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Interview mit PHILIP LOERSCH zur Ausstellung LES PIERRES
Les Pierres verbindet Alabasterstein mit Kunstgeschichte: Rembrandt, Mondrian, Turner, de La Tour. Kopie wird zur Aneignung von Licht, Zeit und Bild.
LES PIERRES
PHILIP LOERSCH
APR 29 – MAY 30
2026INTERVIEW
deine neue Ausstellung trägt den Titel „Les Pierres“. Ein offener Begriff, bei dem der Kunsthistoriker an die Land Art oder Konzeptkunst denkt, wo „Steine“ Material, Zeit oder Naturprozesse symbolisieren. Welche Rolle spielen „Les Pierres“ in deiner künstlerischen Arbeit?
Der Titel Les Pierres beschreibt diese Arbeiten zunächst ganz nüchtern als das, was sie sind. Gleichzeitig entsteht über die einzelnen Titel – Pierre Rembrandt, Pierre de La Tour, Pierre Turner, Pierre Mondrian – eine zweite Ebene: eine Verbindung von Material und kunsthistorischer Referenz.
Ich arbeite seit 2015 mit Stein. Er ist eines der ältesten Materialien, auf dem geschrieben wurde. Geglättet, beschrieben, gedacht für Dauer. Diese Verbindung von Material und Zeit interessiert mich. Land Art war für mich nie wirklich ein Bezugspunkt. Ich sehe mich in einer konzeptuellen Tradition. Aber natürlich interessiert mich Stein als gewachsenes Material mit eigener Struktur.

Was mich immer wieder überrascht: Ich fühle mich im Stein freier als auf Papier, obwohl er viel stärker vorgibt. Ich arbeite mich beim Klopfen und Schleifen in das Material hinein, lerne es kennen und merke, was darin steckt. Ich einige mich gewissermaßen mit dem Stein auf den Inhalt.
Wie bereits von dir angemerkt, tragen deine „Les Pierres“ große Klassiker der Kunstgeschichte auf ihrer „Haut“. Wie kam es zu deiner Entscheidung, diese „Meister“ als zentrales Motiv für deine eigene künstlerische Arbeit zu wählen?
Der Alabasterstein hat für mich einen spannenden Doppelcharakter, eine Art Zweiklang. Einerseits ist er ein Stein, andererseits ist er sehr fein und durchscheinend. Das Licht spielt hier eine große Rolle.
Zu meiner Reihe Les Pierres gehört auch noch ein fünfter Stein, Pierre Manet, der zum Gallery Weekend in einer Gruppenausstellung bei Michael Haas zu sehen ist. Wenn man die fünf Arbeiten zusammen betrachtet, zeigen sich gemeinsame Themen: Licht, Zeit, Struktur, Malerei, Bildaufbau.
Bei De La Tour und Turner geht es stark um Licht, das im Stein noch einmal anders weiter bzw. hindurch geführt werden kann. Zu Rembrandt bin ich auch über das Licht gekommen, dann aber schnell bei Fragen von Zeit und Dauer gelandet. Bei Mondrian interessiert mich die Klarheit und Ordnung seiner Malerei und was damit passiert, wenn sie auf ein Material trifft, das bereits eigene Strukturen mitbringt.
Die Wahl dieser fünf Künstler ist also weniger eine Hommage im klassischen Sinne, sondern ergibt sich aus der Frage, welche malerischen und zeichnerischen Ideen sich im Stein interessant weiterdenken oder neu formulieren lassen.
Man könnte dir den Vorwurf machen, ein Kopist zu sein. Mit einer nahezu tautologischen Präzision überträgst du nicht nur die Abbildungen deiner Vorlagen auf den Stein, sondern genauso den begleitenden Text, Nummerierungen, Seitenzahlen, Codes. Auch der Stil des „Meisters“ wird in deiner Schraffur mit Bleistift, Buntstift und Tusche übernommen. Gibt es tatsächlich eine Differenzierung zwischen „Original“ und Kopie? Oder bist du Kopist aus Überzeugung?
Ein guter Kopist zu sein, ist für mich erstmal nichts Negatives. Ich mag diese lange Tradition bis hin zu Mönchen und anderen, die Texte abgeschrieben haben, und ich lerne dabei immer noch unglaublich viel. Allerdings bleibt es ganz und gar nicht bei der Kopie. Auf den zweiten Blick verschiebt sich vieles.
Bei Mondrian greifen zum Beispiel die Adern des Steins in die Klarheit seiner Malerei ein und öffnen neue Gedanken. Bei Rembrandt werden Dinge gespiegelt, Momente überdacht und weitergeführt. Und bei De La Tour wird das Licht durch den Stein selbst getragen. Und bei Turner gab es irgendwann gar keine konkrete Vorlage mehr, da wurde es eine eigene Behauptung.
Ich frage mich tatsächlich immer, ob die Alten Meister Lust hätten, mit mir über meine Arbeit zu sprechen. Wenn ich das Gefühl hätte, nein, dann lasse ich es.
Und ja, den Stil übernehme ich sehr gerne! Wenn nicht von den großen Meistern, von wem sollte man denn lernen zu zeichnen? Natürlich arbeite ich oft mit bereits reproduzierten Bildern, teils aus Werkverzeichnissen oder Anhängen, und übertrage sie mit großer Genauigkeit in meine zeichnerische Form.
Die Zeichnung ist aber keine bloße Reproduktion, sondern eine Form der Aneignung, in der sich Aufmerksamkeit und Dauer einschreiben und dadurch etwas bewirken. Es gibt also Berührungspunkte zur Appropriation Art, aber das Zitat als Geste z. B. interessiert mich nicht besonders.
Bücher tauchen in deinen Arbeiten immer wieder als das Trägermedium für deine minutiösen Zeichnungen auf. Welche Bedeutung schreibst du dem Medium Buch zu?
Bücher und Texte waren lange Ausgangspunkt meiner Arbeit, bis ich sie irgendwann selbst zum Thema gemacht habe. Jeder kennt Bücher. Sie stehen für Wissen, Zeit, Information. Und nicht zuletzt durch die Anmutung eines Buches erkennt man oft erst auf den zweiten Blick, dass bei mir alles gezeichnet ist.
Mich interessiert neben dem Inhalt auch die Form des Buches: die Doppelseite, das Aufschlagen, das Links und Rechts, eigentlich alles Diptychen. Im leichten Durchscheinen des Papiers sehe ich oft eine starke Verbindung zur Transparenz des Alabastersteins.
Und dann die Schrift. Sie ist nicht nur Information, sondern auch Zeichnung. Ich sehe Schrift in meinen Arbeiten oft als eine Art Schraffur, die das Bild strukturiert. Gleichzeitig trägt so eben jene Schraffur sehr viel Information. Das ist ein spannender Moment.

