Re: Willkür und Machtmissbrauch bei der deutschen Bahn

Was als normale Fahrt begann, endete mit einem Vorfall, der Fahrgast- und Menschenrechte verletzte: Plötzlich stand ich sechs Polizisten gegenüber.

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Neuerdings wundere ich mich sehr über die Methoden der Deutschen Bahn AG und die der deutsche Polizei, besonders in Sachsen: Am 21.03.2025 wurde ich trotz eines Tickets und einer Tasche für den Mitreisenden Hund, mir roher Gewalt von Polizisten in Halle aus dem Zug geworfen, weil ich mich weigerte auszusteigen. Zuvor gab es eine Diskussion, weil der Hund eine kritische Größe zwischen Katze und Tasche hat und ich ihn notgedrungen in einer Reisetasche verstaute, da ich keinen Maulkorb herbei zaubern konnte.

Während im Abteil die Kinder auf dem Tisch tanzen konnten, wurde ich sowohl vom Schaffner, wie von der Polizei trotz sachlicher Kommunikation und berechtigter Kritik aufgefordert den Zug zu verlassen.

Unverständliche Regelungen auf der Website der Deutschen Bahn und willkürliche Maßnahmen:

Als ich mich dann weigerte dieser Forderung nachzugehen, da ich mich an die sehr undeutlichen Regeln auf der Website der Deutschen Bahn gehalten habe, wurden mir gewaltvoll die Hände verdreht, das Essen über die gesamte Kleidung geschmiert und an meiner Kleidung gezerrt. Sie schlugen auf mich ein und drückten mich mit Gewalt gegen den Sitz.

Den Hund trugen sie aus dem Zug und in aller Eile konnte ich meine persönlichen, sowie beruflichen Gegenstände einsammeln. Ich wurde dabei mehrfach diffamiert und mit falschen Anschuldigungen konfrontiert. Schlussendlich verdrehten sie mir zwei Finger der linken Hand und zerrissen mir die Halskette. Anschließend sie drängten mich mit insgesamt sechs Beamten aus dem Zug…

Machtmissbrauch der Polizei und rohe Gewalt gegenüber zahlenden Passagieren:

Dieses Verhalten ist ein deutlicher Machtmissbrauch gegenüber Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln. So behandelt zu werden, ist gegen die Würde eines Menschen und ein deutliches Zeichen, dass hier von der Polizei eine Grenze überschritten wurde.

Die Polizist:innen hatten kein Recht, mich in dieser Situation so zu behandeln. Sie gaben mir nicht nur das Gefühl ich wäre ich „Müll“, sondern ließen es mich auch wissen, wie es der Schaffner ausgedrückt hatte. Beleidigungen, rohe Gewalt und Willkür: sind das die neuen Tugenden der Deutschen Bahn AG gegenüber zahlenden Kunden?

Zudem haben die Beamten immer wieder die Body Camera ein und ausgeschaltet, wohl gezielt um den Narrativ der polizeilichen Gewalt bestimmen zu können. Schlussendlich griffen sie mich immer wieder an und versuchten mir am Ende sogar meine Wasserflasche aus den Händen zu schlagen. Sie nahmen meine persönlichen Daten auf und aus gutem Grund weigerte ich mich schließlich die erhobenen Vorwürfe noch durch eine Unterschrift zu bestätigen.

Wenn alle nur zuschauen…

Zu guter letzt: die übrigen Passagiere haben nicht ein Wort zu dem Vorfall gesagt, die überwiegend weiblichen Personen im Abteil zogen es vor zu schweigen und auch von den beiden Männern vor und hinter mir, erntete ich nur spöttische Blicke.

An alle Eltern, Passanten und Gaffer: Wie wäre es, wenn ihr Kind einfach aus dem Zug getragen wird, während Ihnen die Polizei körperlich zu Leibe rückt?

Da die Reise noch bis nach Baden-Württemberg gehen sollte und mein Ticket an eine Verbindung gebunden war, entschloss ich mich dazu eine andere Verbindung zu wählen. Sowohl in dem folgenden Zug von Halle nach Donauwörth, sowie in den folgenden Verbindungen über Ulm und in Richtung Basel, fuhren weitere Vierbeiner mit uns, die oftmals die kritische Größe überschritten und zum Teil ohne Maulkorb oder Reisetasche mitfuhren.

Kritische Größe, unbequeme Fragen und keine präzise Antwort seitens der Ordnungshüter

Wichtiger noch ist allerdings die Frage, warum die deutsche Bahn es nicht schafft, genaue Vorgaben zu machen. Diese würden entweder die genaue Größe des Tieres oder zumindest eine Gewichtsangabe beinhalten. Damit wäre die Diskussion ein für alle Mal beendet.

Fraglich bleibt für mich jedoch noch immer, warum ausgerechnet ich meinen Hund angeblich quälen würde, wie der kleinste aller Beamten es behauptet hatte. Auf diese Vorwürfe entgegnete ich dem selbstdeklartierten Hundebesitzer, dass es schlimmer für einen kleinen Hund wie meinen sei, in eine Tasche gezwängt und mit einem Maulkorb versehen zu sein, als friedlich unter dem Sitz zu liegen. Zumal es wirklich schwer ist, für einen kleinen Hund einen passenden Maulkorb zu finden, mit dem der Vierbeiner noch atmen kann.

Übrigens, sechs Stunden Zugfahrt ohne Wasser, frischer Luft oder etwas zu essen sind nicht nur für Menschen eine Herausforderung.


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