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Matias Aguayo – Sentimientos Encontraos via Platoon
Matías Aguayo returns with a playful, radical dance single introducing Anenoa — a joyful, rhythmic invitation to move, laugh, and connect.
A Joyful First Taste of Anenoa
Matías Aguayo returns with “Sentimientos Encontraos,” the first single from his upcoming album Anenoa, out May 29. Out March 6, the track offers an immediate, joyful entry point into a record. This record celebrates movement, humor, contradiction, and community. These elements are all central to Aguayo’s ever-evolving artistic language.
“Sentimientos Encontraos” is sung in Spanish. It is a playful, irresistibly rhythmic dance song. The song is built around repetition, call-and-response energy, and a light-hearted sense of chaos. Catchy and radical in equal measure, it’s a track that thrives on dance floors. It remains disarmingly simple. It’s the kind of song people can sing, move, and laugh along to without thinking twice.
Playful Chaos on the Dancefloor
“I think ‘Sentimientos Encontraos’ is a good intro to the album as it is catchy and radical and silly,” says Aguayo. “It works perfectly on dance floors. People can easily follow the lyrics, sing along, and dance along. I hope it becomes a classic at wedding parties or anywhere people want to move — you can’t really listen to it without moving at least a little.”
The single also introduces a physical dimension central to Anenoa: easy-to-learn dance steps designed to be shared, repeated, and embodied — a communal gesture that is reflected in the official video.
Mexico’s Influence on a New Chapter
In recent years, Aguayo’s move to Mexico has had a profound influence on his music and outlook. Immersed in local scenes and community-driven dance culture, he draws energy from the openness, humor, and collectivity of his surroundings — elements that pulse through “Sentimientos Encontraos” and the wider album. Performing regularly in Mexico has reinforced his instinctive, human approach to electronic music: direct, physical, and alive.
Over the course of his career, Matias Aguayo has continuously reshaped the possibilities of electronic and dance music. From his early work with Closer Musik and his long-standing relationship with Kompakt, to the creation of Cómeme — a label synonymous with playful experimentation and genre-defying releases — Aguayo has remained committed to reinvention rather than retrospection.
His solo albums and collaborative projects have earned international acclaim, while his live performances and DJ sets have taken him to clubs and festivals across Europe, Latin America, Asia, and beyond.
A Career Built on Reinvention
Rather than resting on legacy, Aguayo’s work has consistently pushed forward — embracing humor, vulnerability, and risk as creative tools. Anenoa continues this trajectory: a record rooted in rhythm, language, and shared experience, shaped by the places and people that surround him now.

Details
- “Sentimientos Encontraos” — out now:
- https://platoon.lnk.to/anenoaaguayo
- Anenoa — out May 29 — Presave/ Preorder:
- https://platoon.lnk.to/aguayoanenoa
With “Sentimientos Encontraos,” Matías Aguayo sets the tone for an album that is joyous, contradictory, and deeply physical — music that invites participation as much as it rewards listening.
Taged as/in; Anenoa, club, comeme, Dance, Electronic, groove, komapkt, Latin, Matias Aguayo, Mexico, Music, release, rhythm, Sentimientos Encontraos, single -