Aktuell zeigt das Palais Populaire in Berlin die Ausstellung „Seeing Words, Reading Images“. Im Zentrum steht das Verhältnis von Schrift und Bild – als Linie, informelle Geste, Handschrift und Kalligrafie. In welchem Verhältnis siehst du dich als Künstler, der an der Schnittstelle zwischen Zeichnung und Schrift arbeitet?
Nicht zu vergessen dein Link zu Hanne Darboven, mit der du zusammen 2015 in einer Dialogshow in der Stiftung poolhaus Blankenese ausstellen durftest.
Zeitgenössische Positionen nehme ich natürlich wahr, mein Interesse liegt aber oft bei älteren Positionen. Künstler wie Henri Michaux sind wichtig, aber genauso alte Handschriften, illuminierte Manuskripte, Initialen oder Marginalien. Dort wird Schrift ganz selbstverständlich auch als Bild gedacht.
In München konnte ich mit Sweeter than Honey eine vergleichbare zu der von dir genannten Show sehen; ein Panorama der Written Art in der Pinakothek der Moderne in München. Dort fehlt für mich auf jeden Fall Hanne Darboven, die ich sehr schätze, gerade in ihrer Herausarbeitung der strukturierenden und zeitlichen Dimension von Schrift.

Es geht aber auch bei mir um ein genaues, systematisches Zeichnen und in den neuen Steinen auch wieder mehr um malerische Ansätze. Grundsätzlich sehe ich mich in diesem weiten Feld von Schrift und Bild. Ich selbst gehe jedoch von bereits gesetzten Texten und Bildern aus, die ich übertrage, wiederhole und weiterdenke.
Während der Arbeit spielen Gedanken an andere Künstler, die sich mit Schrift auseinandersetzen, dann aber fast keine Rolle mehr. Ich sehe mich in dem Moment aber zuerst in der Tradition derjenigen, mit denen ich mich gerade beschäftige. Bei De La Tour geht es um Licht, bei Rembrandt um Zeit und Verdichtung, bei Turner um die Malerei selbst. Ich bin in diesen Momenten nah bei ihnen.
Mich interessiert, was passiert, wenn ich ihr Werk noch einmal durch meine Hand und meinen Kopf laufen lasse und genieße meine Gedankennähe, das Zwiegespräch.
FWR Galerie
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Julia Stoschek Foundation: THANK YOU, BERLIN!
Die Julia Stoschek Foundation schließt Ende Okt 2026 ihren Berliner Standort und setzt künftig auf internationale, temporäre Formate ohne festen Ort.
Schließung des Berliner Standorts
Die Julia Stoschek Foundation wird ihren Berliner Standort in der Leipziger Straße Ende Oktober 2026 schließen und sich künftig auf temporäre Formate im In- und Ausland konzentrieren. Das Düsseldorfer Stammhaus der Stiftung eröffnet im April 2027 nach umfassenden Renovierungsarbeiten anlässlich des 20-jährigen Jubiläums wieder.
Seit der Eröffnung im Jahr 2016 zählt die Julia Stoschek Foundation zu den zentralen Kulturinstitutionen in Berlin. Mit 22 Einzel- und Gruppenausstellungen sowie zahlreichen Veranstaltungsformaten präsentierte sie ein vielfältiges Programm und ermöglichte mehr als 450.000 Besucher*innen die Auseinandersetzung mit zeitbasierter Kunst.
Künftig wird die Foundation verstärkt Projekte international realisieren. Sie knüpft an jüngste Präsentationen wie „What a Wonderful World: An Audiovisual Poem“ in Los Angeles an. Dadurch soll die Sammlung einem weltweiten Publikum zugänglich gemacht werden.
Auch ohne festen Standort bleibt die Julia Stoschek Foundation der Stadt Berlin verbunden und realisiert hier weiterhin temporäre Formate an wechselnden Orten.
„Berlin bleibt für mich ein zentraler Bezugspunkt — eine Stadt, mit der ich mich sehr verbunden fühle und die die Arbeit der Foundation maßgeblich geprägt hat. Für die Jahre in der Leipziger Straße bin ich sehr dankbar“, sagt Julia Stoschek.Website: https://jsfoundation.art
Closure of the Berlin site
At the end of October 2026, the Julia Stoschek Foundation will close its Berlin location on Leipziger Straße and shift its focus to projects internationally as well as in Germany. The Foundation’s headquarters in Düsseldorf will reopen in April 2027 following extensive renovations, marking its 20th anniversary.
Since its opening in 2016, the Julia Stoschek Foundation has become one of Berlin’s leading cultural institutions. Through 22 solo and group exhibitions as well as numerous public programs, it welcomed more than 450,000 visitors to engage with time-based art.

