Der Februar am Maxim Gorki Theater steht im Zeichen großer Berliner Erzählungen, politischer Erinnerungskultur und neuer Perspektiven auf Identität und Herkunft.
DIE ZWILLINGE

Mit DIE ZWILLINGE von Lamin Leroy Gibba ist im Studio Я die erste und einzige Uraufführung des Monats zu erleben. In der Regie von Joana Tischkau entfaltet sich ein vielschichtiger Theaterabend über Zuschreibungen, mediale Dynamiken und die Unmöglichkeit eindeutiger Wahrheiten: Ein Zwilling ist schwarz, der andere weiß.
Als einer den anderen tötet, stürzt sich die Öffentlichkeit auf den Fall. Eine Drehbuchautorin versucht, die Geschichte zu erzählen – und verliert sich zunehmend in den Widersprüchen dessen, was geschehen ist und weiter geschieht.
Black HerHisStory Month
Autor Lamin Leroy Gibba steht selbst auf der Bühne, gemeinsam mit Sisi Bo’wale, Niels Bormann, Yanina Cerón und Ruby Commey. Die verbleibenden Vorstellungen am 20. Februar finden – ebenso wie blues in schwarz weiss am 28. Februar – im Rahmen des Black HerHisStory Month statt.
Berlin-Trilogie


Zentraler Höhepunkt des Monats ist die Berlin-Trilogie von Hakan Savaş Mican, die vom 26. bis 28. Februar erstmals und zugleich einzig vollständig zu sehen sein wird. Mit BERLIN ORANIENPLATZ, BERLIN KLEISTPARK und BERLIN KARL-MARX-PLATZ zeichnet Mican ein vielstimmiges Panorama der Stadt – zwischen Herkunft, Klasse und urbaner Realität. Während BERLIN KARL-MARX-PLATZ weiterhin bis Juni im Repertoire bleibt, werden BERLIN ORANIENPLATZ und BERLIN KLEISTPARK im Rahmen des Trilogie-Wochenendes letztmalig gezeigt.
HERKUNFT UND KLASSE

Ergänzt wird das Programm durch die Buchpremiere der Stücksammlung HERKUNFT UND KLASSE am 27. Februar sowie eine TRILOGIE-PARTY am 28. Februar. Micans Berlin-Trilogie gilt als eines der prägenden Werke des postmigrantischen Theaters – und markiert einen bedeutenden Akzent in der sich dem Ende nähernden Intendanz von Shermin Langhoff.
SHISHA BAR
Vom 17. bis 22. Februar ist im Studiofoyer bei freiem Eintritt erneut die Videoinstallation SHISHA BAR von Ülkü Süngün zu sehen. Angehörige, Überlebende, Aktivistinnen und Expertinnen sprechen über die rechtsterroristischen Anschläge vom 19. Februar 2020 in Hanau.
Das Gedenken gilt Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar, Kaloyan Velkov sowie Ibrahim Akkuş, der am 10. Januar 2026 – sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag – an den Spätfolgen verstarb. #saytheirnames
DAS ROTE HAUS

Im Gorki Kiosk ist noch bis zum 15. März die Recherche-Ausstellung DAS ROTE HAUS: STRESEMANNSTRASSE 30 – EINE INVENTUR bei freiem Eintritt zu sehen. Die Ausstellung widmet sich dem ehemaligen Frauenwohnheim der Firma Telefunken und versammelt Arbeiten unter anderem von Emine Sevgi Özdamar, Filiz Taşkın, Melek Konukman-Tulgan und Serpil Yeter.
Das vollständige Programm finden Sie unter www.gorki.de.


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