Loock Gallery: Renate Zeun | betroffen, März bis 25. April
Renate Zeun richtet nach eigener Krebsdiagnose die Kamera auf sich und ihr Umfeld. Die Serie „betroffen“ (1983–84) macht Krankheit sichtbar – kühl und direkt.
Die Arbeit betroffen zeigt Vintage-Abzüge aus Renate Zeuns gleichnamiger Fotoserie, die 1983-1984 aufgenommen wurden. Betroffen von einer Krebserkrankung richtet die Künstlerin die Kamera auf sich selbst und ihr nächstes Umfeld. Entstanden in einer Bildkultur, die sich lange gegen die Zirkulation von gealterten, kranken oder geschädigten Körpern gewehrt hatte, besteht das Werk auf Sichtbarkeit in einer Zeit, in der solche Bilder in der DDR gerade erst zulässig wurden.
Auch international nutzen Künstler wie Jo Spence und Robert Mapplethorpe fotografische Mittel um Krankheit und körperliche Veränderungen anhand ihrer eigenen Körper nachzuzeichnen. Zeuns Fotografien sind weder bekennend noch allegorisch; stattdessen bewahren sie eine kühle, analytische Intensität, die die Distanz zwischen Betrachter und Betrachtetem aufhebt. Sie können auch als ein Akt des Widerstands gegen Schweigen, Auslöschung und sanktionierte Sichtbarkeit in Ihrer Zeit gesehen werden.
Renate Zeun | betroffen
Eröffnung | 6. März | 15 – 20 Uhr
6. März – 25. April, 2026
Mi – Sa | 12 – 18 UhrDie 35 Tafeln der Serie betroffen, die zuerst 1987 auf der X. Kunstausstellung der DDR gezeigt wurden, sind vom 6. März bis 25. April 2026 in der LOOCK Galerie zu sehen.
Renate Zeun (*1946 in Radebeul) lebt in Berlin.Renate Zeun | betroffen, März bis 25. April at Loock Gallery

Renate Zeun, 10. Dezember 1983 © Renate Zeun, Courtesy LOOCK, Berlin The exhibition betroffen brings together vintage prints from Renate Zeun’s eponymous photographic series, produced in the first half of the 1980s, in which the East German artist turns the camera on herself. Created within a visual culture that long resisted the circulation of aged, ill, or damaged bodies, the work insists on visibility at a moment when such images were only just becoming permissible in the GDR.
Zeun’s self-imaging resonates transnationally with artists such as Jo Spence and Robert Mapplethorpe, who similarly traced illness and corporeal change through their own bodies. Yet these photographs are neither confessional nor allegorical; instead, they sustain a cool, analytic intensity that collapses the distance between observer and observed.
Renate Zeun | betroffen
6. März – 25. April 2026 | Mi – Sa | 12 – 18 Uhr
On view at LOOCK Galerie from 6 March to 25 April 2026, betroffen frames the body as a political and affective site, where self-representation becomes an act of resistance against silence, erasure, and sanctioned regimes of visibility.
Renate Zeun (*1946 in Radebeul) lives in Berlin.LOOCK Galerie
Ackerstr. 171, 10115 BerlinTaged as/in; ausstellung, berlin, DDR, Fotografie, Galerie, krankheit, Kunst, loock, LOOCK Galerie, renatezeun, selbstporträt -

Was bedeutet es, im Jahr 2026 Feminist:in zu sein?
Sie wollen mehr als nur Gleichberechtigung der Geschlechter: Feminist*innen hinterfragen Machtstrukturen, leben Solidarität und machen Ungleichheit sichtbar.
Ein Begriff zwischen Konsens und Konflikt
Kaum ein politischer Begriff ist heute gleichzeitig so präsent und so umstritten wie der Feminismus. In vielen westlichen Gesellschaften gehört die Forderung nach Gleichberechtigung längst zum moralischen Konsens. Kaum ein Unternehmen würde öffentlich bestreiten, dass Frauen und Männer gleiche Rechte haben sollten. Gleichzeitig taucht der Begriff Feminismus immer häufiger in politischen Kulturkämpfen auf: als Kampfbegriff, als Selbstbezeichnung, als Marketingstrategie und politisches Intsrument.

Image by: Joe Planas Diese Ambivalenz ist kein Zufall. Einerseits scheint der Feminismus historische Ziele erreicht zu haben. Frauen haben Wahlrecht, Zugang zu Bildung und formale Gleichstellung vor dem Gesetz. Gleichermaßen zeigen Statistiken Unterschiede in Einkommen, politischer Repräsentation oder der Verteilung von unbezahlter Sorgearbeit. Die Frage, ob Feminismus noch notwendig ist, wird deshalb immer wieder neu gestellt. Die Antwort vorab: ja.
Von der Gleichberechtigung zur Gesellschaftsanalyse
Historisch entstand Feminismus als politische Bewegung gegen konkrete rechtliche Ausschlüsse. Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelte sich daraus jedoch zunehmend auch eine umfassendere Analyse gesellschaftlicher Machtstrukturen. Einen entscheidenden Impuls lieferte die Philosophin Simone de Beauvoir. In ihrem Werk Das andere Geschlecht argumentierte sie, dass Geschlecht nicht allein biologisch bestimmt sei. Es werde wesentlich durch gesellschaftliche Erwartungen geformt.