Going forward, the Foundation will focus on international projects, building on recent presentations such as “What a Wonderful World: An Audiovisual Poem” in Los Angeles, in order to make the collection accessible to audiences worldwide.
The Julia Stoschek Foundation remains connected to the city of Berlin, and will continue to realize multiple projects at a range of locations.
“Berlin remains a central point of reference for me—a city to which I feel deeply connected, and which has profoundly shaped the work of the Foundation. I am very grateful for the years we spent on Leipziger Straße,” says Julia Stoschek.
Website: https://jsfoundation.art
Taged as/in; ausstellung, berlin, Düsseldorf, JSF | Julia Stoschek Foundation, Jubiläum, Kultur, Kunst, Kunstszene, Medienkunst, Sammlung -

Fotografiska Berlin: Bruce Gilden – Why These?
Bruce Gilden’s Why These? confronts with raw street portraits—faces that unsettle, challenge, and linger, asking not just who they are, but who we are.
Exhibition dates: 25 April – 23 August 2026
Opening: 24 April 2026
Location: Fotografiska BerlinBruce Gilden’s photographs don’t flatter — they confront. A burst of flash, a piercing stare, a face that lingers in your mind long after you’ve looked away. His subjects — outsiders, misfits, the overlooked — are not merely captured; they are truly seen.
His exhibition Why These? is more than a title. It is a provocation. Why do these images unsettle us? Why do we instinctively avoid these gazes, yet find ourselves unable to look away?
On view at Fotografiska Berlin from 25 April 2026, Why These? brings together 41 photographs personally selected by Bruce Gilden. Nineteen iconic works from his major projects in Coney Island, Haiti, New York, and Tokyo trace a visual journey through his career. Complementing these are 22 large-scale prints that mark his bold transition to digital color in 2013 — a shift that adds a contemporary dimension to his unmistakable style.
“This is me, Bruce Gilden. I want to show you where I started and where I am now. Take it or leave it.”
— Bruce GildenFrom Brooklyn to the Streets
Born in Brooklyn shortly after World War II, Bruce Gilden grew up in a turbulent household. As a child, he spent hours observing the “tough guys” on the streets below his window — a fascination that would later define his photographic eye.

JAPAN. Asakusa. 1998. Two members of the Yakuza, Japan’s mafia. In 1968, he purchased his first camera, a Miranda, and taught himself photography. His work quickly developed a distinctive intensity, pulling viewers into the raw texture of urban life — its routines, encounters, and unfiltered realities. His images do more than depict; they immerse. You can almost smell the cigarette smoke, feel the tension, and sense the immediacy of the street.
“My father was a gangster type wearing fedoras, suits and a pinky ring and driving a Cadillac, so I relate to tough, physical guys… Since I started photographing I adopted Robert Capa’s mantra: ‘If the photo is not good enough, you were not close enough.’ My talent is getting in close and making the viewer part of the scene. And the closer I get, the more dynamic the pictures. A good street picture will smell of the street.”
— Bruce GildenA Career Up Close
A member of Magnum Photos since 1998, Gilden has spent decades walking the streets of cities around the world. His photographs — often taken with a flash at close range — are direct, raw, and unfiltered.
From New York to Tokyo to Mexico City, he has documented lives on the margins: gang members, homeless individuals, sex workers, and others rarely given visibility. Yet his work is not driven by distance or detachment. On the contrary, his subjects often trust him, allowing him an unusual proximity that gives his images their striking immediacy.

