Burning Bright in the Forest of the Night

Burning Bright in the Forest of the Night

Im Rahmen der Berlin Art-Week lädt die BBA zur ersten Einzelausstellung der Künstlerin Katarina Kudelova ein. Ihr Sujet: das Verhältnis von Mensch und Natur.

Burning Bright in the Forest of the Night, zu Deutsch: ‘Hell brennend in der Nacht’, ist die erste Einzelausstellung der slowakischen Künstlerin Katarina Kudelova in Deutschland und in der BBA Gallery. Kudelova, die inzwischen in Frankreich lebt, belegte im vergangenen Jahr den 1. Preis beim BBA-Künstlerpreis 2022.

Die Jury überzeugte sie vor allem mit ihrer unkonventionellen Performance-Installation ‚Deer and Hunter‘ – Hirsche und Jäger-, die aus Feuerwerkskörpern und Zündschnüren bestand und die vor den Augen der Zuschauer buchstäblich in Rauch aufging.

Hintergrund

Bei Kudelovas archetypischen Figuren innerhalb von ländlichen Schauplätzen, handelt es sich oftmals um Auszüge aus Fabeln. ‚Burning Bright in the Forest of the Night‘ ist eine Sammlung von zeitgenössischen Geschichten, die immer eine Warnung im Kern tragen. Im Mittelpunkt ihrer alptraumhaften Märchen stehen Themen wie Schicksal, Sterblichkeit sowie die fatalen Auswirkungen, die den Tieren wie Menschen gleichermaßen widerfahren.

Kudelovas Installationen sind Tragödien auf einer performativen Ebene. In Schwarzpulver gezeichnet, mit Feuerwerkskörpern beladen und durch einen einzigen Funken in Bewegung gesetzt, haben die Menschen wie Tiere gleichermaßen ein vorbestimmtes Schicksal.

Von der Zerstörung umgarnt, endet ihr unausweichliches Schicksal in Asche und Rauch. Der Zuschauer kann nicht eingreifen, um sich nicht selbst in die Schusslinie zu begeben. Nach der Katastrophe wird der Zuschauer daran erinnert, dass diese Kettenreaktion ungewollt durch die rücksichtslose Missachtung des Gleichgewichts der natürlichen Welt durch den Menschen ausgelöst wurde. 

Bei ‚Burning Bright in the Forest of the Night‘ handelt es sich um eine Ausstellung, die durch Kudelovas unkonventionelle Materialien in Kombination mit einem ausgewogenen Verhältnis von dynamischen, farbenfrohen Werken eine kindliche Neugierde der Betrachter weckt. Der Inhalt der Ausstellung bietet einen direkten Zugang zu schwierigen Themen, die unsere Lebensweise und unsere Existenz bedrohen. 

Von Gut zu Böse und umgekehrt

Feuerwerkskörper wurden ursprünglich in China erfunden, um böse Geister zu vertreiben. Im Laufe der Jahrhunderte wurden sie irgendwann zu einer Quelle der Belustigung, bevor sie schließlich als zerstörerische Waffen eingesetzt wurden. Die Feuerwerkskörper in Kudelovas Werk stehen für das wachsende Ungleichgewicht in der Beziehung zwischen den Menschen und der Tierwelt.

Der Mensch als Erfinder des Schießpulvers und der Feuerwerkskörper hat es geschafft, ein ursprünglich gutartiges Werkzeug bewusst umzufunktionieren und zwar mit der Absicht, Schaden anzurichten, zu verletzen und Kriege zu führen.

Als Grundlage von Kudelovas Werken erscheinen diese vergänglichen Materialien in ihrer Unbarmherzigkeit gnadenlos. Durch den Prozess der Umwandlung von der Schönheit und Vollkommenheit ihrer Werke (Tierskulpturen aus Feuerwerkskörpern) in die Auflösung zu Aschehaufen- und Rauchschwaden werden die Kunstwerke zum Teil eines Prozesses der Zerstörung. Die Natur ist unschuldig, genau wie die Tiere, die in ihr leben. Die Materialien, die Kudelova einsetzt, werden zu Symbolen der Macht des Menschen gegenüber der Natur.

Es geht um die damit verbundene Verantwortung für die Destabilisierung der Natur. „Auffällig ist die reizvolle Mischung aus Medien, derer sie sich bedient, während sie die Bedrohung der Menschheit anspricht, die durch uns verursacht wurde. Gleichzeitig sind alle Objekte, die sie herstellt, von Natur aus hoch ästhetisch“, sagt Renata Kudlacek, Direktorin der BBA Gallery. 

Ihre Arbeit ist eher durch den Wert, den sie vermittelt, als durch die physische Beschaffenheit der Materialien stark. Kudelova hat die Fähigkeit, angesichts ernster Themen das innere Kind in allen von uns hervorzuholen. Mit Witz und Ironie spricht sie über das Leben in einer Welt, in der es um unser aller Überleben geht“

Vishal Shah, Direktor der BBA-Galerie.

Zur Person 

Die 1977 in der Slowakei in eine Familie von Forstingenieuren hineingeborene Kudelova verbrachte ihre Kindheit in der Nähe dichter Wälder und Berge. Dadurch hat die Künstlerin ein feines Gespür für die Bedrohungen der Natur entwickelt. Sie ist entschlossen, durch ihre beeindruckende Arbeit auf die Gefahren der Zerstörungen aufmerksam zu machen.

Nach ihrem Studium in Frankreich, wo sie heute lebt und arbeitet, hat sich das, was zunächst als künstlerische Performances mit dem Ziel des Protests in Form von Fotos und Videos begann, allmählich zu Werken entwickelt, in denen die Gefahr immer nur einen Funken entfernt scheint.

Ihre aufsehenerregenden Performances waren ein wesentlicher Bestandteil zahlreicher Gruppen- und Einzelausstellungen. Ihre Werke wurden in zahlreichen europäischen Publikationen veröffentlicht. Katarina Kudelova lebt und arbeitet heute in Ingrandes Le Fresne sur Loire, Frankreich. 


Burning Bright in the Forest of the Night

Katarina Kudelova

BBA Galerie Köpenicker Str. 96, 10179 Berlin 

Ausstellungszeitraum: 
13.09- 27.10 2023, Di- Sa: 12:00 – 18:00 und Sonntag 17.09 – 12:00 – 18: 00

Zur Ausstellungs-Website


Beitrag und Copyright by BBA Gallery

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