Image by Markus Winkler Spätere Theorien gingen noch weiter. Die Philosophin Judith Butler etwa beschrieb Geschlecht als etwas, das in sozialen Praktiken ständig hervorgebracht wird. Es wird durch Sprache, Gesten, Kleidung oder institutionelle Regeln bestätigt. Feminismus wurde damit nicht nur zu einer Bewegung für Rechte, sondern auch zu einer kritischen Perspektive auf gesellschaftliche Normalität.
„Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht.“
Simone de Beauvoir aus dem Buch Das andere GeschlechtEin Jahrhundert später hat sich dieser Blick noch einmal durch den intersektionalen Feminismus erweitert. Das Konzept der Intersektionalität wurde von der Juristin Kimberlé Crenshaw geprägt. Es beschreibt, wie verschiedene Formen von Diskriminierung sich überschneiden können. Dazu gehören Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe oder soziale Klasse. Feministische Analysen richten sich daher zunehmend auf komplexe Machtverhältnisse, die sich nicht auf eine einzelne Kategorie reduzieren lassen.
Feminismus im digitalen und kulturellen Raum
Eine Besonderheit der Gegenwart besteht darin, dass feministische Ideen nicht mehr nur in politischen Bewegungen oder akademischen Debatten auftauchen. Sie sind Teil der Popkultur geworden. In sozialen Medien verbreiten sich feministische Begriffe und ihre Geschichte in rasanter Geschwindigkeit. Kampagnen wie #MeToo, der Fall der Französin Julie Pelicout und die Epstein Files haben gezeigt, wie digitale Öffentlichkeit strukturelle Probleme sichtbar machen kann.
Diese strukturellen Übergriffe und Machtrukturen waren lange unsichtbar geblieben. Jedoch zeigt der Diskurs auch, wie schlecht es um die Frauen in der Gesellschaft steht und wer sich die Konsequenzen der systematischen Einsparungen von Geldern zum Schutz von Frauen und Kindern durch den Staat auf unsere Gesellschaft auswirken.


Images by: Lauren Mitchell & Michelle Ding Gleichzeitig entstehen neue Spannungen. Wenn Unternehmen mit feministischen Slogans werben oder Popstars feministische Botschaften in ihre Marken integrieren, verschwimmen die Grenzen zwischen politischem Engagement und kultureller oder persönlicher Inszenierung.
Kritiker sprechen deshalb von einer Kommerzialisierung des Feminismus. Eine Situation, in der Gleichberechtigung zu einem Lifestyle-Label wird, ohne dass gesellschaftliche Machtverhältnisse hinterfragt werden oder diese sich grundlegend verändern.

“The Future is Female” by Sinitta Leunen Ein Phänomen, welches die letzten Jahre den Absatz vieler Unternehmen in die Höhe schnellen ließ. Überall waren die Slogans “The Future Is Female” oder “All Men Shoud Be Feminist” zu lesen. Durch soziale Medien wurden aus diese Art ganze Datenbanken und Kapitalmärkte mit dem politischen Engagement gefüttert und später zensiert. Gleichzeitig wird es leiser von Seiten der einstigen Allianzen. Zugunsten tradierter Rollenbilder wie denen der Tradwives und der Komfortzone des Kapitalismus.
Konflikte innerhalb der Bewegung
Ein weiteres Merkmal des Feminismus der Gegenwart ist die innere Vielfalt – und die Konflikte, die daraus entstehen. Unterschiedliche Strömungen vertreten teilweise sehr verschiedene Vorstellungen davon, welche politischen und sozialen Ziele prioritär sind. Oder darüber wie bestimmte gesellschaftliche Fragen behandelt werden sollten.

