

    Having graduated from Berlin University of the Arts (UdK), Kucharska established her brand in 2021 and has cemented herself in Berlin Fashion Week.

    For Autumn/Winter 2026, Kucharska drew inspiration from the everyday experiences of women, particularly the emotional realities of care and motherhood. The collection explores how vulnerability, responsibility and resilience coexist within modern femininity. 

    Fragility in her work is seen as power as the garments become visual metaphors for emotional strength. This duality of delicacy and resilience is expressed throughout the collection’s design. Silhouettes move between enveloping shapes that appear to protect the body and second-skin pieces that emphasise intimacy and closeness. Sculptural volumes emerge unexpectedly from otherwise minimal forms, creating garments that feel simultaneously soft and structural.

    a sense of gravity and contrast

    The palette reinforces this conceptual narrative. Soft milky whites, beige tones and pastel hues evoke the familiarity of domestic interiors, while deep black introduces a sense of gravity and contrast. By keeping the colour palette restrained, Kucharska allows the material itself to become the central visual focus.

    Some looks resembled armour, while others felt almost like delicate second skins. Contrasts played a key role in communicating this tension. Structured pinstripe shirting collided with fluid materials, while glossy black latex appeared alongside plush textures in soft pinks and blues. These oppositions mirrored the emotional contradictions that the collection sought to express. The emotional extremes of motherhood were a prevalent theme in this collection.

    Deconstructed and reconstructed

    Garments often appeared adaptable, reflecting the realities of contemporary life. Shirts were deconstructed and reconstructed, clothing designed for women constantly navigating multiple roles and responsibilities.

    The collection catered to those on the constant move. Many garments appeared designed for women constantly navigating between different roles. Motherhood, care work and emotional labour often involve constant activity, yet these experiences remain largely invisible within cultural narratives. Through her collection, Kucharska makes these hidden forms of labour visible.

    Kasia Kucharska’s show was a lesson in movement and the different roles motherhood plays. Her intricate work on latex remains her signature appeal and is a lesson on the intricacy of modern craftsmanship.

    Erfahre mehr über Kasia Kucharska: kasiakucharska.com


  • „Pelze Multimedia: Legendärer FrauenLesben-Ort in Berlin“

    „Pelze Multimedia“ (1981–1996) – legendärer FrauenLesben-Kulturort in Berlin. Erinnerung, Kunst & Archiv im Schwulen Museum Berlin.

    Abschiedsgruß an „Pelze Multimedia“

    Zum 8. März, dem Internationalen Frauentag, erinnert das Schwule Museum Berlin mit einem Archiv-Fundstück an den legendären FrauenLesben-Ort „Pelze Multimedia“ (1981–1996) in Berlin-Schöneberg. Minimalistisch eingerichtet in Metall und Leder, mit Linoleumboden und Strandsand, war der Raum Treffpunkt für feministische und lesbische Künstler*innen: für Musik, Filmabende, Lesungen, Performances und avantgardistische Modenschauen.

    1996 strich der Senat die Förderung, der Hausverein kündigte, die letzten Betreiberinnen räumten das „Pelze“ leer und warfen den Schlüssel in den Gully. Der Abschiedsgruß lautete: „It was nice, but it’s over“. Die Kopiervorlage wanderte ins Archiv des SMU.

    Erinnerung und Referenzen

    Die Erinnerung an das „Pelze“ wird unter anderem durch Fotografien von Petra Gall, den Dokumentarfilm Subjekträume (2020) von Katharina Voß und Janin Afken sowie die Neonarbeit Pelze (2015) von Lena Rosa Händle lebendig gehalten. Diese Referenzstücke sind in der Ausstellung Feuer + Flamme für das Patriarchat zu sehen. Kurator Heiko Pollmeier ergänzte die Präsentation mit Szenenfotografien von Heike Overberg.

    Frauenrechte im internationalen Kontext

    Frauen-Räume und -Rechte werden auch international diskutiert, z. B. beim diesjährigen Human Rights Forum am 14. März in Sofia. Dort wird Luan Pertl über das sichere Sammeln und Archivieren von Geschichten für Minderheitengruppen sprechen. Der Besuch dient außerdem der Vernetzung des Museums mit europäischen Initiativen und Expert*innen.