USA. Las Vegas, Nevada. 2014. Donna, a card dealer. This ability to connect stems from his Brooklyn roots. Like the people he photographs, Gilden understands life shaped by the street — its codes, its tensions, and its humanity.
Exhibition Credits
This exhibition is curated by Jessica Jarl, Global Director of Exhibitions at Fotografiska, and co-curated by Marie-Luise Mayer, Exhibitions Manager at Fotografiska Berlin, in close collaboration with the artist.
About Fotografiska
Fotografiska is a global destination for photography, visual art, and culture. With locations in Stockholm, Berlin, Shanghai, and Tallinn, each museum serves as a dynamic hub where culture and community intersect.
Founded in Stockholm in 2010, Fotografiska is dedicated to inspiring new perspectives through world-class rotating exhibitions and a vibrant events programme. More than a museum, it creates cultural spaces that celebrate creativity, innovation, and diverse artistic voices through the power of photography.
Visit Information
Fotografiska Berlin
Oranienburger Str. 54
10117 BerlinOpening hours:
Daily from 10:00 to 23:00Website:
www.berlin.fotografiska.comInstagram:
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TANZ IM AUGUST – 38th International Festival Berlin
Tanz im August 2026 launches pre-sales: discover first highlights by Cheng Tsung-lung, Kareth Schaffer & Jonas Hauer, and Calixto Neto in Berlin.
13–29 August 2026
Presented by HAU Hebbel am UferPre-sale Launch: First Programme Highlights for 2026
Pre-sales begin today for the 38th edition of Tanz im August, the International Festival presented by HAU Hebbel am Ufer. The festival is once again under the artistic direction of Ricardo Carmona, marking his fourth year in this role.
Tickets for the first three programme highlights are now available. Early bookers can benefit from a 15% discount on full-price tickets* until 17 May 2026.
The full programme for Tanz im August 2026 will be announced in early June.
Programme Highlights
“Sounding Light” – Cheng Tsung-lung / Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan

One of the first productions on sale is Sounding Light, a work by choreographer Cheng Tsung-lung for the internationally renowned Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan.
Inspired by the impressions gathered during long walks through forests, the piece unfolds scenes from a day in the life of nature: bird mating rituals, rain falling through leaves, and sunlight breaking through clouds. On a minimalist stage with twelve dancers, sound and movement merge as much of the atmospheric score is created by the dancers’ bodies themselves.
The work becomes a poetic meditation on the beauty of nature, revealing connections between human and natural worlds.
“Bat Dances” – Kareth Schaffer & Jonas Hauer (Premiere)
In Bat Dances, choreographer Kareth Schaffer and composer Jonas Hauer explore how different species perceive the world—and how dance might express these experiences.
Designed as an inclusive performance for sighted, blind, and visually impaired audiences, the work takes the form of a danced monologue from the perspective of a bat. Performed by Leah Katz, the piece incorporates echolocation and subtle humour to create an interspecies narrative that reflects on ecological crisis and coexistence.

“Bruits Marrons” – Calixto Neto (German Premiere)
Bruits Marrons by Calixto Neto is inspired by the music of Julius Eastman, a Black, gay composer and performer who died in poverty in New York in 1990 after being largely unrecognized during his lifetime.
Taking Eastman’s piece Evil N* as a starting point, Neto creates a choreographic response that draws on the history of the Maroons—communities of formerly enslaved people who formed independent settlements. Six performers and a piano come together to explore themes of resistance, solidarity, and collective identity through movement and sound.
Overview of the First Three Productions
- Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan / Cheng Tsung-lung
“Sounding Light”, eine Arbeit des Choreografen Cheng Tsung-lung für das Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan - 15–17 August 2026 | Haus der Berliner Festspiele
- Kareth Schaffer & Jonas Hauer
“Bat Dances”, eine Premiere von Kareth Schaffer & Jonas Hauer - 26–29 August 2026 | HAU3
- Calixto Neto / VOA
“Bruits Marrons” von Calixto Neto / VOA27–29 August 2026 | HAU2 - Das Gesamtprogramm von Tanz im August 2026 wird Anfang Juni veröffentlicht.
Venues 2026
HAU Hebbel am Ufer (HAU1, HAU2, HAU3), Berlinische Galerie,
Haus der Berliner Festspiele, Radialsystem, Sophiensæle,
St. Elisabeth-Kirche, Stadtbad Oderberger, Tempelhofer FeldTickets & Information
Tickets and further information are available now:
- Box Office:
HAU Hebbel am Ufer
Stresemannstr. 29, 10963 Berlin
Tel. +49 (0)30 259 004 -27
* Limited ticket availability per event.
Tanz im August is a festival by HAU Hebbel am Ufer, funded by the Capital Cultural Fund.
- Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan / Cheng Tsung-lung
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Dina Summer – Fuel & Voodoo via Iptamenos Discos
Fuel by Dina Summer is a dark electro-EBM rush: pounding bass, metallic drums, and hypnotic vocals drive an obsessive, high-voltage dancefloor ignition!
Dina Summer’s latest single “Fuel” is a live-wire track that takes inspiration from 90s electro and EBM. Dark and insistent, the track locks into motion from its first second. It begins with a lone vocal line: “Core connection”, which Dina fires off like a starting pistol, then the bass synth kicks in and the track sets off.
Start your engines: Fuel Up
The track’s production works together with a mechanical precision; synths ricochet like current rushing through wires and the metallic drumline evokes the pounding of machinery. With this foundation of throbbing bass and industrial textures, “Fuel” roars like the engine of an accelerating motorbike.
Dina’s spoken word delivery cuts through the mix, commanding our attention. Her vocals thrum with confidence over the production, as she declares “I am your fuel / I’m your fire” on the chorus, repeated like a mantra. Obsession drives the track’s relentless charge. Lyrics such as “Touch the contact / Feel the shock / Every second on the clock” convey a desire which is as addictive as it is painful.
The result is a track that’s slightly sinister but impossible to resist. It’s an ode to a relationship which is certainly all-consuming and co-dependent, but not wholly destructive. In fact, the intense energy described in its lyrics feels generative, as Dina describes herself as “The fuse…The tank…The drive”. When channelled properly, the same energy which can burn you down can also build you up.
With its Disco Punk and Electroclash edge, “Fuel” already feels right at home on a dark dancefloor, but if you finished it craving more, its extended version adds an outro which goes full-throttle.
Voodoo
Beware – Dina Summer’s new single “Voodoo” might just make your limbs move uncontrollably. The band’s latest offering is a techno-tinged electro stomper that draws its dark energy from the trio’s Berlin home. The track begins like a spell being cast as sinister arpeggios drive through the mix and the pressure builds with each bar.
“Voodoo” pulls us onto the dancefloor with menacing synth bass stabs and rapid-fire vocal chops, creating a hypnotic energy that feels like dark magic. The production is unrelenting. Gated vocal textures chop and stutter – “Voodoo / Fever dreams / Voodoo / Feel the pain” – as the cavernous bass line drives the track forward with intensity.
The band is by now well known for taking retro sounds and adding a modern spin. This time, they conjure 90s electro and techno influences to form a track which is uncompromising and seductive.
The lyrics draw heavily on dangerous imagery – voltage lips, killer eyes, love that’s as cold as ice. “I’m the storm / I’m the quake / I’m the risk you shouldn’t take,” Dina warns. The track describes a figure of dangerous power who doesn’t just weather the storm but rather becomes it.
“Don’t mess with me / I warned you twice” Dina repeats, but by then it’s too late. With a groove this intoxicating, it’s hard not to be pulled closer.
The extended version offers a DJ-friendly cut with even more time to fall under its spell. Don’t say we didn’t warn you…

