Neuköllner Oper: NOISE, NO DOOM NO STRESS & LAST EXIT EUROPA

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Mit der Kammeroper SELEMO hat die Neuköllner Oper den Frühling bereits mit einem wahren musikalischen Fest begrüßt. In den nächsten Monaten folgen weitere brisante Themen auf der Bühne. Die Highlights der NO im Frühling nachfolgend:

NOISEEine Kollapsfantasie von Club Gewalt

Premiere am 16. April 2026

Wurde uns nicht mal eine Zukunft von Stabilität und Fortschritt versprochen? Anstelle von Wohlstand, Frieden und den Früchten des Technik-Booms drohen jetzt alle Systeme zusammenzubrechen. Klimakatastrophe, Kriege, Faschismus: Wir leben in Zeiten der Polykrise. Die Nachrichtenlage lässt sich kaum noch verarbeiten und versetzt in permanenten Stress. Wie können unsere Sinne lernen, mit dieser Überforderung umzugehen, ohne abzustumpfen?

In der intensiv-immersiven Performance-Oper NOISE taucht Club Gewalt mit dem Publikum ein in das Rauschen der Weltuntergangsprognosen – und singt aus voller Lunge dagegen an. Das Ziel: Wieder lieben zu lernen, ein Mensch zu sein.

NO DOOM NO STRESS

Club Gewalt ist ein musikbasiertes Performance-Kollektiv aus Rotterdam. Sie machen, komponieren, produzieren und performen ihre eigenen Werke aus dem Widerstand gegen Ungerechtigkeit und der Liebe für das Zusammensein. Dazu gehören feministische Punk-Weihnachtsmusicals und trübsinnige Opern über institutionellen Rassismus. Auch Clubabende in Museen und politische Slutpop-Konzerte zählen dazu. Immer musikalisch virtuos, mit Witz und irgendwie unbequem.

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LAST EXIT EUROPA

Von Laura Laabs (Text) und Leo Solter (Musik)

Premiere am 30. April 2026

© Murat Aslan

Europa: ein Kontinent, eine Idee, ein Machtzentrum. Aber auch: eine geraubte Königstochter – ein Mythos. Diesen Factten gehen Regisseurin Laura Laabs und Musiker Leo Solter im neuen Stück LAST EXIT EUROPA nach.

NO CASH NO MYTH

Hallo, Europa, hörst du die Signale? Dort, in einem entlegenen Truckstopp, irgendwo am Rande der Freiheitsautobahn, gleich beim geschlossenen Schlagbaum, blinkt noch matt der Spieleautomat, leiert die letzte Jukebox des alten Kontinents, fällt Brechts Groschen vergeblich in den Plüschtiergreifer.

Hier, an der Gogo-Stange, dreht sich Nacht für Nacht eine müde Tänzerin, der Lack ist nicht nur an den Nägeln ab. Doch das Herz trägt sie auf der Zunge. Sie singt den Schlaflosen, den Versprengten, den Resten des Abendlandes ihre Lieder. Diese handeln von Unterwerfung und Ermächtigung. Sie erzählen von Schwertern und Scheiden, von Prostitution und Revolution.

Wenn der Scheinwerfer angeht, sieht man es: Sie trägt ein blaues Gewand und eine gleißende Krone aus goldenen Sternen. Die Tänzerin braucht den blöden Stier schon lange nicht mehr. Es ist ihre Stimme, die ihr Flügel verleiht und sie über alle Grenzen schweben lässt.

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Mehr NO! Neuer SpielplanApril, Mai und Juni in der NO

Gleich zwei Uraufführungen erwarten Sie im April. Das erste ist die apokalyptische, immersive Opernperformance NOISE von Club Gewalt. Das zweite ist Laura Laabs’ und Leo Solters’ musikalische Auseinandersetzung über die vielen Facetten Europas: LAST EXIT EUROPA.

Im Mai nimmt das Ensemble von NO Jung Theater- und Horror-Klassiker auseinander mit ihrer neuen Produktion I KNOW WHAT YOU DID LAST SOMMERNACHTSTRAUM.

Auch die jungen Theatermacher*innen von NO Kids präsentieren im Juni ihr neuentwickeltes Stück der Öffentlichkeit: MY MELODIES ist eine Reise durch die Musik-Jahrzehnte in Richtung Zukunft.

Im Juni und Juli dreht sich alles um die ägyptische Sängerin Umm Kulthum. Sie ist eine der großen Ikonen der klassischen, arabischen Musik. Ihre Stimme verbindet Menschen des gesamten südöstlichen Mittelmeerraums über Länder und Kulturen hinweg.

Komponistin Nesrine Belmokh und Regisseur Sjaron Minailo widmen ihr mit طرب / TARAB. einen Abend, der ekstatisch um das in ihren Liedern immer wiederkehrende Thema kreist: Die Liebe. Am 4. und 5. Juli wird die Passage der Neuköllner Oper Berlin darüber hinaus zum Open-Air-Wohnzimmer Neuköllns – mit WO IST UMM KULTHUM?, einem Fest rund um das musikalische wie gesellschaftliche Erbe der Musikerin.

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Copyright © 2024 Neuköllner Oper e.V.

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