Body Politics by Melodie Michelberger

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Liebe Leser:innen, heute habe ich die Ehre euch ein tolles Buch der Aktivistin und Autorin Melodie Michelberger vorstellen. „Body Politics“ ist hierbei ein schöner und autobiografischer Leitfaden, welcher mit gängigen Klischees rund um dick_fett gelesene Menschen aufräumt.

Auf 217 Seiten beschreibt Melodie ihren Weg durch die Modebranche, welche bis zum heutigen Tag besonders großen Anteil an der internationalen Diskriminierung leistet. Mit messerscharfer Kritik und einer gehörigen Prise Eigenhumors rechnet sie dabei mit den gängigen Vorurteilen ab, die fülligen Menschen aus einer von Phobien regierten Gesellschaft entgegen gebracht werden.

Mentale Manupulation durch werbung

Besonders spannend an „Body Politics“ für mich persönlich ist der Gedanke des inklusiven Feminismus, welcher ausnahmslos alle Menschen und ihre Erfahrungen zum Thema Diskriminierung gleichermaßen mit einbezieht. Spannend wird es vor allem in den Kapiteln des Buches, welche die Beziehung der Werbung und den dahinter stehenden Industrien in Kontext mit dem verbreiteten Druck setzen.

So beschreibt Melodie auch die gefährliche mentale Manipulation bestimmter Branchen, die bewusst mit der Gesundheit der Verbraucher spielen um Profite zu generieren. Angefangen von den Moderedaktionen, über die Fitness- bis hin zur Lebensmittel- und Diätindustrie lässt sie dabei niemanden aus und führt eindrücklich vor, welchem gesellschaftlichen Druck wir durch die gängigen Beauty aber auch medizinsichen oder gar wissenschaftlichen Standards ausgesetzt sind.

Sehr persönlich sind auche Melodies Eindrücke über die globale Struktur, die sich seit den 1980er Jahren und besonders über die wirtschaftstarken 1990er Jahre in den Köpfen der selbstoptimierenden Herrschaftstruktur entwikelt hat. Diese betrifft besonders marginalisierte Gruppen, wie die BiPoC und die LGBTQIA+ Community und Frauen, die Karriere machen wollen.

Aktivismus und Heilungsprozess

Unterstützt wird Melodie Michelberger dabei auch von anderen Aktivist:innen, welche sich in ungeschönten und ehrlichen Interviews zu Wort melden und mit ihrem sachlichen Wissen neue Eindrücke in die Psychologie einer „genormten Gesellschaft“ geben. „Body Politics“ ist dabei kein Selbsthilfebuch oder Biografie, sondern vielmehr ein buntes und farbenfrohes Beispiel für ein tolerantes und liebevolles Miteinander ohne Vorurteile. Fazit: Obwohl ich selbst keine Diskriminierung in dieser Art erlebt habe, erkannte ich mich doch an einigen Stellen wieder. Ich fühle mich gesehen und erkenne selbst eigene Vorurteile, denen ich bewusster entgegen treten kann.

In der Diätkultur gilt der fettphobe Mythos, dass in jedem Menschen ein dünner Mensch steckt. Dass die Ursprungsfrom die natürliche Figur jeder Person, immer die schlanke ist, weswegen die dicke zwangsläufig eine Absonderlichkeit sein muss. (…) Bei dick_fett gelesenen Menschen gehen viele davon aus, dass man den gesundheitlichen Zustand am Äußeren erkennen kann. BodyMary sagt es gut in ihrem Interview (…): << Adipositas ist eine Blickdiagnose.>>

Melodie Michelberger

Sei es nun der von Melodie beschriebene Druck zum Thema „Wie esse ich richtig?“ (s.104ff) oder der systematische Leistungsdruck bei sportlicher Betätigung unter „Wie mache ich Sport“ (S. 89ff), aber auch in den von ihr beschriebenen Folgeerscheinungen einer Essstörung in Kapitel „Wir waren uns so fremd“ (S.63ff).

Viel gelernt habe ich allerdings an den Stellen, an denen Melodie von ihren Ängsten schrieb. So beschreibt sie vor allem auch die Ängste vieler junger Menschen, aufgrund des alternativen Aussehens nicht Teil einer Community sein zu dürfen, da diese ihre eigenen Standards zur Norm deklariert. In diesem Sinne: Lesen und die eigenen Vorurteile abbauen.

Melodie liest übrigens jeden Sonntag aus ihrem Buch „Body Politics“ vor. Mehr Infos hierzu auf ihrer Instagrampage. Erschienen ist das Buch im Rowohlt Verlag, ca. 18 Euro.

#Dialogue

One response to “Body Politics by Melodie Michelberger”

  1. […] beschreibt der Sen die gedankliche Bias, die verstanden und deren Muster gebrochen werden müssen um ein friedliches und freies Miteinander […]

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