    Neue Schenkungen in der Sammlung

    Die SMU-Kunstsammlung erhielt kürzlich zwei besondere Schenkungen:

    • Jiří Kolář (1914–2002), tschechischer Nachkriegskünstler, Collage Lesbisches Auto, zeigt oberflächlich Auto- und Schuldschein-Motive; bei genauerem Hinsehen eine erotische Szene mit zwei Frauen (Postkarte zu Courbet, Le Sommeil, 1866).
    • Hormazd Narielwalla, in Indien geboren, in London lebend, übermalte ein Schnittmusterbuch des 19. Jh. mit körperlichen Motiven und Blumenbildern à la Giorgia O’Keeffe (Fear of the Flower).

    Beide Werke illustrieren internationale Vernetzung, Collagetechniken und die Auseinandersetzung mit Minderheitenidentitäten.

    Ausblick auf Ausstellungen

    Cruising the Countryside eröffnet am 30. April.

    A Heart That Beats – queere ukrainische Kunst, bis 6. April 2026.

    Feuer + Flamme dem Patriarchat, bis 25. Mai 2026.

    Love at First Fight, bis 29. Juni 2026.

    Außerdem laufen Kooperationen mit KVOST, Mitte Museum, Werkbundarchiv und der Bonner Bundeskunsthalle.

    Engagement und Bildungsangebote

    Das SMU sucht weiterhin Ehrenamtliche für Café, Empfang und Veranstaltungsbetreuung – jeden zweiten Dienstag, nächste Info am 10. März. Für Jugendliche zwischen 14–22 Jahren startet das Ferienprogramm Queere Kiezgeschichten vom 30. März bis 2. April. Anmeldung: fuehrungen@schwulesmuseum.de.

    Führungen zu den Ausstellungen sind kostenlos; Museumseintritt separat. Mehr Infos: hier.

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    Boy Deluxe Releases New EP: Anti Social via Dark Roast Rec.

    Boy Deluxe drops “Anti Social,” an electro-punk anthem of isolation vs. connection. Written in LA, Berlin-born vibes, out March 6, 2026.

    “Anti-Social” is the lead single from the upcoming Boy Deluxe EP, Trespasser. The track was written in Los Angeles and released while the duo is spending a year in Berlin writing their next record.

    Artist: Boy Deluxe
    Release: Anti Social
    Label: Dark Roast Rec.
    Release Date: March 6, 2026

    Electro Punk, Darkwave, electronic

    The song explores the internal conflict of wanting to be part of the noise while needing to remain isolated. It’s about the specific tension of showing up to the party, but staying locked in your own head, a track for those who want to be in the room as long as they can keep their distance.

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    Matias Aguayo – Sentimientos Encontraos via Platoon

    Matías Aguayo returns with a playful, radical dance single introducing Anenoa — a joyful, rhythmic invitation to move, laugh, and connect.

    A Joyful First Taste of Anenoa

    Matías Aguayo returns with “Sentimientos Encontraos,” the first single from his upcoming album Anenoa, out May 29. Out March 6, the track offers an immediate, joyful entry point into a record. This record celebrates movement, humor, contradiction, and community. These elements are all central to Aguayo’s ever-evolving artistic language.

    “Sentimientos Encontraos” is sung in Spanish. It is a playful, irresistibly rhythmic dance song. The song is built around repetition, call-and-response energy, and a light-hearted sense of chaos. Catchy and radical in equal measure, it’s a track that thrives on dance floors. It remains disarmingly simple. It’s the kind of song people can sing, move, and laugh along to without thinking twice.

    Playful Chaos on the Dancefloor

    “I think ‘Sentimientos Encontraos’ is a good intro to the album as it is catchy and radical and silly,” says Aguayo. “It works perfectly on dance floors. People can easily follow the lyrics, sing along, and dance along. I hope it becomes a classic at wedding parties or anywhere people want to move — you can’t really listen to it without moving at least a little.”

    The single also introduces a physical dimension central to Anenoa: easy-to-learn dance steps designed to be shared, repeated, and embodied — a communal gesture that is reflected in the official video.

