Einstimmig beschließt die BVV Berlin-Mitte den Schutz des Humboldthain Clubs: ein wichtiger Etappensieg für die Clubkultur im Bezirk. Die Clubcommission fordert nun konkrete Maßnahmen gegen Verdrängung durch heranrückende Bebauung. Sie setzt sich für die Umsetzung zentraler kulturpolitischer Instrumente ein, die zur Anerkennung und zum Schutz von Clubs dienen.
Einstimmiger BVV-Beschluss ist klares Signal für den Schutz der Clubkultur
Berlin, 20. März 2026 – Die Clubcommission Berlin begrüßt den gestrigen einstimmigen Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Berlin-Mitte zum Schutz des Clubs Humboldthain ausdrücklich. Die fraktionsübergreifende Annahme des Antrags unterstreicht die wachsende politische Anerkennung der Clubkultur als unverzichtbaren Bestandteil des urbanen Lebens der Hauptstadt.
Die BVV hat das Bezirksamt beauftragt, die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu prüfen und weiterzuentwickeln, um den Betrieb des Humboldthain Clubs („Humbi“) am Standort Hochstraße 46 dauerhaft zu sichern.
„Der einstimmige Beschluss ist ein starkes politisches Signal für die Berliner Clubkultur. Dass sich die BVV Mitte geschlossen hinter den Schutz des Humbis stellt, zeigt: Die Bedeutung von Clubs als kulturelle Orte wird zunehmend ernst genommen. Wir freuen uns besonders, dass der Bezirk eine Rolle als schützende Instanz einnimmt.“
Emiko Gejic, Pressesprecherin der Clubcommission Berlin
Bedrohung durch weiteren Hotelbau
Im Fokus steht dabei insbesondere das Bauvorhaben in der Umgebung, eine heranrückende Hotelbebauung, die den Fortbestand des Clubs gefährden könnte. Das Humboldthain ist nicht nur ein etablierter Kulturort, sondern erfüllt auch eine zentrale Funktion für die Nachwuchsförderung: Als niedrigschwelliger Raum bietet er insbesondere jungen Künstler*innen, Kollektiven und Veranstalter*innen erste Auftritts- und Entwicklungsmöglichkeiten. Solche Orte sind essenziell für die Zukunft der Berliner Clubkultur und stehen in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage besonders unter Druck.
„Jetzt müssen den Bekenntnissen Taten folgen. Der Schutz einzelner Clubs auf Bezirksebene ist wichtig, reicht jedoch nicht aus. Wir brauchen verbindliche Rahmenbedingungen auf Landes- und Bundesebene insbesondere die konsequente Umsetzung des Agent-of-Change-Prinzips und die rechtliche Anerkennung von Clubs als Kulturstätten im Baurecht“
Marcel Weber, Vorsitzender der Clubcommission Berlin.
Zunehmende Nutzungskonflikte durch heranrückende Bebauung, insbesondere durch Hotel- und Wohnprojekte, gefährden vielerorts etablierte Kulturorte, beispielsweise auch das ://about:blank am Ostkreuz. Ohne klare politische und rechtliche Instrumente droht eine schleichende Verdrängung der Orte, die Berlin weltweit ausmachen.
„Es liegt jetzt in der Verantwortung von Politik und Verwaltung auf allen Ebenen, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, damit der Club Humboldthain nicht durch heranrückende Bebauung eingeschränkt oder verdrängt wird. Das Humbi steht exemplarisch für viele Orte in dieser Stadt: sein Schutz muss Konsequenzen für die gesamte Stadtentwicklung haben“ so Marcel Weber abschließend.
Über die Clubcommission:
Die Clubcommission ist das Netzwerk der Berliner Clubkultur. Sie wurde im Jahr 2001 gegründet und ist die weltweit größte Vereinigung von Clubbetreiber*innen und Veranstalter*innen. Sie unterstützt die Arbeit der Kulturunternehmer:innen durch die Optimierung der Rahmenbedingungen und die Verbesserung der Infrastruktur.
Neben vielen verschiedenen Aktivitäten wie nachhaltiger Stadtentwicklung, Schallschutz, Vermittlung zwischen Clubs, Bauherren und der Nachbarschaft, Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Nachtökonomie und der Entwicklung von Antidiskriminierungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen in Clubs, ist die Erforschung der verschiedenen Dimensionen der Clubkultur seit jeher ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit. clubcommission.de


Leave a comment.