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    Can Dündar’s Theater Kolumne #53: »DAS PROBLEM IM STADTBILD«

    Ein Brief von 1966 erinnert an die ersten »Gastarbeiterinnen« – Frauen, die Deutschland mit aufbauten. Heute fragen sie: Sind wir immer noch Gäste?

    In einem der Ausstellungsräume des 7. Berliner Herbstsalons ЯE:IMAGINE: THE RED HOUSE im Gorki liegt in einer gläsernen Vitrine ein handgeschriebener Brief vom 22. Juni 1966. Er beginnt mit den Worten: »Mein werter Ehemann« – eine Anrede, die man heute nicht mehr lesen würde.

    »Seit meiner Abreise aus der Türkei sind heute genau sechs Tage vergangen. Drei davon haben wir im Zug verbracht. Am Montag kamen wir in München an und konnten noch am selben Tag um 14.30 Uhr die Werksunterkunft erreichen.«

    Nach einer drei Tage dauernden, beschwerlichen Zugfahrt auf harten Holzsitzen müsste man annehmen, dass der Mensch sich zunächst ausruhen darf. Doch weit gefehlt.

    »Am nächsten Tag begannen wir mit der Arbeit. Unser Arbeitsplatz liegt 54 Kilometer von München entfernt. Wir müssen drei verschiedene Verkehrsmittel nehmen, um dorthin zu gelangen.«

    Man stelle sich vor, was es für eine junge Frau Anfang zwanzig bedeutet haben muss, am Tag nach einer solchen Reise in einem fremden Land, fern von Familie und Heimat, mit drei Umstiegen zur Arbeit zu fahren. Doch die Schreiberin klagt nicht:

    »Die Arbeit ist viel, aber nicht schwer«, schreibt sie. In der Nähfabrik, in der sie arbeitet, sind rund 600 Frauen beschäftigt. Die Fabrik hat einen Vorschuss von 80 Mark gezahlt – wie viel sie verdienen wird, weiß sie noch nicht. In den letzten Zeilen sendet sie »unendliche Grüße und Liebe« – nach drei Tagen als »Gastarbeiterin in Deutschland« – an ihren Ehemann in der Türkei.

    Ein Frauenwohnheim des Telefunken-Werks in der Stresemannstraße 30 

    In der GORKI-Ausstellung erfahren wir noch viel mehr über die Lebenswege von rund 200 jungen Frauen, die zwischen 1964 und 1969 vor allem aus der Türkei nach Berlin kamen.

    Symbol des Aufbaus: Das Frauenwohnheim des Telefunken-Werks in der Stresemannstraße 30 war für eine Zeit lang ihr Zuhause und die Erinnerungen aus diesem Haus leben nicht allein im Ausstellungsraum, sondern auch auf der Bühne des Gorki weiter.

    DAS ROTE HAUS von Ersan Mondtag und Till Briegleb verbindet die Zeugnisse dieser jungen Frauen aus dem »Wonaym« mit Motiven aus Emine Sevgi Özdamars Romanen Die Brücke vom Goldenen Horn und Seltsame Sterne starren zur Erde. Das Theaterstück dokumentiert die harten Arbeitsbedingungen jener ersten Generation migrantischer Frauen, die unter körperlich zermürbenden Umständen in Fabriken arbeiteten – bis ihnen buchstäblich »die Haare auf die Maschinen fielen«.

    Ihre Geschichten werfen ein Licht auf das Gestern und Heute Deutschlands: Sechzig Jahre Leben, verdichtet in zwei Theaterstunden – eine schmerzhafte Reise, die in einem Bahnhof oder einem Wohnheim beginnt und endet.

    Plötzlich Sirenen, Explosionen, Schreie. Die düstere Vision einer neuen »Ausländer-raus«-Kampagne und die Rückkehr der nun ergrauten, erschöpften Frauen – der ehemaligen Arbeiterinnen – auf denselben Gleisen, auf denen sie einst kamen. Ein Symbol für eine Gesellschaft, die vergisst, wer sie mit aufgebaut hat.

    »Gastarbeiter*innen«

    Ist das eine Dystopie – oder schon der Vorgeschmack auf einen kommenden Albtraum?

    In Deutschland wird diese Frage derzeit heftig diskutiert und die »Gastarbeiter*innen« wie ihre Enkel*innen fragen sich, ob sie nach über sechzig Jahren immer noch Gäste sind. Die unerwünschten Fremden, ein Problem im Stadtbild …

    Auslöser der jüngsten Debatte waren die Worte von Bundeskanzler Friedrich Merz.

    Auf einer Pressekonferenz in Potsdam – ausgerechnet dort, wo ähnliche Themen auffällig oft zur Sprache kommen – sagte er, dass die Regierung frühere Fehler in der Migrationspolitik korrigiert und Fortschritte erzielt habe, doch selbstverständlich sehe man das »Problem« noch immer im Stadtbild. Deshalb sei der Innenminister dabei in sehr großem Umfang Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen.