Release Dates:
Fuel: April 15
Voodoo: May 6thTaged as/in; berlin, club, dancefloor, Dark Disco, darkwave, Dina Summer, EBM, Electro, electroclash, Fuel, industrial, release, synth, techno -

NBB presents “NBB IV” | Opening April 30 at 6 PM
NBB IV brings 14 artists together, exploring figuration, abstraction, and urban narratives in a dynamic exhibition opening April 30 in Berlin.
The NBB is pleased to announce NBB IV with a special lineup of 14 artists for this upcoming exhibition. Please join us for the opening, starting at 6 PM on Thursday, April 30th for an enthralling journey of figuration, abstraction, and urban narrative.
Very diverse themes and narratives are encompassed in this captivating curation. Modern subject matters influence these artists. Including subjects such as digitalization, urban deconstruction, nature, and the internal representations of our surroundings. At first glance, we might question the parallels between such distinct voices, yet a deeper connection emerges in their shared exploration of the world around us.
About the Artists:
From Christian August’s atmospheric, “post-human Eden” landscapes, neon colors meet misty, dreamlike horizons. The intuitive, gestural power of Kyte Tatt balances chaos and order with nature-inspired immediacy. Each artist impacts the viewer with a unique vision. We see the influence of urban architecture and “found” materials in the deconstructed mosaics of Clemens Behr, while Sharmila Banerjee brings a narrative depth through her background in illustration and biographical storytelling.
A fascination with the subconscious and the “inner cinema” reappears in the works of Janes Haid-Schmallenberg, whose paintings capture fleeting daydreams and associative thoughts. Meanwhile, the delicate, often melancholic explorations of identity are present in Gemma Solà Sotos’ work. These explorations of intimacy provide a poetic counterpoint to the vibrant energy of the group. While they all possess very different styles, what these artists share is an omnipresent curiosity and a sophisticated approach to representing the complexities of modern life.

Details:
OPENING
April 30, 2026, 6 – 9 PMLOCATION (NEW ADDRESS!)
NBB GALLERY
Karl-Marx-Allee 75,
10243 BerlinThe exhibition will be on view until June 14th.
Copyright © 2026 NBB GALLERY, All rights reserved.
Taged as/in; abstract painting, berlin, contemporary art, Emerging Artists, exhibition, Figurative Work, NBB GALLERY, opening, Urban Narratives -

HAUS#1: Half Life Chornobyl von Volker Kreidler
HAUS#1 präsentiert „Half Life Chornobyl“ von Volker Kreidler am 26. April 2026 – 40 Jahre nach Tschernobyl. Ausstellung & Buchvorstellung in Berlin.
Das HAUS#1 lädt Sie herzlich ein zur Buchpräsentation und Ausstellung Half Life Chornobyl von Volker Kreidler am 26. April 2026 – dem vierzigsten Jahrestag des Reaktorunglücks von Tschornobyl – um 16:00 Uhr ein. Die Ausstellung ist am 26. April. und am 1. – 3. Mai jeweils von 14:00 bis 20:00 Uhr geöffnet.
Das AKW Tschornobyl
Am 26. April 1986 um 01:23 Uhr Ortszeit ereignete sich im Reaktorblock 4 des AKW Tschornobyl der bis dato größte anzunehmende Unfall der zivilen Nuklearnutzung. Knapp 10 Jahre später, 1995, beauftragte das Deutsche Hygienemuseum Dresden den Fotografen Volker Kreidler die Folgen der Katastrophe für Menschen, die Orte und die Natur zu dokumentieren.

