Volkstrauertag: Erstes Gedenken an LSBTIQ* 

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Beim Totengedenken am Volkstrauertag wurde zum ersten Mal auch ausdrücklich an Menschen erinnert, die wegen ihrer geschlechtlichen oder sexuellen Identität während des Nationalsozialismus verfolgt und getötet wurden.

LSVD⁺ begrüßt Erweiterung des Totengedenkens

Henny Engels, Bundesvorstand des LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt erklärt:

Wir begrüßen ausdrücklich, dass beim Totengedenken am Volkstrauertag erstmals auch der während des Nationalsozialismus verfolgten queeren Menschen gedacht wurde. Es war lange überfällig, dass auch die lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und intergeschlechtlichen sowie weitere queere (LSBTIQ*) Opfer des NS hier einbezogen werden. Aus dem Gedenken an die staatliche Verfolgung von LSBTIQ* erwächst jedoch auch eine politische Verantwortung für ihren wirksamen Schutz in Gegenwart und Zukunft. 

Damit so ein Unrecht nie wieder geschehen kann, fordern wir die demokratischen Fraktionen im Bundestag auf, gemeinsam den Antidiskriminierungsparagraphen im Grundgesetz um den expliziten Schutz aller LSBTIQ* zu ergänzen. Mit Art. 3 Abs. 3 sollten 1949 die Lehren aus dem NS-Regime gezogen werden, aber LSBTIQ* wurden dort bewusst nicht aufgenommen.

Das Unrecht schrieb sich fort

Gleichgeschlechtlich liebende Männer waren auch in der Bundesrepublik noch jahrzehntelang der oft lebenszerstörenden Verfolgung durch den § 175 StGB unterworfen. Lesbischen Müttern wurde das Sorgerecht entzogen. Ein expliziter grundgesetzlicher Schutz von LSBTIQ* ist nicht nur ein Gebot historischer Verantwortung, sondern auch ein Gewinn für die gesamte demokratische Gesellschaft!

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Über den LSVD⁺

Der LSVD⁺ Verband Queere Vielfalt ist ein Bürgerrechtsverband. Er vertritt Interessen und Belange von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*- und intergeschlechtlichen sowie weiteren queeren Menschen (LSBTIQ*). 

Menschenrechte, Vielfalt und Respekt – wir wollen, dass LSBTIQ* als selbstverständlicher Teil gesellschaftlicher Normalität akzeptiert und anerkannt werden. Wir sind präsent in der Öffentlichkeit, den Medien und der Politik. Der LSVD⁺ nimmt Stellung und wird angehört, wenn die Belange von LSBTIQ* berührt sind: von der Bundesregierung, vom Bundestag und vom Bundesverfassungsgericht. 

Mit einer Spende und/oder Mitgliedschaft können Sie uns und unsere Arbeit für “Menschenrechte, Vielfalt und Respekt” unterstützen. Vielen Dank.

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