Image by: Samantha Sophia Debatten über Geschlechtsidentität, inklusive Sprache, führen die Spitzenthemen an. Weitere Gebiete wie die Rolle von Sexarbeit oder die Einbindung von Männern in feministische Bewegungen zeigen, dass Feminismus keine einheitliche Ideologie darstellt. Vielmehr handelt es sich um ein offenes politisches und gesellschaftliches Feld, in dem verschiedene Perspektiven koexistieren und Synergien erzeugen.
„Feminismus ist eine Bewegung, um sexistische Unterdrückung zu beenden.“
Bell HooksDiese Konflikte werden jedoch häufig als Schwäche interpretiert. Man kann sie jedoch auch als Zeichen einer lebendigen politischen Tradition verstehen. Eine Bewegung, die sich ständig neu definieren muss, weil sich auch die gesellschaftlichen Bedingungen und unser Weltbild verändern.

Image by: Rochelle Brown Dabei überlappen viele Ziele des Feminismus mit dem kollektiven Bedürfnissen einer Gesellschaft. Gleichberechtigung und faire Löhne für geleistete Arbeit, ein sozialer gesellschaftlicher Zusammenhalt und gewaltfreie Konfliktlösungen. Als Grundwerte einer modernen Demokratie und nicht erst wenn es bereits zu spät ist.
Eine offene Frage
Was es bedeutet, 2026 Feminist*in zu sein, lässt sich daher nicht auf eine einzelne Definition reduzieren. Für manche bedeutet es, weiterhin gegen konkrete Ungleichheiten zu kämpfen. Für andere ist Feminismus vor allem eine kritische Perspektive auf gesellschaftliche Machtstrukturen und beginnt bereits im Kleinsten. Wieder andere verstehen ihn als kulturelle Haltung oder als solidarische Praxis.


Images by: Claudio Schwarz & Michelle Ding via unsplash.com Fakt ist: Jeder Femizid ist ein Leben zu viel, welches durch die Hand von einem Mann ausgelöscht wurde. Nicht die Kleidung macht eine Frau zum Opfer, die Männer sind es. Jede FLINTA Person, die systematisch vom Patriarchat unterdrückt wird, Angst vor dem eigenen Zuhause haben muss und weniger verdient als ein Mann – ist ein Mensch zu viel, welche dieses gewaltvolle System stützt. Das können wir uns angesichts des globalen Rechtsrucks als Demokratie nicht mehr leisten, den Schutz der Männer über den, der weiblich gelesenen Gesellschaft zu stellen.
Vielleicht liegt gerade darin die anhaltende Bedeutung des Feminismus. Wir brauchen die Feminist*innen heute mehr denn je, um nicht in faschistische Abgründe oder in koloniale Zeiten zu rutschen. Feminismus ist daher keine abgeschlossene Theorie, vielmehr eine fortlaufende Debatte darüber, wie Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit in einer modernen Gesellschaft verwirklichen kann. Vor allem aber darüber, wer in dieser Debatte überhaupt gehört wird.
#frauenstreik
09.März2026
Mehr Informationen auf https://toechterkollektiv.de
Images via http://unsplash.com
Taged as/in; Aktivismus, Bewegung, Frauen, Gleichberechtigung, Macht, solidarität, Stimme, Ungleichheit, Verantwortung, Zukunft -

Elninodiablo Returns with ‘A Universe Inside’
Elninodiablo returns with A Universe Inside—an EP of haunting textures, ethereal vocals, and experimental beats, bridging ambient and rave worlds.
This year marks a bold new chapter for Elninodiablo. Ahead of his highly anticipated second studio album, the producer unveils ‘A Universe Inside’—an EP that doesn’t just play; it breathes. Echoing the introspective depth of 2021’s ShadowPlay, this new collection is a masterclass in sonic world-building.
A Cinematic Prelude to a Landmark Year
The journey begins with ‘Nowhere to Hide’, the first single from his new album, featuring the ethereal vocals of Elodie Gervaise and the rhythmic mastery of Sudha Kheterpal (Faithless). It is a haunting, psycho-spiritual exploration where Boards of Canada-esque textures meet raw, rolling live percussion.
From the dubby, obsidian depths of ‘Identify As…’ to the high-octane transformation of Ojerime’s ‘Give It Up 2 Me’ on ‘Losing My Mind’, the EP is a bridge between two worlds. One world is the internal sanctuary of ambient sound design. The other is the thundering energy of experimental techno and early 90s rave.