    Mexico’s Influence on a New Chapter

    In recent years, Aguayo’s move to Mexico has had a profound influence on his music and outlook. Immersed in local scenes and community-driven dance culture, he draws energy from the openness, humor, and collectivity of his surroundings — elements that pulse through “Sentimientos Encontraos” and the wider album. Performing regularly in Mexico has reinforced his instinctive, human approach to electronic music: direct, physical, and alive.

    Over the course of his career, Matias Aguayo has continuously reshaped the possibilities of electronic and dance music. From his early work with Closer Musik and his long-standing relationship with Kompakt, to the creation of Cómeme — a label synonymous with playful experimentation and genre-defying releases — Aguayo has remained committed to reinvention rather than retrospection.

    His solo albums and collaborative projects have earned international acclaim, while his live performances and DJ sets have taken him to clubs and festivals across Europe, Latin America, Asia, and beyond.

    A Career Built on Reinvention

    Rather than resting on legacy, Aguayo’s work has consistently pushed forward — embracing humor, vulnerability, and risk as creative tools. Anenoa continues this trajectory: a record rooted in rhythm, language, and shared experience, shaped by the places and people that surround him now.

    Details

    With “Sentimientos Encontraos,” Matías Aguayo sets the tone for an album that is joyous, contradictory, and deeply physical — music that invites participation as much as it rewards listening.

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    Loock Gallery: Renate Zeun | betroffen, März bis 25. April

    Renate Zeun richtet nach eigener Krebsdiagnose die Kamera auf sich und ihr Umfeld. Die Serie „betroffen“ (1983–84) macht Krankheit sichtbar – kühl und direkt.

    Die Arbeit betroffen zeigt Vintage-Abzüge aus Renate Zeuns gleichnamiger Fotoserie, die 1983-1984 aufgenommen wurden. Betroffen von einer Krebserkrankung richtet die Künstlerin die Kamera auf sich selbst und ihr nächstes Umfeld. Entstanden in einer Bildkultur, die sich lange gegen die Zirkulation von gealterten, kranken oder geschädigten Körpern gewehrt hatte, besteht das Werk auf Sichtbarkeit in einer Zeit, in der solche Bilder in der DDR gerade erst zulässig wurden.

    Auch international nutzen Künstler wie Jo Spence und Robert Mapplethorpe fotografische Mittel um Krankheit und körperliche Veränderungen anhand ihrer eigenen Körper nachzuzeichnen. Zeuns Fotografien sind weder bekennend noch allegorisch; stattdessen bewahren sie eine kühle, analytische Intensität, die die Distanz zwischen Betrachter und Betrachtetem aufhebt. Sie können auch als ein Akt des Widerstands gegen Schweigen, Auslöschung und sanktionierte Sichtbarkeit in Ihrer Zeit gesehen werden.

    Renate Zeun | betroffen

    Eröffnung | 6. März  | 15 – 20 Uhr
    6. März – 25. April, 2026
    Mi – Sa | 12 – 18 Uhr

    Die 35 Tafeln der Serie betroffen, die zuerst 1987 auf der X. Kunstausstellung der DDR gezeigt wurden, sind vom 6. März bis 25. April 2026 in der LOOCK Galerie zu sehen.

    Renate Zeun (*1946 in Radebeul) lebt in Berlin.­­­

    Renate Zeun | betroffen, März bis 25. April at Loock Gallery

    Renate Zeun, 10. Dezember 1983 © Renate Zeun, Courtesy LOOCK, Berlin

    The exhibition betroffen brings together vintage prints from Renate Zeun’s eponymous photographic series, produced in the first half of the 1980s, in which the East German artist turns the camera on herself. Created within a visual culture that long resisted the circulation of aged, ill, or damaged bodies, the work insists on visibility at a moment when such images were only just becoming permissible in the GDR.

    Zeun’s self-imaging resonates transnationally with artists such as Jo Spence and Robert Mapplethorpe, who similarly traced illness and corporeal change through their own bodies. Yet these photographs are neither confessional nor allegorical; instead, they sustain a cool, analytic intensity that collapses the distance between observer and observed.

    Renate Zeun | betroffen 

    6. März – 25. April 2026 | Mi – Sa | 12 – 18 Uhr

    On view at LOOCK Galerie from 6 March to 25 April 2026, betroffen frames the body as a political and affective site, where self-representation becomes an act of resistance against silence, erasure, and sanctioned regimes of visibility.

