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Nicole L’Huillier: Klangräume zwischen Traum & Wirklichkeit

In Rehearsal Room verwandelt Nicole L’Huillier Klang, KI und Stimme in ein immersives Schlaflabor, das Besucher*innen zum Träumen und Horchen einlädt.

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2–3 minutes

Experimenteller Klangraum in Berlin

Im Frühjahr 2026 zeigt die Schering Stiftung die Ausstellung „Rehearsal Room“ der chilenischen, in Berlin lebenden Künstlerin Nicole L’Huillier. Der Titel verweist sowohl auf den Probenraum als auch auf eine besondere Klangumgebung. L’Huillier verwandelt den Ausstellungsraum mithilfe von Komposition, künstlich erzeugten Klängen und Vokalstimmen in einen Ort des Experimentierens, der die Besucher*innen auf die Welt des Träumens einstimmt.

[:de]Poträt Nicole L’Huillier [:en]Potrait Nicole L’Huillier

Klang als körperliche Erfahrung

Die Klänge sind sorgfältig ausgewählt und arrangiert, sodass sie die Besucher*innen direkt beeinflussen: Gehirnaktivität und Herzrhythmus passen sich den beruhigenden Frequenzen an. So entsteht ein Synchronisationsraum, der Ruhe und Rückzug bietet, zugleich aber zur bewussten Auseinandersetzung mit ungewohnten körperlichen und kognitiven Erfahrungen einlädt. L’Huillier kombiniert dabei digitale Sounds mit Stimme, Gesang und Naturaufnahmen, um eine vielschichtige Soundscape zu schaffen.

Zusammenarbeit und Sounddesign

DE: Installationsansicht der Ausstellung „Rehearsal Room“ im Projektraum der Schering Stiftung, Berlin, 2026, Foto. EN: Installation view of the exhibition “Rehearsal Room” in the Schering Stiftung Project Space, Berlin, 2026.

Der Klangraum ist das Ergebnis von L’Huilliers langjähriger Arbeit mit Frequenzen, die den Zugang zu veränderten Bewusstseinszuständen ermöglichen. Unterstützt wurde sie dabei vom kolumbianischen Produzenten und Klangkünstler Nyksan, der über das Berliner Künstler*Programm des DAAD eingeladen wurde. Gemeinsam entwickelten sie vor Ort den Soundtrack der Ausstellung.

Drei immersive Zonen

Ruhezone: Kissen und Akustikschaummatten mit beruhigenden Geräuschen – etwa Katzen-Schnurren, Herzrhythmen oder Meeresrauschen – lassen die Besucher*innen in eine wirkungsvolle Klangwelt eintauchen.

Traumchor: Ein digital-analoger Hybridchor erzeugt Flüsterlaute und wispernde Geräusche, die aus Traumberichten einer Onlinedatenbank generiert wurden. Nur wer aufmerksam horcht, kann die Geschichten erkennen.

Forschungszone: Expert*innen der Schlafforschung, darunter Prof. Dr. Björn Rasch (Université de Fribourg) und Dr. Karen Konkoly (Northwestern University), erläutern die gesundheitlichen Vorteile von Schlaf, die Wirkung von Frequenzen auf die geistige Aktivität und das Potenzial luziden Träumens. Künstlerische Beiträge zu kollektivem Träumen ergänzen die Ausstellung, etwa von Nomasmetaforas oder Precious Okoyomon.

    Traumforschung trifft Kunst

    Installationsansicht von „Rehearsal Room“, Nicole L’Huillier, 36. Ljubljana Biennale of Graphic Arts, 2025
    Foto: Gregor Gobec. MGLC Archive

    Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit Traum- und Schlafforscher Dr. Adam Haar Horowitz, der sich auf hypnagogische Bilder beim Einschlafen spezialisiert. Er sensibilisiert sowohl durch seine wissenschaftliche Arbeit als auch durch Projekte mit Künstler*innen für die Bedeutung von Träumen, Tagträumen und mentalem Abdriften.

    Immersiver Erfahrungsraum

    „Rehearsal Room“ ist zugleich Schlaflabor und immersive Erfahrung. Der Fokus liegt auf Akustik, Technologie und Resonanz, auf körperlichem Hören und der bewussten Auseinandersetzung mit unbewussten Prozessen. Die Ausstellung lädt dazu ein, in Klang und Traum einzutauchen und den eigenen Wahrnehmungshorizont zu erweitern.

    Erfahren Sie mehr über das Projekt hier.

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