    Auf die Nachfrage, was er mit dieser Formulierung meine, und ob er sie zurücknehmen wolle, antwortete Merz nicht etwa beschwichtigend – im Gegenteil:

    »Ich stelle Ihnen eine Gegenfrage: Ich weiß nicht, ob Sie Töchter haben. Falls ja, fragen Sie sie doch einmal, was ich damit gemeint haben könnte. Ich bin sicher, sie werden Ihnen eine klare Antwort geben.«

    »Wir sind das Stadtbild.«

    Wer im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, wurde vielleicht an Joseph Goebbels erinnert, der einst behauptet hatte, die Juden »verdürben« das Straßenbild. Seit der Niederlage der damaligen Nazi-Ideologie rühmte sich Deutschland stets für seine Vielfalt und Buntheit. Die Worte des Kanzlers riefen Empörung hervor, und vor dem Brandenburger Tor versammelten sich tausende Menschen unter dem Motto »Wir sind das Stadtbild.«

    Vor der Berliner CDU-Zentrale riefen Frauen »Wir sind die Töchter!« und Katharina Dröge, Fraktionsvorsitzende der Grünen, forderte Merz auf, sich zu entschuldigen, denn er habe »Millionen von Menschen mit Migrationsgeschichte beleidigt«. Der Co-Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoğlu, machte auf das wahre Stadtbildproblem aufmerksam:

    »Wir haben im Stadtbild zwar immer mehr Armut, immer mehr Obdachlose und immer mehr geschlossene Läden. Das hat aber mehr (…) mit den sozioökonomischen Veränderungen zu tun, für die die Regierung zuständig ist.«

    22.560 türkische Staatsbürger*innen warten auf ihre Abschiebung

    In den letzten Monaten wurde die Abschiebung jener, die angeblich ein Problem im Stadtbild darstellen, beschleunigt. Die größte türkeistämmige Gemeinschaft außerhalb der Türkei ist die am meisten gefährdete. Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge warten Stand Ende September 22.560 türkische Staatsbürger*innen auf ihre Abschiebung; allein in diesem Jahr wurden bereits 1.614 abgeschoben.

    Bundeskanzler Merz brachte bei seinem letzten Türkei-Besuch höchstpersönlich einen Koffer mit und wurde dafür von der türkischen Presse gelobt. Berichten zufolge war der symbolträchtige Koffer voller Rückführungsdossiers.

    Welche Art von »Türken« Kanzler Merz zurückschicken will – und ob es sich dabei auch um »politische Gegner« wie mich handelt, deren Auslieferung Erdoğan fordert – wird sich bald zeigen. Doch das Entscheidende ist, dass die Diskussion über das »Problem im Stadtbild« und jenen Abschiebelisten bei vielen, auch bei denen, die bleiben werden, das gleiche schmerzhafte Gefühl von unerwünschter Zugehörigkeit auslöst.

    Die Rückkehr auf den Schienen: Das Vermächtnis der Aufbauhelferinnen

    Am Ende der Inszenierung von DAS ROTE HAUS sieht man die Frauen, die einst ihre Jugend, ihre Kraft, ihr Leben in den Aufbau der deutschen Industrie und Wirtschaft gesteckt haben, auf denselben Schienen zurückkehren, auf denen sie einst ankamen. Diese Szene bewegte viele im Publikum zu Tränen.

    Um zu erkennen, dass sich unsere Städte verändern, müssen wir nicht erst unsere Töchter fragen. Um zu verstehen, warum sie sich verändern und wie wir den Wandel gestalten könnten, sollten wir auch jene fragen, die in der Stresemannstraße 30 einen Teil ihres Lebens verbracht haben.

    Fragt die grauhaarigen Frauen, die einst kamen, um dieses Land mit aufzubauen – und die heute das Gefühl haben, nurmehr als »Problem im Stadtbild« gesehen zu werden.

    Text von Can Dündar, Übersetzung aus dem Türkischen von Çiğdem Özdemir
    Maxim Gorki Theater · Am Festungsgraben 2 · Berlin 10117 · Germany

    https://www.gorki.de/de

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    ANDROGYNOUS: Subversive Ekstase und queer-politischer Appell

    ANDROGYNOUS im Gorki: Lola Arias schlägt die Brücke von Anita Berbers subversiver Ekstase im Berlin der 20er Jahre zum heutigen queer-politischen Widerstand.

    Das Maxim Gorki Theater präsentiert Lola Arias’ “Androgynous. Portrait of a Naked Dancer”: Ein aufrüttelndes Bühnenstück, das die Brücke zwischen der exzessiven Berliner Subkultur der 1920er Jahre und der heutigen queeren Clubculture schlägt. Im Zentrum steht die Ikone Anita Berber – Tänzerin, Filmstar und Enfant terrible der Weimarer Republik.

    Das Stück ist mehr als eine historische Aufarbeitung. Es ist eine leidenschaftliche Infragestellung von Zensur, Widerstand und der Rolle der Kunst in unsicheren Zeiten, gerade angesichts der zunehmenden Unterdrückung von Selbstbestimmung marginalisierter Gruppen.

    die Grenzen zwischen Realität und Fiktion

    Die argentinische Regisseurin Lola Arias ist bekannt für ihren dokumentarischen Ansatz, welcher die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschiebt, indem sie intime, persönliche Biografien auf die Bühne holt. Für dieses Projekt kollaborierte sie eng mit der Poledancer:in River Roux.

    Roux, die durch Abstraktion des Sujets und autobiografische Tiefe die Komplexität verschiedener Gender und Identitäten navigiert, dient so als eindringlicher Spiegel Berbers in den 2020er Jahren. Auf der Bühne treffen Roux, Bishop Black und Dieter Rita Scholl aufeinander, um in einem Setting, das einem zeitgenössischen Kabarett gleicht, die legendären Figuren der „Goldenen Zwanziger“ neu zu verkörpern.