Details:
Artist: Elninodiablo
Release: A Universe Inside
Label: el nino diablo music
Release Date: March 6, 2026Tracks:
01 Nowhere To Hide feat. Elodie Gervaise
02 Identify As….
03 Losing My MindAbout The Artist
Elninodiablo (real name Stephanos Pantelas) is a Berlin‑based producer, DJ, and curator whose work spans dub, psychedelia, disco, electronica and experimental club music. Born in Cyprus, he began with pirate radio. He then moved to London in the 1990s. There, he became a fixture at queer underground venues like The End, Turnmills and Fabric. Later, he worked in music PR representing artists such as Horse Meat Disco, Salsoul Records and Fat Freddy’s Drop.
Now anchored in Berlin, he co‑founded the queer collective and night Lunchbox Candy, a platform for avant‑garde sound, performance and community that has grown into a key fixture of the city’s nightlife.
His music fuses organic sounds, field recordings, live instrumentation, synths and drum machines with a conceptual, fluid approach to genre. This shows decades of global travel. It reflects deep engagement with dance culture. His production philosophy is driven by intuition and embodied experience. Releases on his own label El Niño Diablo Music include the critically noted ShadowPlay (2021) and the debut album The Downey Groove (2025). Both albums are rooted in emotional depth and textural exploration.
Taged as/in; 2026, a universe inside, ambient, cinematic, DUB, Electronic, Elninodiablo, Elodie Gervaise, EP, ethereal, Experimental, Lunchbox Candy, Music, musicrelease, new, ojerime, percussion, psytrance, Rave, shadowplay, sonic, sudha kheterpal, techno -

Kristin Hjellegjerde Gallery | Amy Dury: Always, Everything
Amy Dury erforscht in “Always, Everything” Erinnerung, Rollenbilder und leise Machtverschiebungen – ab 27. März 2026 in Berlin.
Zwischen Erinnerung und Inszenierung
Ein Familienporträt: Vater, Mutter, zwei Töchter. Eine scheinbar ganz gewöhnliche Kernfamilie. Die Kinder halten leuchtend rote Rosen in den Händen, Sonnenflecken tanzen auf ihren Beinen, ein kleiner Hund liegt im Gras. Hinter ihnen breitet sich eine abstrakte florale Szenerie aus – als würde sie die Familie gleich verschlingen. Und die Mutter steht in Flammen, von innen heraus brennend.

Always, Everything, 2025, Oil on canvas, 150 x 120 cm, 59 x 47 1/4 in Mit dem Bild Always, Everything eröffnet die gleichnamige Einzelausstellung von Amy Dury in Berlin. Dury arbeitet auf Grundlage von Fotografien aus der jüngeren Vergangenheit, die sie als „fröhliche Urlaubs-Schnappschüsse“ beschreibt.
Vordergründig erzählen sie von Vertrautheit, Zufriedenheit und Schönheit. Doch in den Zwischentönen offenbaren sich komplexere Narrative. Im malerischen Prozess legt Dury jene unterschwellige Unruhe frei und verweist auf die Brüchigkeit von Erinnerung – darauf, wie Wahrheit sich verschiebt, entgleitet und niemals vollständig greifbar wird.
Rollenbilder im Wohnzimmer

