erfolgreiches Modellprojekt – Alte Feuerwache Tempelhof

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Für zwei Monate wurde die ehemalige Feuerwache am Flughafen Tempelhof zur Bühne für kollektive Praxis, künstlerische Aneignung und urbane Imagination. Koordiniert vom Torhaus Berlin e.V. in Kooperation mit der Clubcommission Berlin e.V. und dem Urbane Praxis e.V., entstand ein Raum für Experimente zwischen kultureller Produktion, Diskurs und Gemeinschaft. Viele sind dieser Einladung gefolgt. 

„In Zeiten zunehmender Flächenknappheit und konkurrierender Nutzungsansprüche ist es wichtiger denn je, gemeinschaftlich organisierte Kulturprojekte und Synergien zwischen Akteurinnen und Akteuren der Freien Szene zu fördern.

Das Modellprojekt „Alte Feuerwache” im ehemaligen Flughafen Tempelhof steht exemplarisch für einen niedrigschwelligen Zugang zu landeseigenen Flächen und für klare Rahmenbedingungen, die eine verantwortungsvolle Nutzung ebenso wie kulturelle Teilhabe über verschiedene Zielgruppen hinweg ermöglichen. Solche Ansätze stärken nicht nur die Vielfalt, sondern leisten einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserer Stadt.”

Sarah Wedl-Wilson, Senatorin für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Berlin

Vom 15. August bis 18. Oktober wurde das Gebäude an 47 Tagen bespielt, verwandelt und infrage gestellt. Neben einer Dauerausstellung fanden insgesamt 34 Sonderveranstaltungen statt: rund 10.0000 Besucher*innen, zahlreiche Clubnächte, Performances, Konzerte, Workshops, Lesungen, Filmabende und Fachtagungen. Sechs Clubnächte wurden über einen Open Call der Clubcommission durch einen Jury Entscheid vergeben.

Foto: Jascha Müller-Guthof (Tag der Clubkultur)

Das Nutzungskonzept war bewusst spartenoffen angelegt und machte das Nebeneinander unterschiedlicher künstlerischer, diskursiver und sozialer Formate zur Qualität und zum Programm.

Vielfalt der freien Gruppen der Berliner Szene

„Mit der Alten Feuerwache haben wir einen Möglichkeitsraum geschaffen, der zeigt, was passiert, wenn Verwaltung, Stadtgesellschaft und freie Akteur:innen gemeinsam gestalten. Die große Resonanz bestätigt unseren Glauben an offene, zugängliche und selbstorganisierte Kulturorte – auch und gerade in öffentlichen Gebäuden.”

Torhaus Berlin e.V.

Die Alte Feuerwache Tempelhof steht exemplarisch dafür, was möglich ist. Kulturelle Infrastrukturen werden in enger Zusammenarbeit mit der Verwaltung koproduziert, geöffnet und gemeinschaftlich gestaltet. Das geschieht mit einfachen Zugängen, klaren Rahmenbedingungen. Es gibt Vertrauen in die Vielfalt der freien Gruppen der Berliner Szene. Dabei ging es nicht nur um Inhalte, sondern auch um Strukturen: Akustische Anpassungen, temporäre Umbauten und neue Nutzungsmodelle wurden erprobt – als praktische Grundlage für zukünftige kulturelle Entwicklungen am Standort Tempelhof.

„Wir haben diesen weiteren kulturellen Akzent am Flughafen Tempelhof sehr begrüßt und die Kooperation gerne unterstützt. Dieses Modellprojekt hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, den THF immer weiter zu beleben und ihn zugänglich für die ganze Stadtgesellschaft zu machen.

Durch unsere eigenen Programme am THF TOWER haben wir gesehen, wie gut hier Kulturformate gelingen und angenommen werden. Dass die Alte Feuerwache im TOWER zwei Monate erfolgreich mit Angeboten bespielt wurde, bekräftigt uns in unserer Entwicklung sehr. Im Dezember etwa veranstalten wir hier am zweiten und dritten Adventswochenende einen großen Wintermarkt.”

Fabian Schmitz-Grethlein, Geschäftsführung Tempelhof Projekt

Aus Sicht der Clubcommission Berlin zeigt das Modellprojekt eindrücklich, welches Potenzial in der kulturellen Nutzung landeseigener Liegenschaften liegt. Räume wie die Alte Feuerwache Tempelhof bieten eine Möglichkeit. Sie ermöglichen es, urbane Freiräume als Orte des Austauschs, der Teilhabe und der kulturellen Innovation zu begreifen.

Die Clubcommission betont ausdrücklich, dass bei der kulturellen Aktivierung landeseigener Liegenschaften mit der Zwischennutzung in der Alten Feuerwache sowie anderen Modellflächen wichtige Erfolge erzielt werden könnten.

Konzepte für eine nachhaltige Kulturraumpolitik

Laut Clubcommission dürfen solche Immobilien nicht ausschließlich wirtschaftlich, sondern gemeinschaftlich gedacht und entwickelt werden. Die Erfahrungen aus dem Projekt verdeutlichen, dass temporäre Nutzungen wertvolle Erkenntnisse für nachhaltige Kulturraumpolitik liefern. Vertrauensvolle Kooperationen zwischen Verwaltung, Zivilgesellschaft und Szene sind zentrale Voraussetzungen für eine lebendige, vielfältige Stadtkultur.

„Die Alte Feuerwache Tempelhof hat gezeigt, welche Möglichkeiten entstehen, wenn Stadtentwicklung und Kulturpolitik gemeinsam Räume für gemeinschaftlich organisierte Kultur schaffen. Hier haben wir gemeinsam mit dem Senat gezeigt, dass faire und transparente Flächenvergabe sowie Zusammenarbeit auf Augenhöhe möglich sind.

Die Vergabe von Räumen zur Zwischennutzung steht für eine Kulturraumpolitik, die Zugänge schafft statt ausschließt, kulturelle Vielfalt sichtbar macht und dazu beiträgt, die kulturelle Landschaft Berlins zu bereichern.”

Kai Sachse, Geschäftsführung Clubcommission Berlin e.V.

Das Projekt war Teil der Modellflächenreihe im Rahmen des Kulturmodernisierungsprogramms. Die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt initiierte es. Es wurde von dieser und der Lotto-Stiftung Berlin gefördert.

Über die Clubcommission:

Die Clubcommission ist das Netzwerk der Berliner Clubkultur. Sie wurde im Jahr 2001 gegründet und ist mit über 350 Mitglieder die weltweit größte Vereinigung von Clubbetreiber:innen und Veranstalter:innen. Sie unterstützt die Arbeit der Kulturunternehmer:innen durch die Optimierung der Rahmenbedingungen und die Verbesserung der Infrastruktur.

Neben vielen verschiedenen Aktivitäten wie nachhaltiger Stadtentwicklung, Schallschutz und der Vermittlung zwischen Clubs, Bauherren und der Nachbarschaft, gibt es auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Nachtökonomie.

Zudem wird die Entwicklung von Antidiskriminierungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen in Clubs verfolgt. Die Erforschung der verschiedenen Dimensionen der Clubkultur ist seit jeher ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit.

https://www.clubcommission.de/

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