    Die Rekonstruktion der Radikalität: Tanz als Befreiungsschlag

    Die zentrale und schmerzhafte Herausforderung des Stücks ist die Rekonstruktion einer Kunstform, von der oft nur Zensurberichte, verurteilende Polizeiakten und verschwommene Fotos existieren. Anita Berbers Performances waren ihrer Zeit weit voraus. Performances geprägt von expliziter Erotik, Horror-Elementen und einer provokanten Geschlechterambiguität, welche die bürgerlichen Normen und die Vorstellungskraft des Möglichen sprengten.

    Diese existenziellen Transgressionen wurden nachträglich auf oberflächliche Skandale reduziert. Mit dem “Tanz der Salome” zerbrach Berbers Weltbild endgültig an der blutigen Wahrheit des keimenden Naziregimes. Doch “Androgynous” scheut sich nicht, die dunklen Schatten zu beleuchten. Thematisiert werden auch Drogenkonsum, sexualisierte Gewalt, Stereotypisierung, Marginalisierung und gesellschaftliche Stigmata, welche der LGBTQIA+-Community bis heute ein selbstbestimmtes Leben erschweren. 

    Ihre Tänze hießen “Morphium”, “Cocaine” und “Ekstase”

    Bishop Black, River Roux in
    Androgynous. Portrait of a naked dancer.

    Einige der gezeigten Performances visualisieren, wie leidvoll und schmerzhaft dieser Befreiungsschlag auf der Bühne sein kann. Das Ensemble belebt diese historischen Tänze und Haltungen mithilfe von Archivmaterial und detaillierten Polizeiberichten neu. Die zentralen Fragen bleiben: Wie radikal und provokativ waren diese Tänze für eine Gesellschaft, die aus den Trümmern des Ersten Weltkriegs aufstieg? Sind sie heute, hundert Jahre später, immer noch subversiv?

    Die Antwort auf letzteres lautet: ja, denn heute stehen wir vor den selben Herausforderungen wie vor rund hundert Jahren. Freiheitsrechte werden beschnitten, Freiräume verschwinden und der Rechtsruck ist in vollem Gange. Die Skandale, sowie Berbers Rollen sprechen Bände über das Weltbild der Nachkriegsgeneration und zeugen von dem Schrecken, der noch bevorstand.

    Gestern und Heute: Ein Spiegelkabinett des Überlebens

    Lola Arias nutzt die historische Folie der 1920er Jahre – einer Epoche kurz vor dem Aufstieg des Naziregimes und dem drohenden Ende der Kunstfreiheit – um eine direkte, alarmierende Parallele zur Gegenwart zu ziehen. Die Performer:innen mischen die rekonstruierten historischen Momente mit ihren eigenen, heutigen Lebenserfahrungen als Künstler:innen des Nachtlebens. Diese Zeitreise ist der ungeschönte Kern der Inszenierung. Sie enthüllt, dass die Kämpfe um sexuelle Freiheit, Akzeptanz und die Schaffung von Schutzräumen nie abgeschlossen waren.

    Die Gegenkultur der 20er Jahre bot – ähnlich wie die heutige Clubszene – unverzichtbare Räume des Dissenses, der Fürsorge und des kollektiven Überlebens in Krisenzeiten. Indem die Darsteller:innen ihre historischen Alter Egos verkörpern, wird “Androgynous” zu einer vielschichtigen Untersuchung der Komplexität des Widerstands. Es feiert, was die Ikone Berber vorgelebt hat. Das Leben und Tanzen als unbedingter Akt der Selbstbehauptung gegen eine drohende Tyrannei.

    Das Erbe der „Bad Girls“: Ein Appell zur Verteidigung

    Dieter Rita Scholl, River Roux, Bishop Black in
    Androgynous. Portrait of a naked dancer.

    Die Produktion ist eine leidenschaftliche Feier des queeren Stolzes und der performativen Kraft der Sexualität. Es ist eine unmissverständliche Hommage an die “Bad Girls” der Geschichte – jene, die das Risiko der Sichtbarkeit eingingen und dafür den höchsten Preis zahlten. Anita Berber starb jung, im Alter von nur 29 Jahren, in einem Berliner Krankenhaus. Ihr Vermächtnis als Ikone des Expressionismus und der frühen queeren Subkultur lebt hundert Jahre später in vollem Umfang weiter. 

    Alle alle starben an meinen roten Lippen
    an meinen Händen
    an meiner Geschlechtslosigkeit
    Die doch alle Geschlechter in sich hat
    Ich bin blass wie Mondsilber

    ANITA BERBER, (1899-1928) – Orchideen

    Das Stück am Gorki-Theater stellt diese Legende nicht auf ein Podest, sondern macht sie durch die Augen und Körper von River Roux, Bishop Black und Dieter Rita Scholl wieder fühlbar und relevanter denn je. Androgynous ist ein dringender Appell, die Räume der Freiheit und Selbstdarstellung zu verteidigen, die von Berber und ihren Zeitgenossen erkämpft wurden. Räume und Rechte, die angesichts der aktuellen Bedrohung von rechts, erneut erkämpft werden müssen.

    Weitere Termine

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    Berliner Graffiticrews – die Szene von 1990 bis 2006

    Einblicke in Berlins Graffiticrews 1990–2006: Lesung, Gespräch & Beats am 21.11.25 in der Martha Cooper Library im Urban Nation Berlin. Eintritt frei!