If I only could, 2026, Oil on canvas, 100 x 100 cm, 39 3/8 x 39 3/8 in In If I only could (2026, Öl auf Leinwand, 100 × 100 cm) begegnen wir einem Paar in einem bürgerlichen Wohnzimmer der 1970er- oder 80er-Jahre. Der Mann sitzt lässig im Sessel, Schuhe abgestreift, Zigarette in der Hand. Seinen Arm hat er um den Hals der Frau gelegt, die auf der Lehne Platz genommen hat. Seine Pose strahlt selbstverständliche Souveränität aus, ihre wirkt zugleich angepasst und unbehaglich.
Die intensive Farbpalette aus Rosa- und Rottönen verstärkt die unausgesprochene Spannung im Raum – etwas bleibt verborgen, schwebt zwischen den Figuren.
Beobachten und Beobachtetwerden
Auch in anderen Werken der Ausstellung verschiebt Dury subtile Machtverhältnisse in den Fokus. 5 O’Clock Somewhere: Ein Mann tanzt im Vordergrund in heißen Orange- und Rottönen, während im Hintergrund eine Frau mit verschränkten Armen distanziert zusieht.
Invitation (2025, Öl auf Leinwand, 120 × 100 cm): In kühlen Grüntönen steht eine Frau zwischen zwei Vorhängen. Der Titel scheint ironisch – ihre starre Haltung und ihr entrückter Blick wirken alles andere als einladend.

The Fixer, 2026, Oil on canvas, 150 x 120 cm, 59 x 47 1/4 in The Fixer (2026, Öl auf Leinwand, 150 × 120 cm): Mädchen auf einem Pfadfinderinnenlager üben Erste Hilfe, indem sie sich gegenseitig bandagieren.

To Boldly Go, 2026, Oil on canvas, 150 x 100 cm, 59 x 39 3/8 in To Boldly Go (2026, Öl auf Leinwand, 150 × 100 cm): Zwei Jungen stechen mit einem improvisierten Boot in See.
So unschuldig die Szenen erscheinen mögen, so klar treten traditionelle Rollenzuschreibungen hervor – Mädchen als Fürsorgende, Jungen als Abenteurer. Doch Dury urteilt nicht. Ihre Malerei bleibt leise, fast zurückhaltend, und macht gerade dadurch innere Konflikte sichtbar.
Inszenierte Stärke
Am deutlichsten tritt das Thema der Rolle in Nance O’Neil as Judith hervor. Das Werk zeigt die amerikanische Schauspielerin Nance O’Neil in der Rolle der Judith von Bethulia – Schwert erhoben, ein abgeschlagener Kopf in der Hand. Doch auch hier handelt es sich um eine Inszenierung: ein Gemälde nach einer Fotografie einer Schauspielerin in einer historischen Rolle.
Und dennoch – oder gerade deshalb – verweist Dury auf die Kraft, die in Performance und Rollenspiel liegen kann. Wahrheit entsteht nicht nur im Dokumentarischen, sondern auch im Akt der Darstellung.
Leise Bilder, offene Erzählungen
Trotz ihrer retrohaften Ästhetik sind Durys Szenen unmittelbar wiedererkennbar. Sie zeigen Frauen in einer von Männern geprägten Welt, in gesellschaftlich zugeschriebenen Rollen. Ihre Werke sind keine lauten Gesten des Protests, sondern subtile Verschiebungen von Farbe, Geste und Atmosphäre.

Amy Dury lädt uns ein, genauer hinzusehen – und mehr sehen zu wollen. Die Bilder liefern keine eindeutigen Antworten. Sie eröffnen narrative Möglichkeitsräume. Welche Geschichte sie erzählen, liegt letztlich bei uns.
Kontakt für weitere Informationen zur Ausstellung:
www.kristinhjellegjerde.comVernissage
Donnerstag, 26. März 2026, 18–20 Uhr
Kristin Hjellegjerde Gallery
Mercator Höfe
Potsdamer Str. 77–87
10785 Berlin, DeutschlandAusstellungsdauer: 27. März – 25. April 2026
Taged as/in; Always Everything, Amy Dury, berlin, contemporary art, exhibition, Figurative Art, Gallery Weekend, painting -

Gorki Theater Premiere: JANE EYRE nach Charlotte Brontë
Frühling im Maxim Gorki Theater: NEWROZ, Konzerte, Feminismus & Solidarität mit Rojava – ein März zwischen Rave, Widerstand und starken Stimmen.
Endlich Frühling! Am Freitag, den 20. März beginnt er im Maxim Gorki Theater offiziell. Und am 21/März feiert das Gorki NEWROZ! – den kurdischen Frühlingsanfang. Das Fest steht für Erneuerung, Freiheit und den Sieg über die Unterdrückung. Das sind heute wieder erschreckend aktuelle Themen.

