Liebes Publikum,
diese Woche erreichten uns freudige Nachrichten: Emine Sevgi Özdamar hat den Bertolt-Brecht-Preis der Stadt Augsburg erhalten, und damit eine Auszeichnung für ein Lebenswerk, das Literaturgeschichte geschrieben hat. Ihre Stücke und ihre Prosa begleiten uns seit Jahrzehnten und bilden auch die Grundlage für Ersan Mondtags Inszenierung DAS ROTE HAUS, die am 2/Oktober die aktuelle Herbstsalon-Edition eröffnete und erneut am 26/November auf der Bühne bei uns im Gorki zu sehen sein wird.
In der Jury-Begründung des Bertolt-Brecht-Preisesheißt es: »In der Kollision zwischen Welten, Sprachen und politischen Systemen decken diese vielstimmigen, abgründigen Märchen, die Spuren von Marginalisierung, staatlicher Gewalt und menschlicher Hoffnung auf«.
Emine Sevgi Özdamar’s frühe Selbstporträts
Als Teil der Ausstellung im Rahmen des 7. Berliner Herbstsalons ЯE:IMAGINE: THE RED HOUSE zeigt Emine Sevgi Özdamar erstmals frühe Selbstporträts – poetische, suchende, wagemutige Bilder, die von Identität und Transformation erzählen. Ihre und alle weiteren Werke sind noch bis zum 30/November bei freiem Eintritt im und ums Gorki herum zu sehen.
Dabei steht der 7. Berliner Herbstsalon an diesem Wochenende vor allem im Zeichen des kurdischen Widerstands. Am heutigen Abend, 14/November, zeigen wir 1000 EYES von Mazlum Nergiz, ehemals Dramaturg an diesem Haus, heute Autor von Prosa, Essays und Theaterstücken. Die szenische Lesung in der Inszenierung von Miraz Bezar, einem der Protagonisten des postmigrantischen Theaters am Ballhaus Naunynstraße, der mit MIN DÎT – Die Kinder von Diyarbakir einen der ersten kurdischsprachigen Filme in der Türkei drehte, bewegt sich zwischen Mythos und Widerstand, zwischen verklärter Erinnerung und radikaler Selbstermächtigung.
Memory, Resistance, Resilience
Am morgigen Samstag, den 15/November und Jahrestag der Hinrichtung des kurdischen Anführers Seyit Rıza, widmet sich die Historikerin Dr. Zeynep Türkyılmaz in ihrer Lecture DERSIM 37 | Xo vira meke: Memory, Resistance, Resilience dem Völkermord in Dersim 1937/38 – einem verdrängten Kapitel der türkischen Geschichte.
Im Anschluss steht am 15/November mit Aynur Doğan eine der bedeutendsten kurdischen Sängerinnen der Gegenwart auf der Gorki-Bühne. Mit ihrer unverwechselbaren, kraftvollen Stimme verbindet sie jahrhundertealte kurdische Volksmusik mit zeitgenössischen Klängen. Ihre Lieder erzählen von Schmerz und Hoffnung, Sehnsucht und Trost.
Wir freuen uns auf Sie!
Ihr Gorki
7. Berliner Herbstsalon
ЯE:IMAGINE: THE RED HOUSE
Inventories / Interventions / Inventions
2/Oktober–30/November 2025
Kuratiert von Shermin Langhoff

- Öffnungszeiten der Ausstellung
- 2/Oktober–30/November
Mi & Do 16:00–20:00
Fr & Sa 16:00–23:00
So 12:00–20:00
Ausstellungsorte
Kiosk, Maxim Gorki Theater, Palais am Festungsgraben, Studio
Eintritt frei! - Zum Programm
- 15/November
1000 EYES
- Szenische Lesung
- Von Mazlum Nergiz
- Szenische Einrichtung Miraz Bezar
- 14/November 20:30, Studio Я
- Info & Karten

Asma ist verschwunden. Sie hat allen erzählt, sie wäre nach Paris gefahren, um dort ihren Abschlussfilm über die Ermordung von drei kurdischen Widerstandskämpferinnen zu drehen. Doch Asma ist nicht zurückgekehrt und ihre Familie, Freund*innen, irgendwelche Menschen im Internet beginnen zu spekulieren. Hat Asma sich dem kurdischen Widerstand angeschlossen? Ist sie zu einem şehîd, einer Märtyrerin, geworden, zu denen kurdische Freiheitskämpfer*innen werden, wenn sie im Kampf sterben?

DERSIM 37 | Xo vira meke: Memory, Resistance, Resilience
- Lecture
- Mit Zeynep Türkyılmaz
- 15/November 18:30, Garderobenfoyer
- Eintritt frei!
Anlässlich des Gedenktags am 15. November wird die Historikerin Dr. Zeynep Türkyılmaz, die sich intensiv mit der Dersim-Frage während der osmanischen und republikanischen Ära beschäftigt hat, in einem Vortrag auf den Völkermord zwischen 1937 und 1938 eingehen.
Aynur Doğan
- Konzert
- Mit Aynur Doğan, Maviş Güneşer
Und Salman Gambarov, Chris Jennings, Patrick Goraguer, Coşkun Karademir, Caner Malkoç, Çağlasu Aslan - 15/November 20:30, Bühne
- Info & Karten
- Auf der Bühne

Aynur Doğan ist eine der bedeutendsten kurdischen Sängerinnen unserer Zeit. Mit ihrer kraftvollen Stimme verbindet sie die jahrhundertealte Tradition der kurdischen Volksmusik mit zeitgenössischen westlichen Klängen und schafft so eine musikalische Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Das Konzert findet im Gedenken an Seyit Rıza statt, der 1937 als kurdisch-alevitischer Anführer in Dersim für seinen Widerstand gegen staatliche Repression hingerichtet wurde.

MOTHERS – A SONG FOR WARTIME
- Repertoire
- Konzept & Regie Marta Górnicka
- 30/November 19:30, Bühne
- Info & Karten
Sie sind Überlebende. Sie sind vor Krieg und Verfolgung Geflüchtete, Zeuginnen von Gewalt und Bombardierungen. Frauen aus der Ukraine und aus Belarus, die nun in Polen leben und gemeinsam auf der Bühne stehen und sprechen wollen. Sie nutzen die Macht ihrer Stimmen, um das zu benennen, für das es keine Worte geben kann. Dabei wollen sie nicht als Opfer, sondern als Protagonistinnen ihrer Geschichten gehört werden.


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