    MCL presents #6: Berliner Graffiticrews – Einblicke in die Szene von 1990 bis 2006

    • Wann: 21. November 2025, 18.30–20.00 Uhr mit anschließendem Buchverkauf und Signierung
    • Wo: Martha Cooper Library im URBAN NATION Museum, Bülowstr. 7, 10783 Berlin
    • Eintritt frei

    Nach dem Fall der Berliner Mauer führten neue urbane Flächen und Infrastrukturen, verlassene Gebäude und eine frei auflebende Jugendkultur zu einer explosionsartigen Ausbreitung von Graffiti im öffentlichen Raum. Die in dieser Zeit entstehenden Berliner Graffiticrews boten dabei nicht nur kreative Freiheit und Ausdruck, sondern vermittelten auch ein Gefühl von Zugehörigkeit und sozialem Rückhalt.

    Am 21. November 2025, von 18.30 bis 20.00 Uhr, lädt die Martha Cooper Library zu zwei Buchpräsentationen ein, die das kreative Erbe dieser bewegten Zeit reflektieren.

    „BIF CREW | BERLINER IN FREIHEIT“

    Johann-Christof Laubisch, Schauspieler und Rapper, liest aus seinem Roman „BIF CREW | BERLINER IN FREIHEIT“. Der Roman gibt einen persönlichen Einblick in die Welt der Berliner Graffiticrew „BIF“ und ihre Bedeutung für die Jugendkultur der 1990er Jahre.

    Die Ausstellungsmacher Sebastian Grap und Sebastian Bartels stellen ihren Katalog „Blackbook HSH. Jugend- und Subkultur aus der Platte“ vor. Ihr Projekt dokumentiert die Graffitikunst in den Randbezirken Ost-Berlins und beleuchtet die enge Verbindung zwischen urbaner Kunst und gesellschaftlicher Identität.

    Im Gespräch mit Stephanie Wächter aka Lady Sound, in der Hip-Hop- und Graffiti-Szene aktiv, wird die Rolle der Crews als kreative und soziale Netzwerke diskutiert.

    Die Veranstaltung wird musikalisch von DJ Dister begleitet, der mit seinen Beats die Atmosphäre der Zeit lebendig werden lässt.

    Mitwirkende

    Sebastian Bartelt ist Medientechnologe und Mitorganisator der Ausstellung „Blackbook HSH“. Er leitet eine Siebdruckwerkstatt und arbeitet ehrenamtlich mit Jugendlichen in der Graffitiszene.

    Sebastian Grap ist Graffiti-Aktivist und Kulturmanager. Als Mitorganisator des „Blackbook HSH“-Projekts setzt er sich mit der Jugend- und Subkultur der Berliner Randbezirke auseinander.

    Johann-Christof Laubisch ist Schauspieler, Rapper und Autor. Aufgewachsen in Ost-Berlin, war er aktiv in der Graffiti- und Hip-Hop-Szene der 1990er Jahre und engagiert sich heute in Workshops für Jugendliche.

    Stephanie Wächter (Lady Sound) entdeckte die Hip-Hop-Kultur in den 1990er Jahren und bietet heute Workshops zu Graffiti und Streetart an, mit besonderem Fokus auf Mädchen und junge Frauen.

    Infos über die Martha Cooper Library

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  • Raum für drastische Maßnahmen: SPECK (THE COMEBACK)

    Zwischen Scham, Stärke und Selbstakzeptanz tanzen (dicke) Körper in „SPECK (THE COMEBACK)“ – eine radikale, zärtliche Performance von Frida Zack & Team.

    Performance & Installation
    Frida Zack and friends

    21. November 2025 ab 19 Uhr, Performance: 20 Uhr

    Von und mit Frida Zack, Mette Gabler, Amelie Herm, Ozlo Kraft, Edgar Mauser, Luna Powierski, Sabrina Rücker, Coco Luna Watts
    Bühne: Tabea Jorcke

    Zwischen bittersüßen Landschaften aus Fleisch, atemloser Erschöpfung vom Kämpfen und der zerschmetternden Kraft von Oberschenkeln eröffnet die Performance SPECK eine Welt, in der (dicke) Körper durch Erinnerungen von Scham, zerbrechliche Momente der Verletzlichkeit und die Kraft von Selbstakzeptanz tanzen. Eine Performance von Frida Zack und Freund*innen.

    SPECK (THE COMEBACK)

    Performance & installation
    Frida Zack and friends

    November 21th 2025 doors open 7 p.m., performance starts 8 p.m.

    From and with Frida Zack, Mette Gabler, Amelie Herm, Ozlo Kraft, Edgar Mauser, Luna Powierski, Sabrina Rücker, Coco Luna Watts
    Bühne: Tabea Jorcke

    Between bittersweet landscapes of flesh, breathless exhaustion from fighting and the power of thunder thighs, the performance SPECK opens up a world in which (fat) bodies dance through memories of shame, fragile moments of vulnerability and the power of self-acceptance. A performance by and with Frida Zack and friends.

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  • “Working Poor” – Wenn Arbeit nicht mehr zum Leben reicht

    Arbeit soll Würde geben – doch für Millionen reicht sie nicht mehr zum Leben. Arbeitsarmut wächst leise, aber sie betrifft das Herz unserer Gesellschaft.