Dieser Auftrag entwickelte sich über eine Naturstudie im Jahr 2015 und erneuten Reisen nach Kiew im letzten Jahr zu einem hochaktuellen Zeugnis der politischen Gegenwart in der Ukraine. Im Zentrum der Arbeiten von 2025 steht die Resilienz der Menschen in Kyjiw und der Sperrzone auch im Kontext der Bedingungen während des russischen Angriffskrieges.
»Das Projekt schließt einen Kreis«, so der Fotograf. »Wir kehren zu den Menschen zurück, denen wir bereits 1995 eine Stimme gaben. Heute dokumentieren wir eine Gesellschaft, die zwischen Zerstörung und dem unbedingten Willen zum europäischen Aufbruch steht.«
Mit diesem Projekt präsentiert Volker Kreidler eine außergewöhnliche fotografische Dokumentation, die den Wandel der Ukraine von der post-sowjetischen Aufbruchstimmung bis zum aktuellen Verteidigungskrieg gegen Russland nachzeichnet.
Termine:
26.04. 16:00 Uhr Buchvorstellung mit Reiner Geulen, Ingo Taubhorn und Volker Kreidler
03.05. 16.00 Uhr Artist Talk mit Michael Biedowicz und Volker Kreidler
Volker Kreidler widmet sich seit dem Fall der Berliner Mauer 1989 der fotografischen Erkundung Osteuropas. Seine Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld der Annäherung an den Westen und den damit verbundenen Herausforderungen in Fragen von Demokratie, Bildung, Menschenrechten sowie zwischenmenschlichen Beziehungen.
HAUS#1
Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag 14:00 – 19:00 Uhr
Waterloo-Ufer o. Nr.
(Nähe U1/U3/U6, Hallesches Tor)
10961 BerlinIG: _haus1_
Taged as/in; ausstellung, berlin, chornobyl, Dokumentation, Fotografie, HAUS#1, Kunst, Ukraine, volker kreidler, zeitgeschichte -

Wenn Haltung plötzlich weniger wert ist als Reichweite
Kreative und journalistische Arbeit wird oft als Gefallen erwartet, während Werbung dominiert und Reichweite wichtiger ist als Haltung und Qualität.
Dear Reader,
Inzwischen bemerke ich immer häufiger in meinem Alltag, wie selbstverständlich kreative und journalistische Arbeit inzwischen als „Gefallen“ betrachtet wird.
„Kannst du mal kurz …?“
„Das bringt dir doch Reichweite.“
„Budget haben wir leider keins.“
„Die Samples sind gerade in Produktionen…“Sätze wie diese gehören mittlerweile zum Alltag vieler Autor:innen, Journalist:innen, Fotograf:innen, Kunstschaffender und unabhängiger Plattformen. Sie sind auch nicht wirklich nee. Allerdings erzählen sie viel darüber, wie sich Medien, Werbung und Wertschätzung in den vergangenen Jahren verändert haben. Denn gleichzeitig waren Inhalte vermutlich noch nie so kommerzialisiert und glattgebügelt wie heute. Gleichzeitig leidet die Qualität und die Optik massiv unter dem inflationären Gebrauch von KI.
Unterhaltung mit Kaufabsicht?
Sämtliche Plattformen, Kanäle und Feeds sind voll mit Sponsoring, Affiliate-Links, Brand Collaborations und Product Placements. Ganze Reels wirken inzwischen wie verlängerte Werbespots. Filme, Serien und Social-Media-Produktionen sind derart durchinszeniert, dass Werbung und Inhalt kaum noch voneinander zu trennen sind. Selbst persönliche Empfehlungen fühlen sich oft an wie vorbereitete Verkaufsflächen und sind es zumeist auch. Zu verdanken haben wir diese Sintflut des Unsinns den Algorithmen von KI und den Datenbanken großer Techkonzerne, sowie Shoppingplattformen.
Marken investieren enorme Summen in Sichtbarkeit — aber immer seltener in die Menschen, die Inhalte überhaupt erst glaubwürdig machen. Ich spreche von Menschen, die recherchieren. Die schreiben, einordnen, kuratieren und nicht zuletzt Haltung und gewachsenen Stil zeigen. Die mit Liebe und handwerklichem Anspruch an Präsentationen und Produkten feilen, anstatt alles sofort wieder gewinnbringend weiterzuverkaufen. Oder den nächsten schnellen Hype mitzunehmen, um sichtbar zu bleiben.
Quantität statt Qualität?
Stattdessen scheint heute oft nur noch eine Kennzahl relevant zu sein: Reichweite, ROI’s und Renditen. Selbst kostenlose Rezensionsexemplare oder Samples für Produktionen werden inzwischen häufig erst ab bestimmten Followerzahlen verschickt. Oder sind qualitativ so schlecht, dass man als Journalist:in besser gleich die Finger davon lässt. Qualität, Stilgefühl, journalistische Standards oder inhaltliche Tiefe spielen vielerorts nur noch eine untergeordnete Rolle gegenüber Algorithmen, Engagement-Rates und KPIs.

