Richard Drews (*1997 in Leipzig) ist ein zeitgenössischer deutscher Maler, dessen eindringliche, leuchtende Ölarbeiten die feinen Schnittstellen von menschlicher Emotion, Vergänglichkeit und Transformation erforschen.

Durch eine von häufigen Umzügen geprägte Kindheit entwickelte Drews schon früh ein feines Gespür für das Flüchtige von Umgebungen, Erinnerungen und Identitäten. Diese prägende, nomadische Erfahrung führte ihn später zu einer globalen Erkundung von Raum und Kultur: Er lebte und arbeitete in internationalen Metropolen wie Tokio, London und Paris, bevor er vor über zehn Jahren sein festes Atelier in Berlin bezog.
Als Autodidakt ist Drews’ künstlerische Praxis frei von den starren Zwängen akademischer Institutionen. Seit sieben Jahren widmet er sich intensiv dem Erlernen der komplexen Chemie und der historischen Faszination der Ölmalerei auf Leinwand.

Seine Position als Quereinsteiger erweist sich dabei als tiefgreifende Stärke: Sie erlaubt ihm einen unbefangenen, intuitiven Umgang mit dem Material, bei dem er traditionelles Handwerk mit einer zutiefst modernen, existenziellen künstlerischen Stimme verbindet. Nach seiner viel beachteten Teilnahme an der Winter-Gruppenausstellung DIVERSE der Galerie Schindler gehört Drews zu den spannendsten neuen zeitgenössischen Positionen der Galerie.
Künstlerische Praxis & Technik
Im Zentrum von Drews’ Schaffen steht eine zeitgenössische, sehr persönliche Neuinterpretation der historischen Lasurtechnik. Diese Technik ist eine anspruchsvolle und zeitintensive Methode. Die Alten Meister beherrschten sie traditionell meisterhaft. Statt auf die unmittelbare Wirkung deckender Alla-Prima-Malerei zu setzen, baut Drews seine Kompositionen in einem akribischen, fast meditativen Prozess der Schichtung auf.

Jedes Werk besteht aus vier bis zehn einzelnen Schichten hauchdünner, transparenter Ölfarbe. Durch diesen schichtweisen Farbauftrag reift das Kunstwerk langsam über einen längeren Zeitraum. Die visuelle Magie von Drews’ Arbeiten basiert nicht auf oberflächlichen Pigmenten, sondern darauf, dass das Licht durch diese multiplen, transparenten Farbhäute dringt und vom Leinwandgrund reflektiert wird.
Das Ergebnis ist ein markantes ästhetisches Markenzeichen. Es zeigt eine außergewöhnliche innere Leuchtkraft. Dazu kommt eine fast unendliche Farbtiefe. Eine plastische, räumliche Dimension verändert sich dynamisch je nach Blickwinkel des Betrachters und wechselndem Lichteinfall.
Konzeptuelles Statement & Philosophie
Drews’ technische Hingabe an Transparenz und Schichtung spiegelt seine tiefe philosophische Faszination für die Vergänglichkeit der menschlichen Existenz wider. Zentriert um das Motiv des Schmetterlings, wirken seine Leinwände wie ein poetisches, auf das moderne Leben übertragenes Memento Mori.

Für Drews dient die radikale Metamorphose der Raupe zum Schmetterling als treffende Allegorie für das Menschsein. Wachstum und Erneuerung sind untrennbar mit Abschied und Verlust verbunden; um uns weiterzuentwickeln, müssen wir den schmerzhaften Prozess durchlaufen, Teile unseres alten Selbst loszulassen. Seine Bilder fangen diese Brüche auf – nicht als Momente des Scheiterns, sondern als notwendige, formende Spuren, die uns erst ausmachen.
Das Bewusstsein um die eigene Sterblichkeit und das Vergehen alles Irdischen ist in Drews’ Universum kein Akt des Nihilismus, sondern vielmehr der Katalysator für eine radikale Gegenwärtigkeit. Seine Gemälde fordern den Betrachter auf, sich der Kostbarkeit unserer begrenzten Zeit zu stellen, Veränderungen anzunehmen und die Chance zu ergreifen, in diesem einen Leben bedingungslos zu lieben, zu fühlen und zu wachsen. Durch das intensive Leuchten seiner vielschichtigen Arbeiten erinnert uns Drews an die wunderschöne Dringlichkeit des Lebens: den Moment bewusst zu leben und zu ergreifen – bevor er vorbeifliegt.
RICHARD DREWS – PAPILLON
4. Juni bis 11. Juli 2026
Ausstellungseröffnung
Donnerstag 4. Juni um 19 Uhr
GALERIE SCHINDLER
Charlottenstrasse 86,
14467 Potsdam
Website
Öffnungszeiten
Mittwoch 12 bis 16 Uhr
Donnerstag & Freitag 12 bis 18 Uhr
Samstag 12 bis 16 Uhr



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