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Mitten rein in die Kultur: 8. PANDAwomen Festival Programm

Vom polnischen Punk bis zum türkischen Schattentheater: Das 8. PANDAwomen Festival (7.11.–19.12.2025) feiert Kulturvielfalt in 7 Mini-Festivals.

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Vom polnischen Punk bis zum türkischen Schattentheater: Das Programm des 8. PANDAwomen, das dieses Jahr vom 7.11. bis 19.12.2025 stattfindet, ist komplett. Die sieben PANDAwomen-Abende sind als vielgestaltige Mini-Festivals konzipiert. Sie feiern die kulturelle Vielfalt von Estland, Georgien, Iran, Jemen, Polen, Belarus und der Türkei. Expertinnen aus der jeweiligen Diaspora haben sie kuratiert.

Dabei reicht die Bandbreite von klassischen und experimentellen Klängen bis hin zu Lesungen, Workshops, Performances und Filmvorführungen. Unter den prominenten Künstler*innen befinden sich die renommierte und vielfach ausgezeichnete Autorin Nino Haratischwili, die belarussische Avantgarde-Musikerin und Dichterin Sveta Ben und der estnische Rising Star Mari Kalkun.

Zu allen “Mini-Festivals” gehören DJ-Sets, Essen aus der Region, passendes Ambiente – sowie natürlich der Austausch miteinander.

Izzy and The Black Trees spielen zum Auftakt des 8. PANDAwomen-Festivals
© Lukasz Lukasiewicz

November Programm

Für den 7.11. hat Edyta Rogowska-Żak, die auch das ROXSA-Festival leitet, einen spannenden Einblick in polnische Musik- und Tanzkultur kreiert. Izzy and the Black Trees spielen energetisch-feministischen Punkrock. Dieser wurde schon auf KEXP und BBC6 gefeiert. Die gerade in den Jazz-Himmel aufsteigenden Pianistinnen und Komponistinnen Hania Derej und Zuzanna Całka bringen neue Stücke mit. Die Tänzerin Anna Steller erschafft für das PANDA platforma eine raumgreifende Performance. Auch Edyta Rogowska-Żak selbst betritt als Teil des Polish-Future-Retro-Trios Duxius die Bühne. 

links: Nini Nutsubidze © Tina Khuntsaria, rechts: Nino Haratischwili © Steffen Baraniak

Nach Georgien geht es am 14.11., den die visuelle Dichterin und Lyrikerin Elza Javakhishvili kuratiert hat. Tatia Asatiani moderiert. Der Abend beginnt mit einer Rede von Nino Haratischwili. In den Lesungen der Dichterinnen Ana Tcheishvili, Eka Kevanishvili und Kato Javakhishvili wird die Schönheit und Relevanz der Worte thematisiert.

Es folgt ein filmisches Intermezzo mit Anka Gujabidzes BAKHMARO 2025 sowie SELF-PORTRAIT ALONG THE BORDERLINE von Anna Dziapshipa. Den Abend ausklingen lässt die georgische Musik: Es performen Nini Nutsubidze, die Soul und R&B mit georgischen Folk-Klängen kombiniert; Synth-Pop-Artist nana.ios sowie die klassische Pianistin Nestan Bagration-Davitashvili.

Anastasia Ryndlevskaya © Alina Masovets

Novembermitte

Am 21.11. bringt die interdisziplinär arbeitende Avantgarde-Künstlerin, Regisseurin, Dichterin und Musikerin Sveta Ben die belarussische Vielfalt aufs Tableau. Los geht es mit der Filmvorführung von “Jugend auf Belarussisch” mit anschließendem Q&A mit der Regisseurin Ksenija Halubowitsch, gefolgt von einer Präsentation des Kunstprojektes “Vecha”, das sich anhand von persönlichen Familiengeschichten mit Belarus beschäftigt.

Der Abend geht mit der performativen Lesung “Krovazvarot” weiter. Julija Cimafiejeva ist Schriftstellerin. Sie schrieb unter anderem für das Maxim Gorki Theater das Stück “Extremist*innen”. Volha Padhaiskaya ist Komponistin und Organistin für zahlreiche Theaterstücke und Stummfilme. Intim und nachdenklich wird es dann mit KOOB S.

Das aus der belarussischen Sängerin KOOB und dem schwedischen Bassisten Seth Sjöström bestehende Duo bewegt sich zwischen Folk und Jazz. Den finalen Höhepunkt des Abends liefert die interdisziplinäre Künstlerin und Musikerin Anastasia Rydlevskaya

Links Najla Alshami © Alaa Al Qaddah, rechts: Eman Ibrahim

Am 28.11. erkundet die Kuratorin und Aktivistin Najla Alshami die Bandbreite der jemenitischen Musik – und gibt auch anhand des von ihr betriebenen Yemen Art Base (YAB) in Brüssel einen Einblick in Jemens Kunstszene. Eman Ibrahim bringt in ihrem Opener-Set klassische arabische Lyrik und zeitgenössische Arrangements zusammen.

