Liebe Freundinnen und Freunde von ALFILM, wir freuen uns, euch mitteilen zu können, dass die 17. Ausgabe des ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin vom 22. bis 28. April 2026 stattfinden und eine breite Auswahl an Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen präsentieren wird. Eröffnet wird das diesjährige Festival mit Annemarie Jacirs Palestine 36. Das epische historische Drama feiert bei ALFILM seine Deutschlandpremiere, bevor es in den bundesweiten Kinoverleih geht.
Angesiedelt im Jahr 1936, am Vorabend des Großen Palästinensischen Aufstands, zeichnet Palestine 36 den wachsenden Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft und die Zwangsenteignung der indigenen palästinensischen Bevölkerung nach. Jacir zeigt die Geschichte von Protagonist:innen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft. Diese Protagonist:innen sind mit politischem Verrat, gesellschaftlichen Brüchen und einer drohenden Katastrophe konfrontiert. So entwirft Jacir das eindringliche Porträt einer Gesellschaft am Abgrund.
Mit einem internationalen Cast, darunter Hiam Abbas, Liam Cunningham und Dhafer L’Abidine, untersucht der Film die kolonialen Wurzeln des Konflikts und den anhaltenden Kampf um Würde, Freiheit und Selbstbestimmung. Palestine 36 war 2026 Palästinas offizielle Einreichung für den Oscar in der Kategorie Bester Internationaler Film.
Die ALFILM Selection
Wie in den Vorjahren präsentiert ALFILM in seinen zwei Programmsektionen eine sorgfältig kuratierte Auswahl, die die Vielfalt künstlerischer Ansätze und politischer Perspektiven des aktuellen arabischen Kinos widerspiegelt. Die ALFILM Selection zeigt aktuelle Produktionen aus der arabischen Welt sowie der Diaspora und bietet Einblicke in moderne Filmstile und thematische Diskurse.
ALFILM Spotlight
Das diesjährige ALFILM Spotlight mit dem Titel Sudan: New Projections – Retrospectives, Revolutions, and Restorations wurde erstmals in der Festivalgeschichte von einem Gastkurator konzipiert: Talal Afifi, Produzent und Leiter der Sudan Film Factory.
Das Programm widmet sich dem sudanesischen Kino und stellt zeitgenössische Werke neben neu restaurierte Archivfilme und künstlerische Interventionen. Dabei werden Kontinuitäten und Brüche eines Kinos sichtbar, das von Revolution, Erinnerung, Exil und Resilienz geprägt ist. Das Programm unterstreicht die kreative Kraft sudanesischer Filmschaffender trotz der Zerstörungen durch Krieg und den Zusammenbruch kultureller Infrastrukturen.
Masterclasses, Panel-Diskussionen, Filmgespräche, Sondervorführungen, die Kunstausstellung Sudan Retold sowie eine Party am 24. April im Festsaal Kreuzberg ergänzen das Filmprogramm und laden das Publikum zum direkten Austausch mit Filmschaffenden, Künstler:innen und Expert:innen ein.
Save The Date: 17. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

HAU Hebbel am Ufer, City Kino Wedding, Kino in der KulturBrauerei, Sinema Transtopia, Wolf Kino, silent green, Sputnik, Spore, Flutgraben and Festsaal Kreuzberg.
22nd – 28th April 2026
Programmvorschau
Palestine 36

(Eröffnungsfilm) Spielfilm, Regie: Annemarie Jacir, Palästina/Großbritannien/USA/Katar/Frankreich, 2025, 115 min, AR/HE/EN, mit EN UT
Vorführungen: HAU1, 22.04., 19:00 Uhr & Kulturbrauerei 3, 23.04., 20:00 Uhr
1936: Palästina steht kurz vor einer Revolution. Wütend über die gewaltsame Unterdrückung durch die britische Kolonialherrschaft und den Zustrom zionistischer Siedler:innen, die unter britischer Schirmherrschaft Land in ihren Besitz bringen und die Kontrolle über den Arbeitsmarkt übernehmen, fühlen sich große Teile der einheimischen Bevölkerung, in der Hoffnung auf Befreiung, zum Widerstand gezwungen.
In Städten und Dörfern brechen Arbeiterstreiks aus. Männer und Frauen greifen zu den Waffen. In Jerusalem setzt sich Yusuf (Karim Daoud Anaya) für sein Dorf ein, in dem das Leben unter den britischen Umstrukturierungsmaßnahmen unerträglich geworden ist.
Yusuf und seine Familie stehen der Gleichgültigkeit von Teilen der arabischen urbanen Elite gegenüber. Diese stellt sich weder auf die Seite der Revolution noch unterstützt sie sie. Dadurch sind sie gezwungen, sich dem Schicksal zu stellen, das sie mit der gesamten Nation teilen. Dieses Schicksal ist von Zerstörung und Vertreibung geprägt. Es wird aber auch von der unerschütterlichen Entschlossenheit getragen, in Freiheit und Würde zu leben.
Jacirs Film ist ein episches Historien-Drama, das die Ursprünge der Nakba und die kolonialen Wurzeln des heutigen Palästinas nachzeichnet.
Anschließend findet ein Filmgespräch mit der Regisseurin Annemarie Jacir statt.
Cotton Queen