    Renate Zeun (*1946 in Radebeul) lives in Berlin.­­­

    LOOCK Galerie
    Ackerstr. 171, 10115 Berlin­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­

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  • #56: Trophäen In Der Einen Hand, Handschellen An Der Anderen

    Der Februar hat – seiner Kürze zum Trotz – Spuren hinterlassen, deren Echo noch lange nachhallen wird. Kolumne von Can Dündar.

    Entlang einer geopolitischen Bruchlinie, die von den USA bis in den Nahen Osten reicht, geriet die Welt ins Wanken. Während dieser Wochen saß ich im Schneideraum eines Dokumentarfilms, der genau diese tektonischen Verschiebungen in den Blick nimmt. Die Protagonist*innen unseres Films, den ich in Koproduktion mit der Deutschen Welle realisiere, überraschen sicher: »amerikanische Akademiker*innen im Exil«. Exil – dieses Wort verband man bislang eher mit Iraner*innen, Afghan*innen, Syrer*innen oder Kurd*innen. Doch »Trumps Amerika« hat diesen »Club der Exilierten« um eine weitere Gruppe erweitert: US-Amerikaner*innen.

    Der Autor des Buches Antifa, Mark Bray, ist ein US-amerikanischer Professor, der zu Protestbewegungen und Aktivismus forscht. Als sein Buch 2017 erschien, blieb es zunächst weitgehend unbeachtet. Doch nachdem Trump »Antifa« zur »Terrororganisation« erklärt hatte, geriet auch ihr Autor ins Visier der Öffentlichkeit. Unfreiwillig wurde er als »Mr. Antifa« bekannt und sah sich massiven Drohungen ausgesetzt. In den USA existiert inzwischen die Website (https://www.professorwatchlist.org/), auf der Lehrende überwacht und öffentlich angeprangert werden.

    Die konservative Studierendenorganisation »Turning Point USA« führt dort eine »Professor Watchlist«, auf der Dozent*innen gemeldet werden können, die angeblich »Studierende mit linken Ideen vergiften«. Wer auf dieser Liste landet, muss mit erheblichen Konsequenzen rechnen. Nachdem zwei seiner Studierenden eine Unterschriftenkampagne gegen ihn gestartet hatten und seine Privatadresse in sozialen Medien kursierte, verließ Bray mit seiner Frau und seinen beiden Kindern überstürzt das Land und ging nach Madrid. Dort sagte er mir, dass sein Buch nichts mit »Terrorpropaganda« zu tun habe, sondern einzig eine wissenschaftliche Untersuchung von Antifa als Protestbewegung sei.


    Während ich ihm zuhörte, dachte ich an die Türkei und die Initiative »Wir werden uns an diesem Verbrechen nicht beteiligen«. Anfang 2016 hatten über zweitausend Akademiker*innen ein Friedensmanifest unterzeichnet, das ein Ende der Kämpfe und Menschenrechtsverletzungen in den kurdischen Gebieten forderte. Präsident Erdoğan beschuldigte die Akademiker*innen – ähnlich wie Trump – der »Terrorpropaganda«, nannte sie »Pseudo-Intellektuelle« und stellte sie öffentlich an den Pranger. Ein regierungsnaher Mafioso drohte sogar, in deren Blut zu baden.

    Viele der »Friedensunterzeichner*innen«, die auf schwarzen Listen landeten, wurden von ihren Universitäten entlassen. Einige kamen in Haft, andere gingen ins Exil. Mit manchen teilen wir heute unser Schicksal in Deutschland. Diejenigen, die sich einst für die USA entschieden hatten, beobachten nun erstaunt, wie ihre amerikanischen Kolleg*innen ihrerseits ins Exil gehen.

