Abschiedsgruß an „Pelze Multimedia“
Zum 8. März, dem Internationalen Frauentag, erinnert das Schwule Museum Berlin mit einem Archiv-Fundstück an den legendären FrauenLesben-Ort „Pelze Multimedia“ (1981–1996) in Berlin-Schöneberg. Minimalistisch eingerichtet in Metall und Leder, mit Linoleumboden und Strandsand, war der Raum Treffpunkt für feministische und lesbische Künstler*innen: für Musik, Filmabende, Lesungen, Performances und avantgardistische Modenschauen.
1996 strich der Senat die Förderung, der Hausverein kündigte, die letzten Betreiberinnen räumten das „Pelze“ leer und warfen den Schlüssel in den Gully. Der Abschiedsgruß lautete: „It was nice, but it’s over“. Die Kopiervorlage wanderte ins Archiv des SMU.
Erinnerung und Referenzen
Die Erinnerung an das „Pelze“ wird unter anderem durch Fotografien von Petra Gall, den Dokumentarfilm Subjekträume (2020) von Katharina Voß und Janin Afken sowie die Neonarbeit Pelze (2015) von Lena Rosa Händle lebendig gehalten. Diese Referenzstücke sind in der Ausstellung Feuer + Flamme für das Patriarchat zu sehen. Kurator Heiko Pollmeier ergänzte die Präsentation mit Szenenfotografien von Heike Overberg.
Frauenrechte im internationalen Kontext
Frauen-Räume und -Rechte werden auch international diskutiert, z. B. beim diesjährigen Human Rights Forum am 14. März in Sofia. Dort wird Luan Pertl über das sichere Sammeln und Archivieren von Geschichten für Minderheitengruppen sprechen. Der Besuch dient außerdem der Vernetzung des Museums mit europäischen Initiativen und Expert*innen.

Neue Schenkungen in der Sammlung
Die SMU-Kunstsammlung erhielt kürzlich zwei besondere Schenkungen:
- Jiří Kolář (1914–2002), tschechischer Nachkriegskünstler, Collage Lesbisches Auto, zeigt oberflächlich Auto- und Schuldschein-Motive; bei genauerem Hinsehen eine erotische Szene mit zwei Frauen (Postkarte zu Courbet, Le Sommeil, 1866).
- Hormazd Narielwalla, in Indien geboren, in London lebend, übermalte ein Schnittmusterbuch des 19. Jh. mit körperlichen Motiven und Blumenbildern à la Giorgia O’Keeffe (Fear of the Flower).
Beide Werke illustrieren internationale Vernetzung, Collagetechniken und die Auseinandersetzung mit Minderheitenidentitäten.
Ausblick auf Ausstellungen

Cruising the Countryside eröffnet am 30. April.

A Heart That Beats – queere ukrainische Kunst, bis 6. April 2026.

Feuer + Flamme dem Patriarchat, bis 25. Mai 2026.

Love at First Fight, bis 29. Juni 2026.
Außerdem laufen Kooperationen mit KVOST, Mitte Museum, Werkbundarchiv und der Bonner Bundeskunsthalle.
Engagement und Bildungsangebote
Das SMU sucht weiterhin Ehrenamtliche für Café, Empfang und Veranstaltungsbetreuung – jeden zweiten Dienstag, nächste Info am 10. März. Für Jugendliche zwischen 14–22 Jahren startet das Ferienprogramm Queere Kiezgeschichten vom 30. März bis 2. April. Anmeldung: fuehrungen@schwulesmuseum.de.
Führungen zu den Ausstellungen sind kostenlos; Museumseintritt separat. Mehr Infos: hier.


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