Liebe*r Leser*in,
am Theater schauen wir immer mit einem Auge auf das Programm in den nächsten Tagen, während das andere bereits die Schwerpunkte der kommenden Monate anvisiert. Damit auch du längerfristig planen kannst und informiert bist, was in dieser Spielzeit noch kommt, teilen die HAU-Kurator*innen in diesem Mailing ihre Highlights mit dir.
“Roses Rising – The Dinner
Terminlich ganz nah ist schon die neue Arbeit von Leila Hekmat. Ihre erste Theaterproduktion “Gloriette” im Dezember 2024 war ein musikalisches Lustspiel voller Wortwitz, Sex und detailreicher Kostüme. Nun bringt die in Berlin lebende bildende Künstlerin und Regisseurin mit “Roses Rising – The Dinner” (15.–18.4. / HAU1) eine rauschhafte Dinnerparty, die in wahnhafte Revolutionsfantasien kippt, auf die HAU1-Bühne.
“FRANK” – Kurzform für Frankenstein

Cherish Menzo gehört aktuell zu den einflussreichsten Stimmen der jüngeren europäischen Performance- und Tanzszene. In “FRANK” – Kurzform für Frankenstein – (12.+13.5. / HAU2) untersucht die in den Niederlanden lebende Choreografin und Tänzerin die Figur des Monsters und blickt aus einer Schwarzen Perspektive auf den Körper und dessen Verzerrungen. Gemeinsam mit Omagbitse Omagbemi (zuletzt in Meg Stuarts “Glitch Witch” im HAU2 zu erleben), Mulunesh und Malick Cissé – Performer*innen unterschiedlicher Generationen – entwickelt sie eine Arbeit zwischen Ritual, Apokalypse und Karneval.
Mi madre y el dinero

Ebenfalls zum ersten Mal am HAU: Anacarsis Ramos / Pornotráfico. Mit “Mi madre y el dinero” (17.+18.6. / HAU3 – VVK-Beginn am 4.5.) bringt der Regisseur zusammen mit seiner Mutter Josefina Orlaineta eine berührende dokumentarische Theaterarbeit auf die Bühne des HAU3. Über sechs Jahrzehnte hinweg hat Orlaineta in Mexiko mehr als 40 Jobs ausgeübt. Nun erzählt sie im Dialog mit ihrem Sohn auf der Bühne von ihrem Leben als Arbeiterin und Mutter. Dabei verhandeln sie zusammen Fragen von Klasse und Prekariat, die Durchdringung familiärer Räume durch Arbeit sowie die komplexe Verantwortung, die Geschichte eines anderen Menschen zu erzählen.
“Told by My Mother”

Nach “Iza Hawa” und “When I Saw the Sea” zeigen wir nun auch “Told by My Mother”(6.+7.6. / HAU2) von Ali Chahrour. Nach ihrer Premiere 2021 war die Performance auf zahlreichen internationalen Bühnen zu sehen, zum letzten Mal wird sie nun in Berlin gezeigt. “Told by My Mother” ist eine Hommage an Mütter, ihre Widerstandskraft und ihr Ringen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Kriegssituation im Libanon gewinnt die Arbeit zusätzliche Dringlichkeit und Resonanz.
“A Song for Esther”

Am selben Wochenende zeigen wir eine musikalische Performance von Candice Breitz. “A Song for Esther” (6.+7.6. / HAU1) ist der antifaschistischen Aktivistin und Musikerin Esther Bejarano gewidmet, die 1924 im Saarland in eine jüdische Familie geboren wurde und Auschwitz überlebte. Neben Briefen von Breitz an Bejarano interpretiert ein Line-up internationaler Künstler*innen jeweils einen Song. So entsteht ein vielstimmiger Abend zwischen Konzert, Gedenken und künstlerischer Reflexion, der nach den Handlungsmöglichkeiten von Kunst in Zeiten von Gewalt und Repression fragt.
“Wait to Be Seated”

Berliner Künstler*innen sind in den kommenden Monaten mit drei großen Wiederaufnahmen am HAU zu sehen. Für diese zwei Produktionen haben sich She She Pop Gäste hinzugeholt, um Vorstellungen vom sozialen Miteinander zu befragen: “Wait to Be Seated” (20.+21.5. / HAU2) kehrt nach einer internationalen Tour ans HAU zurück und untersucht gemeinsam mit dem feministischen Sandbox Collective aus Bangalore Regeln und Machtdynamiken zwischen Gast und Gastgeber*in. Und im 2018 entstandenen Klassiker “Oratorium” (20.+21.6. – VVK-Beginn am 4.5.) nimmt das Kollektiv zusammen mit einem Chor Eigentumsfragen in den Blick und zerrt dessen Versprechen und Widersprüche auf die Bühne.
“Leben im Liegen”
“Leben im Liegen” (6.–8.5. / HAU1) von Christiane Rösinger hat im letzten Jahr sehr erfolgreich Premiere gefeiert und spricht nicht nur die Menschen in der sogenannten “Alterspubertät” an (“Das ist die Zeit des jungen Alters zwischen 60 und 75, wenn man sich an das Altsein gewöhnen muss, während man sich noch gar nicht alt fühlt.”), sondern alle, die der immer schneller werdenden Welt etwas Müßiggang entgegensetzen wollen.
“Memory Distortion”

Die frisch mit dem renommierten ITI-Preis ausgezeichnete Nicoleta Esinencu hat gemeinsam mit ihrem Kollektiv teatru-spălătorie nach vielen Jahren wieder eine Arbeit in Chișinău entwickelt. “Memory Distortion” (10.+11.6. / HAU2 – VVK-Beginn am 4.5.) ist nun erstmals außerhalb Moldawiens am HAU zu sehen. Aus gelöschten, überschriebenen und wiedergefundenen Spuren entsteht ein Text, der persönliche Geschichten mit Krieg, Migration, Nationalismus und verdrängter Gewalt verschränkt, koloniale Machtdynamiken innerhalb Europas sichtbar macht und all dies mit dem für teatru-spălătorie charakteristischen Witz und einer politischen Dringlichkeit verbindet.
“Der Soldat. Ein Übergangsritual”

“Kunst ist eine Waffe”, sagt Julian Warner in seiner aktuellen Performance “Der Soldat. Ein Übergangsritual”. (16.+17.6. / HAU2 – VVK-Beginn am 4.5.). Ausgehend von Frantz Fanons wegweisendem und bis heute viel diskutiertem Denken über antikoloniale Gewalt erzählt die Performance von einem Schwarzen Künstler, der feststellt, dass er zum Soldaten geworden ist. Gemeinsam mit Markus Acher (The Notwist) am Live-Schlagzeug entsteht ein sprachlich und musikalisch mitreißender Abend.
Und zum Abschluss der Saison solltest du dir noch diese Termine merken: Unser Festival “Berlin bleibt” geht vom 26.6.–5.7. in die fünfte Runde, und Tanz im August findet in diesem Jahr vom 13.–29.8. statt, der Vorverkauf für die ersten Produktionen beginnt bereits am 14.4.
Hebbel-Theater Berlin Gesellschaft mbH
HAU Hebbel am Ufer
Stresemannstr. 29
10963 Berlin
www.hebbel-am-ufer.de
Kontakt
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