    Gegen die Unterzeichner*innen des Friedensmanifests wurde schließlich Anklage erhoben. Ich war als Journalist bei der ersten Verhandlung anwesend. Es war schmerzhaft zu sehen, wie unsere Akademiker*innen wegen des »Verbrechens«, Frieden gefordert zu haben, vor einem Strafgericht standen. Einer der Angeklagten war der Regisseur Emin Alper, bekannt durch international preisgekrönte Filme wie Tepenin Ardı (Hinter dem Berg) und Abluka (Frenzy). Wie Mark Bray hatte auch er über Studierendenbewegungen der 1960er Jahre promoviert. In seiner Verteidigungsrede sagte Alper:

    »Als ich den Brief unterzeichnete«, hatte ich kein anderes Ziel als die Forderung nach Frieden – und kann auch kein anderes haben. Deshalb weise ich den Vorwurf der Terrorpropaganda zurück.«


    Ausgerechnet Emin Alper gewann in diesem Jahr auf der Berlinale den Silbernen Bären. In seiner Dankesrede sandte er Solidaritätsgrüße an politische Gefangene, die seit Jahren in Haft sitzen. Obwohl ihm bewusst war, wie sensibel das Festival auf politische Botschaften und Solidaritätsbekundungen für Palästina reagiert, sagte er: »An die Menschen, die in Gaza, im Iran, in Rojava und im Nahen Osten für ihre Rechte kämpfen: Ihr seid nicht allein. Und auch mein Volk (…) wir werden nicht allein sein.«

    Und worum ging es im Film Gelbe Briefevon İlker Çatak, der dafür den Goldenen Bären erhielt? Zwei Künstler*innen werden wegen der Unterzeichnung einer Friedenserklärung von der Universität, an der sie arbeiten, entfernt. Sie geraten unter staatlichen Druck, werden zerrieben zwischen Idealen und Existenzangst, während ihr Leben Stück für Stück auseinanderfällt. Eine Realität, die in der Türkei Hunderttausende erleben mussten – entlassen durch einen gelben Brief.

    Çatak sagte auf der Pressekonferenz, alle Beteiligten seien ein großes Risiko eingegangen, die Hauptdarstellerin Özgü Namal jedoch meinte, der Film hätte auch in der Türkei gedreht werden können – und erhielt dafür von dort viel Zuspruch. Ich bin mir da nicht so sicher. Der staatliche Druck auf die Kunst hat in den vergangenen Jahren massiv zugenommen.

    Der Dokumentarfilm Kanun Hükmü (Ausnahmezustand), der ein ähnliches Thema behandelt, fand keinen Vertrieb, Sondervorführungen wurden von Provinzgouverneuren untersagt und der kurdischsprachige Film Rojbaş wurde als »für den Vertrieb nicht geeignet« eingestuft und verboten.

    Selbst Trailer des Films Exodus wurden auf YouTube blockiert. Beim Istanbuler Filmfestival wurde die Sektion »Queer Cinema« gestrichen und das MUBI-Festival wurde abgesagt, nachdem der Film Queer mit Daniel Craig von lokalen Behörden verboten worden war.

    Die Produzentin Çiğdem Mater, die Emin Alper auf der Berlinale-Bühne explizit grüßte, wurde verurteilt, weil sie beabsichtigt habe, einen Dokumentarfilm zu drehen, den sie jedoch nie realisiert hat. Seit fast vier Jahren sitzt sie dafür im Gefängnis. Viele oppositionelle Filmschaffende können in der Türkei mangels Förderung oder aufgrund von Repressionen nicht mehr arbeiten und wer arbeitet, tut es im Schatten der Selbstzensur.

    Auch deshalb ist der Erfolg der deutsch-französisch-türkischen Koproduktion Gelbe Briefe von besonderer Bedeutung.


    Am dem Tag, als ich ins Kino ging, um diesen Film zu sehen, erreichte mich die Nachricht von einer neuen Untersuchung in der Türkei. Mitte Februar hatten 168 Personen – darunter Journalist*innen, Schriftsteller*innen, Künstler*innen und Akademiker*innen – unter dem Titel »Wir verteidigen die Laizität« eine Erklärung gegen religiöse Einflussnahme veröffentlicht. Innerhalb weniger Tage unterzeichneten über zwanzigtausend Menschen diese Erklärung. Die Erstunterzeichner*innen wurden umgehend von der Staatsanwaltschaft vorgeladen.

    Auch an diesem Tag erfuhr ich, dass der Türkei-Korrespondent der Deutschen Welle, Alican Uludağ, wegen »Beleidigung des Präsidenten« festgenommen worden war – ein Vorwurf, der regelmäßig genutzt wird, um Kritiker*innen mundtot zu machen. Zeitgleich entschied in Deutschland ein Staatsanwalt, es stelle keine Beleidigung dar, den Kanzler auf Facebook »Pinocchio« zu nennen.