Image by Alessio Zaccaria Stil hat plötzlich nicht mehr derjenige, der ein Handwerk beherrscht oder eine klare Stimme entwickelt hat — sondern derjenige, der die größte Zahl unter seinem Profilnamen stehen hat. Materialien und Muster sind in diesen unruhigen Zeiten nicht mehr als Zündstoff einer Wegwerfgesellschaft. Niemand aus der breiten Masse hat mehr die Zeit ein Kleidungsstück in die Hand zu nehmen. Bei Temu und Shein zu bestellen ist günstiger und zudem schnell noch auf dem Klo erledigt. Die unzähligen überquellenden Kleidercontainer in meiner Nachbarschaft zeigen genau das: nicht die Qualität zählt, sondern die Quantität.
Das Problem daran geht allerdings weit über Eitelkeiten hinaus. Denn wenn Inhalte ausschließlich anhand von Reichweite bewertet werden, verändert sich automatisch auch die Art der Inhalte. Eine persönliche Differenzierung lohnt sich weniger als Zuspitzung. Recherche weniger als Geschwindigkeit. Die ehrliche und vielleicht unbequeme Haltung weniger als die schnelle Aufmerksamkeit. Und die KI? Produziert meistens etwas austauschbares, weniger authentisches als es Menschen in einer reflektierten Situation würden. Gleichzeitig wird sie von uns gefüttert und der Output oft genauso unreflektiert konsumiert, wie er produziert wird.
Im selben Atemzug erwartet man von Autor:innen und Journalist:innen weiterhin, „für die Sache“ zu arbeiten. Aus Leidenschaft, Idealismus und Liebe zum Beruf. Leben soll man davon möglichst nicht. Oder so derart gefragt sein, dass der Kanal möglichst viel einbringt und dabei immer am Puls der Zeit bleibt.
Journalistische Glaubwürdigkeit vs finanzielle Unabhängigkeit?
Dabei entsteht hochwertiger Inhalt nicht einfach nebenbei. Gute Texte brauchen Zeit und oft mehrere Anläufe, um alle Ebenen aufgreifen und behandeln zu können. Tiefergreifende Recherchen brauchen vollste Konzentration. Hochwertige Produktionen brauchen Erfahrung, Stil und ein scharfes Auge. Glaubwürdige redaktionelle Arbeit braucht vor allem eines: Unabhängigkeit und ein sinnvolles Budget.
Genau deshalb verzichte ich auf meiner dieser Plattform bewusst größtenteils auf Werbung. Nicht, weil Werbung grundsätzlich falsch wäre — im Gegenteil. Auch wir müssen wirtschaftlich arbeiten, müssen Rechnungen bezahlen und die eben auch durch bezahlte Kooperationen finanzieren.
Und wenn es schon kein Geld gibt, dann wenigstens ein persönliches Goodie, dass wirklich zu einem passt. Eine Kompensation, die nicht zwangsläufig an weitere “Gefallen” geknüpft sein müssen, weil sich die Gelegenheit zum “Word of Mouth” eh immer wieder ergibt. Weil Glaubwürdigkeit, nicht zwangsläufig durch ein Reel entsteht, sondern durch ein Kompliment oder eine ernstgemeinte Empfehlung.

Image by Jakob Owens Aber ich denke auch, dass Glaubwürdigkeit und Sinnhaftigkeit wichtiger ist als Dauervermarktung. Ich glaube daran, dass man nicht jede Kooperation annehmen sollte. Dass nicht jede Platzierung sinnvoll ist. Nicht zuletzt jede Schlagzeile maximal reißerisch formuliert werden muss, nur weil sie dadurch besser performt.
Wir sind als Team mit einem Bildungsauftrag angetreten. Mit dem Wunsch, Inhalte zu schaffen, die Menschen inspirieren, informieren und ernst nehmen. Nicht nur die Masse bespielen oder permanent zum Konsum animieren.
Die Qual der richtigen Wahl…
Natürlich ist das ein Balanceakt. Denn gleichzeitig leben wir in einer Medienwelt, die Aufmerksamkeit längst wie eine austauschbare Handelsware behandelt. Sichtbarkeit wird optimiert, Persönlichkeit monetarisiert und Authentizität strategisch geplant, inszeniert. Denn genau das macht viele Inhalte heute so austauschbar, belanglos und irgendwie auch unglaubwürdig.
Man spürt oft sofort, wann etwas aus echter Überzeugung entsteht und wann lediglich ein weiterer Werbeslot gefüllt werden muss. Vielleicht ist genau das der eigentliche Verlust: Dass wir verlernt haben, kreative und journalistische Arbeit als kulturellen Wert zu betrachten. Stattdessen haben wir angefangen, die Arbeit ausschließlich nach ihrem algorithmischen, wirtschaftlichen und sozialen Vermarktungspotenzial zu bewerten.
Wann zeigen wir Haltung?
Kreative Arbeit hat einen Wert. Recherche hat einen Sinn. Echte Haltung ist unbezahlbar. Zeit hat einen messbaren, wenn auch volatilen Wert. Finanzielle Kompensation für geleistete Arbeit und journalistische Unabhängigkeit sind Grund- und somit Menschenrechte. Vielleicht sollten wir wieder anfangen, genau das ernst zu nehmen.
All images via unsplash.com
Taged as/in; Content Creation, Creator, economy, Haltung, Journalismus, marketing, Medien, Redaktion, Reichweite, Unabhängigkeit, Werbung -