(Spotlight-Eröffnungsfilm) Spielfilm, Regie: Suzannah Mirghani, Sudan/Saudi-Arabien/Katar/Deutschland, 2025, 94 min, AR. mit EN UT
Vorführungen: HAU1, 23.04., 19:00 Uhr & City Kino Wedding, 24.04., 19:00 Uhr
Nafisas Dorf in der Nähe des Nils lebt vom Baumwollanbau. Die Teenagerin steht unter der strengen Aufsicht ihrer Großmutter Al-Sit, einer Matriarchin, deren antikoloniale Vergangenheit sich zu sozialer Macht verfestigt hat. Als ein Geschäftsmann mit gentechnisch verändertem Saatgut auftaucht und Nafisa einen Heiratsantrag macht, verschmelzen die wirtschaftlichen Interessen des Dorfes und ihr persönliches Schicksal miteinander.
Mirghani rahmt diesen Konflikt mit einem feinen Gespür für Land, harte körperliche Arbeit und Bräuche und zeigt, wie Baumwolle sowohl Lebensgrundlage als auch historisches Vermächtnis ist. Nafisa ist zwischen Sehnsucht, Pflicht und dem Druck der Gemeinschaft hin- und hergerissen. Der Film entfaltet sich als eine Coming-of-Age-Geschichte mit politischer Brisanz. Wer definiert Fortschritt? Wer zahlt seinen Preis? Und wer darf sich eine Zukunft erträumen?
Cotton Queen ist zugleich zart und schonungslos in seiner Darstellung von Frauen, die sich mit bestehenden Hierarchien konfrontiert sehen und gleichzeitig ihre eigene Selbstbestimmung einfordern.
Anschließend findet ein Filmgespräch mit der Regisseurin Suzannah Mirghani statt.
Home Movie on Location

Dokumentarfilm, Regie: Viola Shafik, Ägypten/Deutschland, 2025, 100 min, AR/DE, mit EN UT
Vorführungen: HAU1, 24.04., 19:00 Uhr & Sinema Transtopia, 26.04., 19:00 Uhr
In dieser autobiografischen Dokumentation über Familie, der Liebe zum Kino und dem immerwährenden Schwanken zwischen Heimaten, Sprachen und Orten untersucht Viola Shafik ihre Beziehung zu ihrem Sohn und dessen Vater, dem renommierten Artdirector und Produktionsdesigner Onsi Abou Seif. Ihre Verbundenheit mit dem ägyptischen Kino der Vergangenheit und Gegenwart steht im Mittelpunkt. Ihre wissenschaftliche Arbeit war wegweisend. Abou Seif beeindruckte durch seine Bühnenbilder. Er entwickelte die visuellen Welten zahlreicher Meisterwerke des arabischen Kinos von den späten 60er Jahren bis heute. Der Film endet in tieferen Reflexionen über Migration, politische Unterdrückung und die Auslöschung von Orten und Identitäten. ALFILM präsentiert Home Movie On Location in seiner deutschen Premiere.
Anschließend findet ein Filmgespräch mit der Regisseurin Viola Shafik und künstlerische Leiter Onsi Abou Seif statt.
Über das Festival
Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit freundlicher Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Friedrich-Ebert-Stiftung, des Rates der arabischen Botschafter sowie des Leibniz-Zentrums Moderner Orient (ZMO).
Das vollständige Festivalprogramm mit detaillierten Informationen ist bald unter www.alfilm.berlin verfügbar.
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