    Während ich im Kinosaal also auf den Beginn von Gelbe Briefe wartete, und durch die Meldungen über vorgeladene Akademiker*innen und festgenommene Journalist*innen scrollte, ging die nächste Meldung ein: Der deutsche Kulturstaatsminister Wolfram Weimer fordere die Absetzung der Berlinale-Direktorin Tricia Tuttle. Unter Bezugnahme auf palästinabezogene Proteste hatte er erklärt: »Die Berlinale darf kein Ort für Hassrede, Drohungen oder Antisemitismus sein.«

    Hatte Emin Alper mit seiner Dankesrede auch die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland berührt?

    Der Februar war kurz. Doch die Debatten, die er ausgelöst hat, sind von langer Dauer. Weltweit wird um die Grenzen der Meinungsfreiheit gerungen. Gedankenräume verengen sich, Ehrungen und Strafen folgen dicht aufeinander. Und wir sprechen, schreiben und produzieren weiter – mit Trophäen in der einen Hand und Handschellen an der anderen.

    Übersetzung aus dem Türkischen von Çiğdem Özdemir

    Maxim Gorki Theater
    Am Festungsgraben 2,
    10117 Berlin
    https://www.gorki.de/ 

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  • Was bedeutet es, im Jahr 2026 Feminist:in zu sein?

    Sie wollen mehr als nur Gleichberechtigung der Geschlechter: Feminist*innen hinterfragen Machtstrukturen, leben Solidarität und machen Ungleichheit sichtbar.

    Ein Begriff zwischen Konsens und Konflikt

    Kaum ein politischer Begriff ist heute gleichzeitig so präsent und so umstritten wie der Feminismus. In vielen westlichen Gesellschaften gehört die Forderung nach Gleichberechtigung längst zum moralischen Konsens. Kaum ein Unternehmen würde öffentlich bestreiten, dass Frauen und Männer gleiche Rechte haben sollten. Gleichzeitig taucht der Begriff Feminismus immer häufiger in politischen Kulturkämpfen auf: als Kampfbegriff, als Selbstbezeichnung, als Marketingstrategie und politisches Intsrument.

    Image by: Joe Planas

    Diese Ambivalenz ist kein Zufall. Einerseits scheint der Feminismus historische Ziele erreicht zu haben. Frauen haben Wahlrecht, Zugang zu Bildung und formale Gleichstellung vor dem Gesetz. Gleichermaßen zeigen Statistiken Unterschiede in Einkommen, politischer Repräsentation oder der Verteilung von unbezahlter Sorgearbeit. Die Frage, ob Feminismus noch notwendig ist, wird deshalb immer wieder neu gestellt. Die Antwort vorab: ja.

    Von der Gleichberechtigung zur Gesellschaftsanalyse

    Historisch entstand Feminismus als politische Bewegung gegen konkrete rechtliche Ausschlüsse. Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelte sich daraus jedoch zunehmend auch eine umfassendere Analyse gesellschaftlicher Machtstrukturen. Einen entscheidenden Impuls lieferte die Philosophin Simone de Beauvoir. In ihrem Werk Das andere Geschlecht argumentierte sie, dass Geschlecht nicht allein biologisch bestimmt sei. Es werde wesentlich durch gesellschaftliche Erwartungen geformt.

    Image by Markus Winkler

    Spätere Theorien gingen noch weiter. Die Philosophin Judith Butler etwa beschrieb Geschlecht als etwas, das in sozialen Praktiken ständig hervorgebracht wird. Es wird durch Sprache, Gesten, Kleidung oder institutionelle Regeln bestätigt. Feminismus wurde damit nicht nur zu einer Bewegung für Rechte, sondern auch zu einer kritischen Perspektive auf gesellschaftliche Normalität.

    „Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht.“


    Simone de Beauvoir aus dem Buch Das andere Geschlecht

    Ein Jahrhundert später hat sich dieser Blick noch einmal durch den intersektionalen Feminismus erweitert. Das Konzept der Intersektionalität wurde von der Juristin Kimberlé Crenshaw geprägt. Es beschreibt, wie verschiedene Formen von Diskriminierung sich überschneiden können. Dazu gehören Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe oder soziale Klasse. Feministische Analysen richten sich daher zunehmend auf komplexe Machtverhältnisse, die sich nicht auf eine einzelne Kategorie reduzieren lassen.