Die kurdische autonome Region Rojava wird in den letzten Wochen von syrischen Truppen und dem IS brutal und auf schlimmste Weise menschenrechtsverletzend angegriffen. Seitdem sammeln wir gemeinsam mit unserer Artist in Residence, Zehra Doğan, nach jeder Vorstellung noch bis einschließlich Newroz Spenden für Heyva Sor, den Kurdischen Roten Halbmond.
Rave trifft Heritage
Am Newroz-Abend präsentieren ab 21:00 im Studio Я Muskila und Simona Abdallah für ihr erstes Berlin-Konzert eine Live-Performance, die in der kraftvollen Energie nahöstlicher Live-Percussion und cluborientierter elektronischer Musik verwurzelt ist. Eine Hommage an ihre kurdischen und palästinensischen Wurzeln, die gleichzeitig in Rave-Ästhetiken und futuristische Clubkontexte hineinführt. Abgerundet wird der Abend von einer Party mit der in Hannover lebenden, kurdischen DJ Orientalisman.
Gleich sechs Gorki-Stücke sind im März auf Tour – von Leipzig bis Athen –, während die einzige März-Premiere am 13. des Monats im Studio Я stattfindet: JANE EYRE, der Klassiker aus dem Jahre 1847, den sich unser Ensemblemitglied Nairi Hadodo zusammen mit Daniela Holtz neu vorgenommen hat.
Mit Gesang, Tanz und einer scharfen Beobachtung unserer heutigen Praxis, Macht und Liebe zu vereinen. Sie erlauben sich in feministischer Tradition eine schwesterliche und generationsübergreifende Fortführung. Außerdem radikalisieren sie die Gedanken von Charlotte Brontë.
Programm zum Internationalen Frauentag
Bereits einige Tage zuvor, am 8/März, ist Internationaler Frauentag. Um 18:00 beginnt das Konzert des von Sema Moritz und Shermin Langhoff ins Leben gerufenen Chores SEYYARE – ANATOLIAN WOMEN’S CHOIR. Die zwanzig Choristinnen wirkten zuletzt auch in Ersan Mondtags Inszenierung Das Rote Haus mit. Sie bringen jahrhundertealte Volkslieder aus Anatolien, dem Balkan, dem Kaukasus und dem Nahen Osten auf die Bühne des Maxim Gorki Theaters. Diese Lieder stammen aus ihren Migrations- und Exilerfahrungen.

Am Vorabend, am Abend des Samstag, den 7/März, feiert das Studio Я mit dem queeren CLUB DE BAILE mit lateinamerikanischen Sounds ab 20:00 in den feministischen Kampftag hinein.
Der 15/März gehört dann dem Roten Haus. So hieß das Telefunken Arbeiterinnen-Wohnheim in der Stresemannstraße 30. Im jüngst stattgefundenen 7. Berliner Herbstsalon ЯE:IMAGINE: THE RED HOUSE – INVENTORIES/INTERVENTIONS/INVENTIONS war ihm eine Ausstellung gewidmet, die aktuell noch einmal unter dem Titel DAS ROTE HAUS: STRESEMANNSTRASSE 30 – EINE INVENTUR im Gorki-Kiosk gezeigt wird und am 15/März um 17:00 mit einer Finissage zu Ende geht.
Frauen, die einander halten

