Spreepark Art Space: Im Gespräch mit Geistern

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3–5 minutes

Mit: Maithu Bùi, Franziska Pierwoss, Josefine Reisch, Ernst Markus Stein, Jackie Grassmann, Gabriele Stötzer, Verena Kyselka und Paula Gehrmann

23. November 2025 bis 22. Februar 2026 
Eröffnung: Sonntag, 23. November 2025, 11-18 Uhr 

Spreepark Art Space (im Eierhäuschen / Spreepark)

Kuratiert von Sandra Teitge 

Über die Ausstellung

Vom 23. November 2025 bis 22. Februar 2026 zeigt der Spreepark Art Space die Ausstellung Im Gespräch mit Geistern. Die Künstler*innen setzen sich darin mit Schlüsselmomenten der Geschichte des Eierhäuschens im Spreepark im Osten Berlins auseinander. Dazu gehören das Requisitenlager des DDR-Fernsehfunks in den 1960er Jahren. Auch das Café der Jugend bei den Weltfestspielen 1973 gehört dazu. Die Radiosendung Sieben bis Zehn: Sonntagmorgen in Spreeathen wurde mehrfach live vom Eierhäuschen ausgestrahlt. 

Für die Ausstellung treten Maithu Bùi, Franziska Pierwoss und Josefine Reisch in Dialog mit den Geistern jener Zeit. Ebenso treten Ernst Markus Stein, Jackie Grassmann, Gabriele Stötzer, Verena Kyselka und Paula Gehrmann in Dialog mit den Geistern jener Zeit. In Film- und Rauminstallationen, Textilarbeiten, Drucken und eigens produzierten Radiosendungen greifen sie diese historischen Momente auf.

Die Werke verbinden persönliche Geschichten mit kollektiven Erinnerungen. Sie öffnen den Blick auf gesellschaftliche Realitäten der DDR. Sie thematisieren sowohl vertraute als auch verdrängte Momente dieser Vergangenheit.

Das Programm der Ausstellung ist vielfältig. Es umfasst Gespräche, Live-Radiosendungen, Lesungen und Führungen. Zusätzlich gibt es einen performativen Apéro, Workshops und Musik. Ein Abend ist mit Filmen aus Vietnam gestaltet.

Die Künstler:innen und Ihre Werke

Josefine Reisch, smiling through the years (…it’s awful.), 2022, Siebdruck und Radierung
auf Seide, 63 x 63 cm, courtesy of the artist and Galerie Noah Klink

In der Serie It’s very difficult to keep the line between the past and the present. Do you know what I mean? nimmt Josefine Reisch u.a. die spezifische Tradition von Erinnerungstüchern auf, die in der DDR zu besonderen Anlässen wie den X. Weltfestspielen der Jugend verteilt wurden und thematisiert die Brüchigkeit von Erinnerungen und Lebensläufen. 

Die Leuchtschrift Die Jugend klagt den Imperialismus an von Franziska Pierwoss bezieht sich auf ein Tribunal. Dieses Tribunal fand 1973 im Rahmen der Weltfestspiele der Jugend unter anderem an der Humboldt Universität statt. Als Teil des Programms verwebt sie außerdem im Rahmen eines performativen Apéro Erinnerungen von Zeitzeug*innen mit weiterem assoziativem Archivmaterial. 

Maithu Bùi, Mathuật – MMRBX, 2022, 2-Kanal-Videoinstallation, Farbe, Ton, 22’, Filmstill,
Salz, im Auftrag der 12. Berlin Biennale

Die Videoinstallation von Maithu Bùi Mathuật– MMRBX (2022), die auf der 12. Berlin Biennale präsentiert wurde, greift das in Vietnam weit verbreitete Geschichtenerzählen auf. Sie nutzt das beliebte Format des Wasserpuppentheaters. So verweist sie auf die starke Präsenz von Geistern und Ahnen sowie deren generationsübergreifende Erinnerungen.

Jackie Grassmann und Ernst Markus Stein stellen das Ei selbst in den Mittelpunkt einer umfangreichen Installation im Eingangsbereich der Ausstellung. Das Interesse der Künstler*innen gilt dem Spektrum an Bedeutungen des Eis – aus politischer, kultureller und klassenübergreifender Perspektive. Eine partizipativ-auditive Programmreihe in Form einer Radiosendung begleitet die Installation. 

Verena Kyselka, Tanz den Recycling, Joghurt-Kleid,1990,

Gabriele Stötzer präsentiert in einer Rauminstallation von Paula Gehrmann die drei Super-8-Filme. Diese Filme sind Komik – Komisch (1988), Signale (1989) und Überfahrt (1990) der Künstlerinnengruppe Erfurt. Zusammen mit einem in den Filmen getragenen Objektkleid von Verena Kyselka.

Über den Spreepark Art Space

Der Spreepark wurde 1969 als “Kulturpark Plänterwald” eröffnet und war der einzige ständige Vergnügungspark in der DDR. Der Spreepark Art Space zeigt heute zeitgenössische Kunst, die sich mit Landschaft, Natur und Architektur auseinandersetzt.

Zwischen Plänterwald und Spree kommen Akteur*innen aus verschiedenen Bereichen zusammen, um sich mit dem öffentlichen Raum zu beschäftigen und die Rolle der Kunst darin zu erkunden und mitzugestalten. 

Die Kunst, als wesentliches Gestaltungselement im künftigen Spreepark, setzt neue Impulse. Sie eröffnet neue Perspektiven auf den Park. Die Kunst schreibt sich über die permanent im Park installierten Werke ein. Ebenso geschieht dies über temporäre Ausstellungen und künstlerische Interventionen. Sie integriert sich in die gesamte Struktur des Parks und macht Kunst für alle Besucherinnen und Besucher erlebbar. 

Der Spreepark Art Space ist ein Projekt der Grün Berlin GmbH.

Das Eierhäuschen 

Seit März 2024 hat der Spreepark Art Space mit dem Eierhäuschens einen festen Anlaufpunkt. Im frisch sanierten Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert am Rande des bekannten Berliner Spreeparks werden Ausstellungen zu den Themen Landschaft, Natur, Architektur und öffentlicher Raum gezeigt.

Das Haus war bereits im 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugslokal mit Außenkegelbahn, hunderten Sitzplätzen an der Spree, eigener Fährverbindung und Platz für Musik und Tanz. Heute vereint es Restaurant und Kunstraum mit einem kostenfreien Ausstellungsbereich sowie Residenzen für Künstler*innen mit Wohn- und Arbeitsräumen. Kunst, ein vielfältiges Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm sowie Gastronomie werden hier gemeinsam erlebt. 

­Spreepark Art Space im Eierhäuschen / Spreepark
Kiehnwerder Allee 2, 12437 Berlin

hello@spreepark-artspace.berlin

spreepark-artspace.berlin

@spreeparkartspace 

  • Öffnungszeiten:
  • Mi – So 11 bis 19 Uhrab 23. November 2025
  • Mi – So 11 bis 18 Uhr
    Eintritt: frei

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