Uraufführung: Androgynous. Portrait Of a Naked Dancer.

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Readingtime:
2–3 minutes

ANDROGYNOUS ist ein Projekt von Lola Arias in Zusammenarbeit mit River Roux, einer Performerin und Pole-Tänzerin. Zusammen mit Bishop Black und Dieter Rita Scholl tritt Roux in die Fußstapfen von Anita Berber und anderen legendären Figuren des Berlins der 1920er Jahre.

„Ich tanze, weil ich sonst verrückt würde.“

Anita Berber

Obwohl Berbers Leben kurz war, ist ihr Vermächtnis unvergessen: Mit ihren Performances, die von Geschlechterambiguität, Erotik, Horror und Ekstase geprägt waren, überschritt sie Normen. Dennoch wird ihr Wirken in der Berliner Gegenkultur oft auf Skandale reduziert.

In einem Raum, der an einen Nachtclub und ein Kabaretttheater erinnert, verkörpern die Darsteller*innen ihre Alter Egos von vor hundert Jahren. Auf der Bühne rekonstruieren sie – mit Hilfe von Kritiken, Fotos, Stummfilmen und Polizeiberichten – Tänze und Performances, die für eine Gesellschaft, die gerade den Ersten Weltkrieg hinter sich hatte, radikal und provokativ waren.

Was bleibt von diesen legendären Performances, die durch den aufkommenden Konservatismus am Ende der Weimarer Republik zensiert und verboten wurden? Wie können wir eine Kunst rekonstruieren, wenn wir nur wissen, was in Polizeiberichten steht? Wie viel von der Kunst, die wir heute schaffen, wird morgen zensiert und verschwunden sein?

Weitere Infos & Tickets

  • TAGESKASSE
  • Am Festungsgraben 2 (im Foyer)      
  • Mo–Sa: 12–18:30 Uhr                
  • So/Feiertag: 16–18:30 Uhr 
  • ABENDKASSE
  • Am Festungsgraben 2 (im Foyer)    
  • Eine Stunde vor Vorstellungsbeginn
  • Telefon: 030 20221-115
  • (Fax -128)
  • E-Mail: ticket@gorki.de

Historische Figur: Anita Berber

Anita Berber (1899–1928) war eine der schillerndsten und radikalsten Künstlerinnen der Weimarer Zeit – Tänzerin, Schauspielerin, Dichterin, Provokateurin und Symbol einer ganzen Ära.

Sie wurde in Leipzig geboren und wuchs in Berlin auf. Schon früh suchte sie die Bühne: erst als Ausdruckstänzerin, bald als Schauspielerin im Stummfilm. Doch berühmt – und berüchtigt – wurde sie vor allem für ihre ekstatischen, erotisch aufgeladenen Tanzperformances, die Tabus brachen und die Grenzen zwischen Kunst, Körper und Rausch ausloteten.

Ihre Auftritte – oft nackt oder in transparenten Stoffen, begleitet von düsteren Themen wie Tod, Drogen, Sexualität und Dekadenz – waren Ausdruck einer Generation, die nach dem Ersten Weltkrieg nach neuen Formen des Lebens und Fühlens suchte. Sie verkörperte eine androgyne Sinnlichkeit, die bis heute fasziniert.

Berber lebte exzessiv: Sie tanzte in Clubs und Kabaretts, schrieb Gedichte („Tanz des Lasters, des Grauens und der Ekstase“), bewegte sich zwischen Drogenexzessen, Skandalen und intensiven Liebesbeziehungen – mit Männern und Frauen.

Ihr Leben endete früh: Mit nur 29 Jahren starb sie an Tuberkulose, ausgelaugt vom Rausch, der sie berühmt gemacht hatte. Doch ihr Einfluss blieb – sie wurde zur Ikone des Expressionismus und der queeren Subkultur.

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