In diesem Rahmen wird es einen kleinen musikalischen Beitrag der Sängerin Nihan Devecioğlu geben, die zudem um 20:30 mit ihrem Projekt YOLDAŞ – FRAUEN, DIE EINANDER HALTEN, rund um die Arbeiterinnen aus dem Münchner BMW-Werk, im Studio Я zu sehen sein wird.
Auf der großen Bühne zeigen wir um 18:00 Ersan Mondtags und Till Brieglebs Theaterstück DAS ROTE HAUS, das zu Beginn der Spielzeit Premiere feierte und den 7. Berliner Herbstsalon eröffnete. Es basiert auf Motiven aus Emine Sevgi Özdamars Romanen Die Brücke vom Goldenen Horn und Seltsame Sterne starren zur Erde sowie Interviews mit ehemaligen Heimbewohnerinnen.
Das gesamte März-Programm des Maxim Gorki Theaters finden Sie unter www.gorki.de
Maxim Gorki Theater Berlin
Am Festungsgraben 2
10117 Berlin
Tel. 030 – 20221 355 / 392
presse@gorki.de
www.gorki.deText von Elisa Thorwarth und Nino Medas, Presse
Taged as/in; ausstellung, berlin, Chor, Clubnacht, Feminismus, finissage, Frauenkampftag, Frühjahr, Konzert, Kultur, März, Maxim Gorki Theater, Newroz, Premiere, Rojava, solidarität, StudioЯ, Theater, tour -

CHAUSSEE 36: HÔTEL NOIR II von J. Konrad Schmidt
Die Ausstellung entfaltet eine dichte Bildwelt aus analogem Schwarz-Weiß, Grandhotel-Ästhetik und intimen, selbstbestimmten Momenten weiblicher Sinnlichkeit.
Mit HÔTEL NOIR II setzt der Berliner Fotograf J. Konrad Schmidt seine vielbeachtete Werkreihe fort und verdichtet darin seine unverwechselbare Bildsprache: analoge Schwarz-Weiß-Fotografie trifft auf die diskrete Eleganz internationaler Grandhotels und intime Begegnungen zwischen Licht, Raum und weiblicher Präsenz. Die Ausstellung bei CHAUSSEE 36 entführt Besucher*innen in eine visuell reduzierte, zugleich hochsinnliche Welt.
Seit 2010 fotografiert Schmidt anonyme Protagonistinnen und professionelle Models in Metropolen wie London, Tokio, Los Angeles, Paris, Berlin und New York. Im Zentrum steht ein geschützter Raum, in dem Frauen ihre eigene Vorstellung von Erotik selbstbestimmt erkunden und inszenieren können. Die Serie versteht sich als Hommage an weibliche Sinnlichkeit – jenseits gängiger Zuschreibungen und digitaler Schnelllebigkeit.

J. Konrad Schmidt, aus der Serie „HÔTEL NOIR“, 2010-2026 © J. Konrad Schmidt, Courtesy: the artist Charakteristisch für Schmidts Arbeiten sind starke Hell-Dunkel-Kontraste, die an die Ästhetik des Film Noir erinnern. Seine ikonografische Bildsprache verbindet narrative Verdichtung mit bewusst gesetzten Leerstellen, die individuelle Assoziationen ermöglichen. In Zusammenarbeit mit Persönlichkeiten wie Kristina Vogel und Viktoria Modesta erweitert Schmidt den Diskurs um Aspekte von Inklusion und Körperlichkeit und verknüpft diese mit sehr persönlichen Perspektiven.
Bereits der erste Band HÔTEL NOIR wurde mit Gold beim Deutscher Fotobuchpreis 2020 ausgezeichnet. Mit HÔTEL NOIR II erscheint nun die Fortsetzung – und in der CHAUSSEE 36 die erste Ausstellung zum neuen Buch. Gezeigt werden ausgewählte Silbergelatineabzüge, darunter bislang unveröffentlichte Motive.
Das Projekt ist dabei mehr als eine fotografische Serie: Es ist ein bewusstes Plädoyer für die physische Erfahrung von Fotografie. Die Arbeiten sind nicht online zugänglich, sondern entfalten ihre Wirkung ausschließlich im gedruckten oder analogen Original – als haptisches, nachhaltiges Seherlebnis.
Die Ausstellung bietet eine seltene Gelegenheit, die originalen Abzüge in ihrer materiellen Präsenz zu erleben.
Eröffnung: Freitag, 27. Februar 2026, 20–22 Uhr
Ausstellung: 28. Februar – 4. April 2026
Öffnungszeiten: Donnerstag – Samstag, 13–18 Uhr
Ort: CHAUSSEE 36 Photography, BerlinEintritt frei.
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