    Das stille Drama der Arbeitsarmut in Deutschland

    Liebe:r Leser:innen

    Arbeit galt lange als Garant für Würde, Sicherheit und Selbstbestimmung. Wer fleißig ist, so das Versprechen, soll sich ein gutes Leben aufbauen können. Gemeint ist eine Wohnung, ein paar Rücklagen, vielleicht eine kleine Reise im Jahr. Doch dieses Versprechen verliert an Glaubwürdigkeit. In Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt, gibt es heute Millionen Menschen, die trotz regelmäßiger Arbeit nicht genug verdienen, um ihre grundlegenden Lebenshaltungskosten zu decken. 

    Wenn die bereits geleistete Arbeit nicht reicht, so der Kanzler, können wir ja einfach noch mehr arbeiten. Denn besonders Carearbeit, wie Pflege von Angehörigen und alltägliche Aufgaben in unserer Gesellschaft sind ja längst zur Nebensache degradiert worden. 

    Die Zahl der sogenannten „Working Poor“ wächst. Für viele bleibt am Monatsende nichts übrig, obwohl sie jede Woche 40 Stunden oder mehr arbeiten. Hinter dieser Statistik verbirgt sich kein Randphänomen, sondern ein stilles gesellschaftliches Erdbeben, das die Fundamente des Sozialstaats erschüttert.

    Die schleichende Entwertung der Arbeit

    Das Phänomen ist nicht neu, verschärft sich allerdings zunehmend. Während die Produktivität steigt und Unternehmen Rekordgewinne verzeichnen, stagniert der Reallohn vieler Beschäftigter und die Lebenshaltungskosten steigen. Der gesetzliche Mindestlohn, der einst als Schutzschild gegen Ausbeutung gedacht war, reicht in vielen Regionen kaum noch für Miete, Energie und Lebensmittel. Ganz zu schweigen davon, dass mit diesen Niedriglöhnen auch noch Rücklagen für Notfälle oder das Alter geschaffen werden soll.

    Zugleich haben sich die Lebenshaltungskosten in den letzten Jahren dramatisch verändert. Die Mieten in Städten wie München, Berlin oder Freiburg verschlingen längst mehr als die Hälfte des Einkommens eines durchschnittlichen Arbeitnehmers. Ursprünglich sollte die Miete einer Person nicht mehr als ein Drittel des Einkommens ausmachen, so Vermieterinnen und Makler:innen. Strom, Heizung und Lebensmittelpreise steigen stetig, während Versicherungen und Verkehrskosten weiter Druck auf die Haushaltskassen ausüben.

    Die Folge davon ist eine paradoxe Realität. Menschen, die alles richtig machen – arbeiten, Steuern zahlen, Verantwortung übernehmen – rutschen trotzdem in finanzielle Not. Was früher als Ausnahme galt, wird zunehmend zum Normalzustand. Hinzukommen Menschen, die nicht einmal annähernd ausreichend bezahlt werden für Berufe, die noch in der COVID-19 Pandemie als Systemrelevant klassifiziert wurden. 

    Kreative Berufstätige und diejenigen, die Bildung und Kultur vermitteln, haben es noch schwerer sich über Wasser zu halten. Diesem Sektor fehlt es oft an finanziellen Mitteln oder dem Sicherheitsnetz, da sie selbstständig oder frei angestellt sind.

    Das Gesicht der neuen Armut

    Die Betroffenen sind nicht nur Geringqualifizierte oder Teilzeitkräfte. Auch die vielbeschworenen Fachkräfte, Alleinerziehende, Pflegekräfte und Beschäftigte im öffentlichen Dienst berichten, dass sie ihre Rechnungen kaum noch begleichen können. Wer Kinder hat, mit einer Behinderung lebt, wer krank wird oder eine Trennung erlebt, gerät leicht ins Wanken.

    Arbeitsarmut ist dabei kein plötzliches Ereignis, sondern ein Prozess – eine schleichende Erosion von Stabilität. Zuerst schrumpfen die Rücklagen, dann werden kleine Anschaffungen verschoben, bis schließlich die Angst vor der nächsten Stromrechnung oder Mieterhöhung den Alltag bestimmt. Wer ein eigenes Dach über dem Kopf hat und dieses eventuell weitervererben will, muss mit der Höchstbesteuerung rechnen. Firmeneigner hingegen können weitestgehend ohne Umschweife Vermögen weiterreichen, ohne dabei draufzahlen zu müssen. Eine Besteuerung der Superreichen wird vermieden.

    Diese Unsicherheit wirkt zermürbend. Sie nagt am Selbstwertgefühl und verändert den Blick auf das Leben. Arbeit, die einst Halt gab, wird zur Quelle ständiger Sorge. Viele Betroffene beschreiben, wie sie sich zurückziehen, Termine meiden, auf soziale Kontakte verzichten. Armut isoliert – nicht nur finanziell, sondern auch seelisch. Und die Vertreter:innen der etablierten Regierungsparteien treten weiter nach unten, während der eigene Gehaltsscheck weiter aufgeblasen wird. 

    Scham, Schuld und das Schweigen der Mitte

    „Ich arbeite doch – warum reicht es nicht?“ Diese Frage hören Sozialarbeiterinnen und Schuldnerberater täglich. Die Antwort liegt selten in individuellem Versagen, sondern in strukturellen Ungleichheiten. Doch die gesellschaftliche Wahrnehmung hinkt hinterher. Wer arm ist, gilt noch immer schnell als „selbst schuld“.