Nicole L’Huillier: Klangräume zwischen Traum & Wirklichkeit
In Rehearsal Room verwandelt Nicole L’Huillier Klang, KI und Stimme in ein immersives Schlaflabor, das Besucher*innen zum Träumen und Horchen einlädt.
Ein Experimenteller Klangraum in Berlin
Am 23. April 2026 zeigt die Schering Stiftung die Ausstellung „Rehearsal Room“ der chilenischen, in Berlin lebenden Künstlerin Nicole L’Huillier. Der Titel verweist sowohl auf den Probenraum als auch auf eine besondere Klangumgebung. L’Huillier verwandelt den Ausstellungsraum mithilfe von Komposition, künstlich erzeugten Klängen und Vokalstimmen in einen Ort des Experimentierens, der die Besucher*innen auf die Welt des Träumens einstimmt.

Poträt Nicole L’Huillier Klang als körperliche Erfahrung
Die Klänge sind sorgfältig ausgewählt und arrangiert, sodass sie die Besucher*innen direkt beeinflussen: Gehirnaktivität und Herzrhythmus passen sich den beruhigenden Frequenzen an. So entsteht ein Synchronisationsraum, der Ruhe und Rückzug bietet, zugleich aber zur bewussten Auseinandersetzung mit ungewohnten körperlichen und kognitiven Erfahrungen einlädt. L’Huillier kombiniert dabei digitale Sounds mit Stimme, Gesang und Naturaufnahmen, um eine vielschichtige Soundscape zu schaffen.
Zusammenarbeit und Sounddesign

DE: Installationsansicht der Ausstellung „Rehearsal Room“ im Projektraum der Schering Stiftung, Berlin, 2026, Foto. EN: Installation view of the exhibition “Rehearsal Room” in the Schering Stiftung Project Space, Berlin, 2026. Der Klangraum ist das Ergebnis von L’Huilliers langjähriger Arbeit mit Frequenzen, die den Zugang zu veränderten Bewusstseinszuständen ermöglichen.

Foto: Nyksan Unterstützt wurde sie dabei vom kolumbianischen Produzenten und Klangkünstler Nyksan, der über das Berliner Künstler*Programm des DAAD eingeladen wurde. Gemeinsam entwickelten sie vor Ort den Soundtrack der Ausstellung.
Drei immersive Zonen
Ruhezone: Kissen und Akustikschaummatten mit beruhigenden Geräuschen – etwa Katzen-Schnurren, Herzrhythmen oder Meeresrauschen – lassen die Besucher*innen in eine wirkungsvolle Klangwelt eintauchen.
Traumchor: Ein digital-analoger Hybridchor erzeugt Flüsterlaute und wispernde Geräusche, die aus Traumberichten einer Onlinedatenbank generiert wurden. Nur wer aufmerksam horcht, kann die Geschichten erkennen.
Forschungszone: Expert*innen der Schlafforschung, darunter Prof. Dr. Björn Rasch (Université de Fribourg) und Dr. Karen Konkoly (Northwestern University), erläutern die gesundheitlichen Vorteile von Schlaf, die Wirkung von Frequenzen auf die geistige Aktivität und das Potenzial luziden Träumens. Künstlerische Beiträge zu kollektivem Träumen ergänzen die Ausstellung, etwa von Nomasmetaforas oder Precious Okoyomon.
Traumforschung trifft Kunst

Installationsansicht von „Rehearsal Room“, Nicole L’Huillier, 36. Ljubljana Biennale of Graphic Arts, 2025
Foto: Gregor Gobec. MGLC ArchiveDie Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit Traum- und Schlafforscher Dr. Adam Haar Horowitz, der sich auf hypnagogische Bilder beim Einschlafen spezialisiert. Er sensibilisiert sowohl durch seine wissenschaftliche Arbeit als auch durch Projekte mit Künstler*innen für die Bedeutung von Träumen, Tagträumen und mentalem Abdriften.
Immersiver Erfahrungsraum
„Rehearsal Room“ ist zugleich Schlaflabor und immersive Erfahrung. Der Fokus liegt auf Akustik, Technologie und Resonanz, auf körperlichem Hören und der bewussten Auseinandersetzung mit unbewussten Prozessen. Die Ausstellung lädt dazu ein, in Klang und Traum einzutauchen und den eigenen Wahrnehmungshorizont zu erweitern.
Rehearsal Room – Nicole L’Huillier
Eröffnung: 23. April 2026 18 bis 21 Uhr
Laufzeit: 24. April bis 05. Juli 2026
Projektraum der Schering Stiftung,
Unter den Linden 32-34, 10117 Berlin
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