    Feminismus im digitalen und kulturellen Raum

    Eine Besonderheit der Gegenwart besteht darin, dass feministische Ideen nicht mehr nur in politischen Bewegungen oder akademischen Debatten auftauchen. Sie sind Teil der Popkultur geworden. In sozialen Medien verbreiten sich feministische Begriffe und ihre Geschichte in rasanter Geschwindigkeit. Kampagnen wie #MeToo, der Fall der Französin Julie Pelicout und die Epstein Files haben gezeigt, wie digitale Öffentlichkeit strukturelle Probleme sichtbar machen kann.

    Diese strukturellen Übergriffe und Machtrukturen waren lange unsichtbar geblieben. Jedoch zeigt der Diskurs auch, wie schlecht es um die Frauen in der Gesellschaft steht und wer sich die Konsequenzen der systematischen Einsparungen von Geldern zum Schutz von Frauen und Kindern durch den Staat auf unsere Gesellschaft auswirken.

    Gleichzeitig entstehen neue Spannungen. Wenn Unternehmen mit feministischen Slogans werben oder Popstars feministische Botschaften in ihre Marken integrieren, verschwimmen die Grenzen zwischen politischem Engagement und kultureller oder persönlicher Inszenierung.

    Kritiker sprechen deshalb von einer Kommerzialisierung des Feminismus. Eine Situation, in der Gleichberechtigung zu einem Lifestyle-Label wird, ohne dass gesellschaftliche Machtverhältnisse hinterfragt werden oder diese sich grundlegend verändern.

    “The Future is Female” by Sinitta Leunen

    Ein Phänomen, welches die letzten Jahre den Absatz vieler Unternehmen in die Höhe schnellen ließ. Überall waren die Slogans “The Future Is Female” oder “All Men Shoud Be Feminist” zu lesen. Durch soziale Medien wurden aus diese Art ganze Datenbanken und Kapitalmärkte mit dem politischen Engagement gefüttert und später zensiert. Gleichzeitig wird es leiser von Seiten der einstigen Allianzen. Zugunsten tradierter Rollenbilder wie denen der Tradwives und der Komfortzone des Kapitalismus.

    Konflikte innerhalb der Bewegung

    Ein weiteres Merkmal des Feminismus der Gegenwart ist die innere Vielfalt – und die Konflikte, die daraus entstehen. Unterschiedliche Strömungen vertreten teilweise sehr verschiedene Vorstellungen davon, welche politischen und sozialen Ziele prioritär sind. Oder darüber wie bestimmte gesellschaftliche Fragen behandelt werden sollten.

    Image by: Samantha Sophia

    Debatten über Geschlechtsidentität, inklusive Sprache, führen die Spitzenthemen an. Weitere Gebiete wie die Rolle von Sexarbeit oder die Einbindung von Männern in feministische Bewegungen zeigen, dass Feminismus keine einheitliche Ideologie darstellt. Vielmehr handelt es sich um ein offenes politisches und gesellschaftliches Feld, in dem verschiedene Perspektiven koexistieren und Synergien erzeugen.

    „Feminismus ist eine Bewegung, um sexistische Unterdrückung zu beenden.“

    Bell Hooks

    Diese Konflikte werden jedoch häufig als Schwäche interpretiert. Man kann sie jedoch auch als Zeichen einer lebendigen politischen Tradition verstehen. Eine Bewegung, die sich ständig neu definieren muss, weil sich auch die gesellschaftlichen Bedingungen und unser Weltbild verändern.

    Image by: Rochelle Brown

    Dabei überlappen viele Ziele des Feminismus mit dem kollektiven Bedürfnissen einer Gesellschaft. Gleichberechtigung und faire Löhne für geleistete Arbeit, ein sozialer gesellschaftlicher Zusammenhalt und gewaltfreie Konfliktlösungen. Als Grundwerte einer modernen Demokratie und nicht erst wenn es bereits zu spät ist.