    Diese Zuschreibung erzeugt Scham – ein stilles Gift, das Menschen davon abhält, Hilfe zu suchen. Viele versuchen jahrelang, alleine durchzuhalten. Sie verschweigen ihre Not aus Angst vor Stigmatisierung oder davor, das Gesicht zu verlieren. Doch je länger sie zögern, desto tiefer geraten sie in die Schuldenfalle. Einmal an dieser Stelle angekommen, dreht sich die Spirale schneller nach unten als gedacht. 

    Psychologisch ist das fatal. Dauerstress, Angst und Überforderung führen nicht selten zu Depressionen, Schlafstörungen oder Burnout. Armut ist kein rein materieller Zustand – sie frisst sich in die Seele und untergräbt das Selbstbild. Besonders gefährlich wird es, wenn Menschen das Gefühl verlieren, dass sich Anstrengung überhaupt noch lohnt.

    Zusätzlich werden diese Menschen noch von allen Seiten als Sozialschmarotzer oder Totalverweigerer deklariert, weil ihnen die Puste für das sich permanent schneller drehende Hamsterrad ausgeht?

    Wenn der Sozialstaat zur Hürde wird

    Deutschland rühmt sich eines stabilen sozialen Netzes – doch viele, die darin Halt suchen, erleben das Gegenteil. Bürgergeld, Wohngeld, Kinderzuschlag, Heizkostenzuschuss – die Zahl der Leistungen ist groß, aber ihre Zugänglichkeit oft gering. Das Netz wird immer löchriger und die geplanten Reformen zeichnen ein dunkles Bild für die bereits harsche Realität der Menschen ganz unten. 

    Die Anträge sind kompliziert, die Verfahren bürokratisch und die Bearbeitungszeiten lang. Viele Menschen verstehen die Formulare nicht oder wissen gar nicht, dass sie Anspruch auf Unterstützung hätten. Andere schämen sich, überhaupt zum Amt zu gehen. Das Ergebnis: Menschen, die Hilfe bräuchten, fallen durchs Raster und werden an den Rand gedrängt.

    Beratungsstellen berichten von wachsender Überforderung. „Die Zahl derjenigen, die arbeiten und trotzdem zu uns kommen, steigt jedes Jahr“, sagt eine Schuldnerberaterin der Caritas. „Viele sind erschöpft. Sie wollen gar keine Almosen – sie wollen nur, dass ihr Lohn zum Leben reicht.“ Oder anders ausgedrückt, dass ehrliche Arbeit entsprechend wertgeschätzt und monetisiert wird.

    Strukturelle Ursachen – und politische Versäumnisse

    Die Ursachen von Arbeitsarmut sind komplex, aber nicht zufällig. Die Ausweitung des Niedriglohnsektors, der Rückgang tarifgebundener Arbeitsverhältnisse und der Mangel an bezahlbarem Wohnraum haben über Jahre eine soziale Schieflage erzeugt. Hinzu kommt die wachsende Ungleichverteilung von Vermögen. Während die reichsten zehn Prozent über mehr als 60 Prozent des Gesamtvermögens verfügen, besitzt die ärmere Hälfte fast nichts.

    Selbst wenn etwas vorhanden ist, läuft dieser Teil der Gesellschaft Gefahr durch Besteuerung oder Instandhaltung von Eigentum auch den letzten Rest des erarbeiteten Wohlstand wieder an den Staat abtreten zu müssen. 

    Diese Ungleichheit ist kein Naturgesetz. Sie ist das Resultat politischer Entscheidungen – von Steuergesetzen, die Kapital begünstigen, bis hin zu Sparmaßnahmen im Sozialbereich. Wenn Arbeit nicht mehr ausreicht, um ein menschenwürdiges Leben zu finanzieren, dann stimmt etwas Grundlegendes nicht.

    Die stille Krise als gesellschaftlicher Sprengstoff

    Armut trotz Arbeit bleibt oft unsichtbar. Sie zeigt sich nicht immer in Obdachlosigkeit oder Hunger, sondern in leeren Kühlschränken, kalten Wohnungen und unausgesprochenen Sorgen. Doch ihre Folgen reichen weit über das Individuelle hinaus.

    Wenn Menschen das Vertrauen in die Gerechtigkeit des Systems verlieren, schwindet der gesellschaftliche Zusammenhalt. Politikverdrossenheit, Wut und Radikalisierung gedeihen dort, wo das Gefühl entsteht, dass Anstrengung nicht mehr zählt. Die stille Krise der Arbeitsarmut bedroht somit auch das Fundament unserer Demokratie.

    Diese Probleme spielen den rechten Lagern in die Karten. Paradoxerweise interessieren diese sich im Grunde gar nicht für die Probleme der ärmsten oder der Mitte. 

    Wege aus der Abwärtsspirale

    Was also tun, wenn der Zusammenbruch droht? Kurzfristig braucht es niederschwellige Hilfe: Schuldnerberatung, Sozialberatung, finanzielle Entlastung und psychologische Unterstützung. Organisationen wie Caritas, Diakonie oder kommunale Beratungsstellen leisten hier unschätzbare Arbeit. Sie helfen Menschen, wieder Ordnung in ihre Finanzen zu bringen, begleiten sie bei Anträgen und geben Halt in einer Zeit, in der vieles oder alles wankt.

    Doch langfristig ist das nicht genug. Die Politik muss dafür sorgen, dass Arbeit wieder zum Leben reicht. Dazu gehören höhere Löhne, eine Stärkung der Tarifbindung, ein konsequenter Ausbau von Sozialwohnungen und eine Steuerpolitik, die Ungleichheit abbaut statt verfestigt.