Die in Saudi-Arabien lebende Hadeel Hussein lässt mit ihrem Sound arabischen Pop und jemenitische Klänge zusammenfließen. Noha aka Intibint aus Glasgow bewegt sich schließlich in die experimentelle Richtung. In dieser Richtung haben auch Field Recordings ihren Platz.

Behrooz Moosavi und Janna Maria

Dezember Programm

Mit dem ersten Dezember-Event am 5.12. zieht das PANDAwomen in den Iran weiter. Das von der freischaffenden Künstlerin, Musikethnologin und Festivalkuratorin Dr. des. Yalda Yazdani kuratierte Event beginnt praktisch und hands-on mit einem Workshop zu Ableton und iranischer Musik von Cee, Parisa Saeednezhad und Yalda Yazdani. Anschließend changiert Sanam Maroufkhani zwischen Indie und Jazz.

Danach gibt es traditionelle Klänge von Parisa SaeednezhadRoshanak RafaniSahar Zibaei und Pouyan Biglar. Und schließlich wird es elektronisch und tanzbar mit Musik und Visuals in zwei Sets von Mahtab Sabetara und Baharan Egh sowie Behrooz Moosavi und Janna Maria.

Tuulikki Bartosik und Sander Mölder 

Dezembermitte

Für die Dezembermitte am 12.12. hat die Musikagentin und JV-Promotion-Betreiberin Juliana Volož spannende Künstler*innen aus Estland eingeladen. Als filmischen Einstieg zum Festivalthema weibliche Solidarität zeigt Anna Hints ihren erfolgreichen Dokumentarfilm SMOKE SAUNA SISTERHOOD.

Die schwedisch-estnische Akkordeonistin, Komponistin, Produzentin und Multi-Instrumentalistin Tuulikki Bartosik arbeitet mit dem estnischen Komponisten Sander Mölder zusammen. Sie kreieren einen Sound. Nordische und baltische Einflüsse treffen auf moderne Innovation.

Für das Grand Finale kommt die in Estland vielfach ausgezeichnete und gefeierte Mari Kalkun ins PANDA platforma, die in ihrem neuen Album alte Mythen, Runengesänge und zeitgenössische Poesie – geschrieben in einer der ältesten Sprachen der Welt: Võro – aufs Berührendste zu vereinen weiß.

ILÆY © Sergey Lemon

Am 19.12. geht das PANDAwomen mit einem Abend voller türkischer Highlights zu Ende. Die Musikerin, Sängerin und Konzertorganisatorin Güley Alagöz beginnt die Veranstaltung höchstselbst. Sie spielt einen Sound, der sich zwischen klassischer Gitarre, Swing, Jazz und Elektronik bewegt. Sie übergibt im Anschluss die Bühne an İrem Nalça, eine multidisziplinäre Künstlerin, die sich in ihrer Performance unter anderem dem Phänomen des Schattens widmet, inspiriert vom Karagöz-Schattentheater. 

Pina Berlin fragt in ihrer Kunst “Was wäre, wenn Norah Jones und Led Zep­pe­lin in Istan­bul der 90er kol­la­bo­rie­ren wür­den?” – und lässt im PANDA platforma eine Melange aus Musik und Bewegung entstehen.

Zum krönenden Abschluss des Festivals performt ILÆY, die derzeit als Maria Magdalena in der Komische-Oper-Inszenierung JESUS CHRIST SUPERSTAR zu sehen ist, ihren einzigartigen Avant-Pop. 

Von PANDAwomen inspiriertes Begleitprogramm

PANDAwomen 2025 ist mehr als diese sieben Abende. Ein umfangreiches Begleitprogramm findet auch darüber hinaus im November und Dezember statt. Es erweitert den Festivalrahmen mit weiteren Formaten. Dazu gehören experimentelle Jazzkonzerte. Es gibt zwei Ausstellungen und das Diskussionsformat Meeting Without Translation. Zahlreiche Specials geben den Ländern und Künstler*innen zusätzliche Sichtbarkeit.

Das komplette PANDAwomen-Programm finden Sie ab Oktober auf der PANDA platforma-Website.

PANDA platforma wird gefördert durch das Land Berlin – Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.Copyright © 2025 Marie Ketzscher, All rights reserved.


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