    Eine offene Frage

    Was es bedeutet, 2026 Feminist*in zu sein, lässt sich daher nicht auf eine einzelne Definition reduzieren. Für manche bedeutet es, weiterhin gegen konkrete Ungleichheiten zu kämpfen. Für andere ist Feminismus vor allem eine kritische Perspektive auf gesellschaftliche Machtstrukturen und beginnt bereits im Kleinsten. Wieder andere verstehen ihn als kulturelle Haltung oder als solidarische Praxis.

    Fakt ist: Jeder Femizid ist ein Leben zu viel, welches durch die Hand von einem Mann ausgelöscht wurde. Nicht die Kleidung macht eine Frau zum Opfer, die Männer sind es. Jede FLINTA Person, die systematisch vom Patriarchat unterdrückt wird, Angst vor dem eigenen Zuhause haben muss und weniger verdient als ein Mann – ist ein Mensch zu viel, welche dieses gewaltvolle System stützt. Das können wir uns angesichts des globalen Rechtsrucks als Demokratie nicht mehr leisten, den Schutz der Männer über den, der weiblich gelesenen Gesellschaft zu stellen.

    Vielleicht liegt gerade darin die anhaltende Bedeutung des Feminismus. Wir brauchen die Feminist*innen heute mehr denn je, um nicht in faschistische Abgründe oder in koloniale Zeiten zu rutschen. Feminismus ist daher keine abgeschlossene Theorie, vielmehr eine fortlaufende Debatte darüber, wie Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit in einer modernen Gesellschaft verwirklichen kann. Vor allem aber darüber, wer in dieser Debatte überhaupt gehört wird.

    #frauenstreik

    09.März2026

    Mehr Informationen auf https://toechterkollektiv.de

    Images via http://unsplash.com

    #writtenby:

    Alexander Renaldy Avatar
  • ,

    Elninodiablo Returns with ‘A Universe Inside’

    Elninodiablo returns with A Universe Inside—an EP of haunting textures, ethereal vocals, and experimental beats, bridging ambient and rave worlds.

    This year marks a bold new chapter for Elninodiablo. Ahead of his highly anticipated second studio album, the producer unveils ‘A Universe Inside’—an EP that doesn’t just play; it breathes. Echoing the introspective depth of 2021’s ShadowPlay, this new collection is a masterclass in sonic world-building.

    A Cinematic Prelude to a Landmark Year

    The journey begins with ‘Nowhere to Hide’, the first single from his new album, featuring the ethereal vocals of Elodie Gervaise and the rhythmic mastery of Sudha Kheterpal (Faithless). It is a haunting, psycho-spiritual exploration where Boards of Canada-esque textures meet raw, rolling live percussion.

    From the dubby, obsidian depths of ‘Identify As…’ to the high-octane transformation of Ojerime’s ‘Give It Up 2 Me’ on ‘Losing My Mind’, the EP is a bridge between two worlds. One world is the internal sanctuary of ambient sound design. The other is the thundering energy of experimental techno and early 90s rave.

    Details:

    Artist: Elninodiablo
    Release: A Universe Inside
    Label: el nino diablo music
    Release Date: March 6, 2026

    Tracks:
    01 Nowhere To Hide feat. Elodie Gervaise
    02 Identify As….
    03 Losing My Mind

    About The Artist

    Elninodiablo (real name Stephanos Pantelas) is a Berlin‑based producer, DJ, and curator whose work spans dub, psychedelia, disco, electronica and experimental club music. Born in Cyprus, he began with pirate radio. He then moved to London in the 1990s. There, he became a fixture at queer underground venues like The End, Turnmills and Fabric. Later, he worked in music PR representing artists such as Horse Meat Disco, Salsoul Records and Fat Freddy’s Drop.

    Now anchored in Berlin, he co‑founded the queer collective and night Lunchbox Candy, a platform for avant‑garde sound, performance and community that has grown into a key fixture of the city’s nightlife.

    His music fuses organic sounds, field recordings, live instrumentation, synths and drum machines with a conceptual, fluid approach to genre. This shows decades of global travel. It reflects deep engagement with dance culture. His production philosophy is driven by intuition and embodied experience. Releases on his own label El Niño Diablo Music include the critically noted ShadowPlay (2021) and the debut album The Downey Groove (2025). Both albums are rooted in emotional depth and textural exploration.

    #writtenby:

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