    Ebenso entscheidend ist ein Kulturwandel: Wir müssen aufhören, Armut als individuelles Scheitern zu begreifen. Sie ist ein gesellschaftliches Phänomen – und eine Frage der Gerechtigkeit. Auch der Hunger der Gesellschaft ist politisch geworden. 

    Ein neuer Blick auf Würde und Wert

    Am Ende geht es nicht nur ums Geld. Es geht um die Frage, was Arbeit in unserer Gesellschaft bedeutet. Ist sie bloß Mittel zum Überleben – oder Ausdruck von Teilhabe, Identität und Sinn?

    Wenn Menschen, die täglich leisten und die Gesellschaft am laufen halten, trotzdem in Not geraten, dann wird Arbeit zur Quelle von Erniedrigung statt von Würde. Die Antwort darauf kann nur lauten: Ein gerechter Lohn ist kein Luxus, sondern ein Menschenrecht. Wie auch Kultur, Bildung und Teilhabe kein Luxus sein darf, denn sich nur die oberen 10.000 leisten können.

    Arbeit sollte Sicherheit schenken, nicht Angst. Sie sollte verbinden, nicht ausgrenzen. Sie sollte das Versprechen erneuern, dass Fleiß, Verantwortung und Solidarität mehr wert sind als Profit und Spekulation von Millionären, Milliardären und Politiker:innen.

    Die Würde des Menschen ist unantastbar

    Wenn ein Mensch sich trotz Arbeit das Leben nicht mehr leisten kann, versagt nicht der Einzelne, sondern das System, welches uns trägt. Arbeitsarmut ist kein Randthema, sondern der Lackmustest unserer Gesellschaft. Sie zeigt, wie ernst es uns wirklich ist mit der Würde des Menschen.

    Vielleicht beginnt Veränderung genau dort, wo wir aufhören zu urteilen – und anfangen zuzuhören. Denn hinter jeder Zahl in den Statistiken steht ein Mensch, der nur eines will: ein Leben in Sicherheit, Selbstachtung und Frieden. Vor allem aber diskutieren wir an dieser Stelle über die Würde aller Menschen. Auch derer, die nach der Aussage des Kanzlers nicht ins Stadtbild passen. 

    Quellenangaben:

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    Alexander Renaldy Avatar
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    Creola – Ascension EP via With Bells Records 

    Creola’s Ascension EP fuses raw house energy with analog warmth. Gritty, soulful, and alive—electronic craft meets human touch.

    This is a house-tempo melting pot that refuses to be boxed in. It’s rough-edged, boundary-pushing, and rejects over-polished production in favour of authentic, sonic texture.

    Centred around the title track—an initial MPC sketch that found its soul with Charla Green’s compelling vocal hooks—this EP digs deep into a dusty, analogue aesthetic.

    The music blends classic electronic production techniques, utilizing samplers, sequencers and drum machines, with the organic warmth of live guitar instrumentation.

    • Artist: Creola
    • Release: Ascension EP
    • Label: With Bells Records
    • Release Date: October 31, 2025
    • Listen & Order: on website or via bandcamp

    Tracks:

    1. Ascension
    2. Full Force
    3. Knight Rider
    4. Teletext
    5. Bluetech

    About Creola

    Creola is a Sheffield-based electronic artist and live performer whose sound merges raw house energy with the warmth of analog instrumentation. Rooted in the UK’s vibrant underground, Creola crafts music that thrives on imperfection—gritty, soulful, and deeply human. Drawing inspiration from early MPC sketches, dusty drum machines, and live guitar textures, their work blurs the line between studio precision and spontaneous performance.

    Following a series of independent releases and live hardware sets across the North of England, Creola joins With Bells Records for the Ascension EP (October 31, 2025). The title track features Charla Green’s compelling vocals. The record explores the tension between structure and freedom. It balances texture and clarity. Each track channels a tactile, analog aesthetic that favours emotion over polish.

    A self-taught producer and multi-instrumentalist, Creola approaches electronic music as a living, breathing form—built through experimentation, instinct, and groove. Whether behind an MPC or performing with sequencers and bass guitar, they invite listeners into a sonic space where dancefloor pulse meets introspective warmth.

    With Ascension, Creola solidifies their reputation as one of Sheffield’s most intriguing new voices in forward-thinking house music—a sound both grounded in tradition and restlessly innovative.

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    Felix Göllner Avatar
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    Modern Friend – Someone’s Gotta Save Us (Andy Toth Remix)

    Modern Friend return with “Someone’s Gotta Save Us” — a post-punk electronica anthem remixed by Andy Toth into pure electro club energy.

    Modern Friend are a Montreal, Canada-based duo consisting of Voytek Korab (formerly of My Favorite Robot) and Kosta Megalos (formerly of Flowers and Sea Creatures). The new project explores their early influences. These include post-punk and synthwave sounds. Such musical movements heavily influenced their formative years.

    They have been greatly involved in the underground electronic music scene for many years. This is their first foray into the type of music that they always wanted to write. “Someone’s Gotta Save Us” is a post-punk electronica number, all-encompassing of the times we are in.

    Andy Toth, co-founder and former member of the Detroit Grand Pubahs remixes the track and flips it into an electro stomper. Korab’s smooth vocals get turned into a robotic twitchy funk, the guitars become replaced with acid-tinged synths, and an overall thump is added to the drums to make it ready for the clubs. Pure, aural filth with this remix in the absolute best of ways.

    The Andy Toth remix of Modern Friend’s “Someone’s Gotta Save Us” is released October 31st, 2025 on Permaculture.

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    TransMutations – the Alchemy of the Self von Nadine Dinter

    Die Ausstellung „TransMutations“ zeigt die Verschmelzung von Körpern und Skulpturen in einer sakralen Inszenierung der Fotografin Nadine Dinter.

    Eröffnung: Freitag, 31. Oktober 2025, 18.00 Uhr.
    Die Fotografin ist anwesend

    Laufzeit: 1. November – 20. Dezember 2025
    Ort: Atelier Yves Sucksdorff, Meinekestraße 6, 10719 Berlin
    Exit, Berlin 2008/2024 (links) | Bound, Berlin 2023/2024 (mittig) | Touch, Berlin 2010/2024 (rechts)

    Am 31. Oktober 2025 eröffnet die Fotografin Nadine Dinter ihre neueste Ausstellung im Berliner Atelier Yves Sucksdorff. „TransMutations“ ist eine Hommage an die Skulpturen, die sie seit Ende der 1990er Jahre weltweit fotografiert. Die Ausstellung erkundet die visuelle und spirituelle Verschmelzung vergänglicher Körper mit unsterblichen Statuen.

    Langzeitprojekt und Inszenierung

    Sechs Werke werden in einer sakralen Installation präsentiert, die zwischen Reflektion und Meditation vermittelt. Die Besucher erhalten einen ersten Einblick in Dinters Langzeitprojekt, das sich über Jahre entwickelt hat.

    Philosophie und Ästhetik

    Dinter geht es nicht um bloße Dokumentation, sondern um die Stimmung und die fast menschliche Ausstrahlung der Skulpturen. Durch Licht, Perspektiven und jahreszeitliche Stimmungen wird das Objekt zum Subjekt. Grenzen zwischen Schönheit und Verfall, Gegenwart und Vergangenheit verschwimmen – im Sinne der „Transmutation“, verstanden als alchemistische Veränderung.

    TransMutations: Skulptur trifft Körperfotografie

    Inspiriert von der Philosophie der Transmutation kombiniert die Serie Skulpturbilder mit Aktaufnahmen. Frauenkörper scheinen den Statuen zu entweichen und treten in den Raum, wodurch eine neue Verbindung zwischen Gegenwart und Werden entsteht.

    Ausstellungen & Repräsentanz

    Dinters erste Ausstellung fand 1998 statt. Weitere bedeutende Präsentationen folgten in Berlin und New York: Project Angel + Project Angel Reloaded (2001, NYC), In the Eye of the Beholder (2004, Berlin) und Janus-Faced (2013, Berlin). Ihre TORSO RELOADED-Aufnahmen wurden mehrfach in Berlin, Hamburg und Arles gezeigt. Seit 2000 wird sie durch akg-images vertreten.

    Über Nadine Dinter

    Seit 1991 widmet sich Nadine Dinter der Fotografie. Ihre Arbeit begann mit Porträts und entwickelte sich schnell in Richtung Skulptur- und Friedhofsfotografie.

    Sie dokumentiert Orte von Berlin über den Pariser Père Lachaise bis hin zu Grabstätten in New York, New Orleans und Mauritius.

    Besuche das Nadine Dinter’ s Instagram Profil

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    Tronik Youth – Kommune EP via el nino diablo music

    El Nino Diablo Music welcomes Tronik Youth with his Kommune EP — dark disco, electro & acid collide for peak-time intensity. Out Oct 24!

    El Nino Diablo Music is excited to welcome Tronik Youth to the label with his new Kommune EP, released on October 24th. The EP includes two new original productions. These are „Laughed My Head Off“ and „OMG“. Both tracks explore darker aspects of indie disco, electro, acid, and psychedelia. They are directed straight at peak-time dancefloor moments.

    Berlin based producer and DJ, Michael Lane shifts the key of „Laughed My Head off“ with emotive chord progressions and and anthemic piano riffs, transforming the original into a HI-NRG queer banger already destroying dancefloors accross Berlin.

    Psycho Weazel

    … are a genre-defying DJ and production duo known for their gritty, high-energy fusion of electro, EBM, and dark disco. They hail from Switzerland. They’ve carved out a distinct identity in the underground scene with their raw sound.

    Their unpredictable sets and punk-inspired attitude keep dancefloors on edge. The remix of „OMG“ is a more minimal, atmospheric, big room affair maintaining the psychedelic elements of the original and bringing a sense of space on a more housey rhythm.

    Tronik Youth 

    … is the alias of UK-based producer and DJ Neil Parnell, known for his signature blend of dark disco, electro, and post-punk influences. A pioneer of the modern underground electronic scene, Tronik Youth rose to prominence through acclaimed releases on labels like NEIN Records.

    He co-founded the label and has become a staple in the global club circuit. With a reputation for raw, analog-driven production and genre-blurring DJ sets, his work has earned support from tastemakers across the electronic spectrum. Tronik Youth continues to push boundaries, fusing retro aesthetics with forward-thinking sound design.

    • Artist: Tronik Youth
    • Release: Kommune EP
    • Label: El nino diablo music
    • Release Date: October 24, 2025

    Tracks:

    • 1. Laughed My Head Off
    • 2. OMG
    • 3. Laughed My Head Off (Michael Lane Remix)
    • 4. OMG (Psycho Weazel Remix)

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    © FATdrop 2025

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