Wer ist denn nun Schuld an COVID-19-20-21…?

Liebe Leser*innen, nun muss ich Sie doch einmal darauf aufmerksam machen, eine eigene Meinung zu haben ist kein Verbrechen. Auch wenn uns das der konservative Flügel und besonders der Rechte Rand, so suggerieren will. Um eines klar zu stellen, Menschen mit Migrationshintergrund oder unsere muslimischen Mitbürger*innen als die „Superspreader“ in der aktuellen Debatte um Privilegien und Grundrechte oder zu „Scapegoats“, also Sündenböcken zu machen, ist nicht schön. Pfui Herr Spahn! Pfui! Sind Sie denn neuerdings so weit rechts abgerutscht, dass Sie Minderheiten direkt wieder zum Schuldigen machen müssen, anstatt diesen die korrekte Sachlage und die gleichen Ausgangsbedingungen zu geben? Vielleicht noch ein Grund, warum Sie keiner als Bundeskanzler*in haben wollte. Auf die Kollegen, die Ihre Ambitionen ausgestochen haben, will ich daher gar nicht erst eingehen. Da steckt auch nicht mehr dahinter als die Wahlbeteiligung dicker, weißer hetero-normativer Männer und der Wunsch nach schwarzen Nullen und zwar möglichst vielen auf ihrer Seite des Bundestags.

Ich zumindest möchte keinen Mann an der Spitze diesen Landes, eigentlich nirgendwo außer die Mehrheit der Spektrums ist sich einig, dass dieser etwas tauge. Aber wenn es darum geht Schuldige für ein Problem zu suchen, sind die Deutschen und allen voran unsere männlichen Vorbilder ganz groß darin, sich diese gegenseitig in die Schuhe zu schieben. Oder eben ganz konventionell nach unten zu treten. Warum auch nicht? Disziplin und Ordnung sind sowas von angesagt in 2021. Haben wir doch immer so gemacht. In CDU regierten Bayern scheint da ja zu wirken, aber auch da gibt es welche, die noch nicht ganz verstanden hat wie Systemkritik auch ohne „blackfacing” geht. Herr Schleich, Satire? Die Stimmen der systematisch betroffenen Medienmacher*innen haben für Sie entschieden. Die CDU wird’s wohl nicht wirklich getroffen haben, die fanden es sicher lustig.

So schient es vielen auch mit der Aktion #allesdichtmachen und den Gegenreaktionen wie #allenochganzdicht oder #allemalneschichtmachen zu gehen. Es gab eine Meinung und eine andere, ganz viele fühlten sich aber peinlich berührt oder schlichtweg auf den Schlips getreten. Letztere hat wohl geholfen, denn endlich wird wieder diskutiert oder eben auch nicht. Aufeinander eingedroschen eher. Inzwischen darf die eigene Meinung nur noch von Zahlen, Daten und Fakten abhängig sein und mit wem man sich wann im hermetisch verriegelten Raum, ganz CORONA-konform, mal unterhalten hat ist eher nebensächlich. Dafür Gewinnbringend. Ganz wie zu Zeiten der DDR, da stimme ich Ihnen zu Herrn Liefers. Trotzdem bekamen Sie einen neuen Deal bei den öffentlich-rechtlichen und der Rest der Kreativen wird noch einmal durch ein marodes Bildungssystem gejagt, digital natürlich. Oder wie war das mit dem 5G nochmals?

Quer·den·ker
/Quérdenker/

Substantiv, maskulin [der]
jemand, der eigenständig und originell denkt und dessen Ideen und Ansichten oft nicht verstanden oder akzeptiert werden

Quelle: Oxford Dictionary

Die intellektuelle Linke sitzt in elfenbeinfarbenen Turmzimmern in Mitte und trägt mit Ironie und Satire, aber leider wenig zu konstruktivem oder gar interkulturellen Austausch in diesen Zeiten bei. Doch die Fragen, welche sich vielen Bundesbürger*innen weiterhin aufdrängen wie die, ob die Aktion von #allesdichtmachen nun Kunst sei oder nicht oder „wer denn nun Schuld hat an der Nummer hat?“, will ich Ihnen nicht beantworten. Denken Sie mal selbst nach und spüren Sie, wie sich die Botschaften aus unterschiedlichen Perspektiven auf Sie auswirkt. Zum Beispiel aus der Sicht Jens Spahns.

Nun darf Frau Merkel sich auf den letzten Metern Ihrer vorbildlichen Karriere, auch noch mit rechtem Gedankengut aus den eigenen Reihen auseinander setzen. Aber gut, ausländischen Betrachtern auch nur das chaotische und Babylonische Berlin, die Finanzhochburg Frankfurt oder eben Bayern geläufig. Tolles Vorbild, dass wir da von innen nach außen weitergeben. Wir bleiben also gespannt an den Bildschirmen kleben um zu erfahren, wie sie die Detailfragen zu dem neuen Infektionsschutzgesetzentwurfs klären wollen. Vieles wird in den letzten Monaten der Kaiserin, entschuldigen Sie bitte, Kanzlerin noch entschieden. Nur ob wir beim Föderalismus bleiben oder gleich wieder die Monarchie ausrufen, weiß keiner so wirklich momentan. Die Nachrichten was sich in der Handhabung der Krise im Vergleich zu Großbritannien abspielt und welche „Freiheiten“ die Brexiter nun haben, gehen nach den zahlreichen Meldungen zum 10. Hochzeitstag von William und Kate unter. Die Hofnarren rollen jedenfalls mit den Augen und haben kein Bier mehr, Deutschland aber zu viel davon.

Währenddessen verbreitet sich weiter die Angst ausgeschlossen zu werden, unter denen, die noch keinen Impftermin haben oder ihren Impfpass nicht mehr finden. Die Schuldigen sind also gefunden. Die Deutschen lieben ihre Dokumente. Aber ganz so einfach ist nicht. Denn wie bitte soll sich ein*e Bundesbürger*in gedanklich die Differenz zwischen Querdenkern, Nazis und dem eigenen eventuell nicht biodeutschen, kulturellen Background vereinigen? Aber tragen Sie weiterhin Maske, gehen Sie arbeiten und bleiben Sie zu Hause ist die Devise. Was denn nun? Ist der Regierung am Ende auch aber auch egal. 3,4 Millionen sind infiziert, 80.000 gestorben, aber Ziel der CDU Spitze ist es das menschliche Defizit durch die Wirtschaft auszugleichen. Wie wäre es denn, wenn die rabenschwarze Spitze, das Militärbudget – mit insgesamt 1,3 Milliarden zusätzlich im Jahre 2021 – ein bisschen anders verteilt hätte? Aber wir Wettrüsten lieber, analog nur digital leider nicht. Und so bleibt auch der kleine Vermerkt im Impfass, wieder nur ein weiterer Beweis für eine Wohlstandsbürokratie ohne wirklichem Plan aber dafür mit jeder Menge Ressentiments.

Die Medien hingegen sind sich ja aktuell nur über eines einig. Nämlich, dass sie sich weiterhin brav an die Regeln halten und möglichst kritisch über den Sachverhalt berichten. Den Rest aber eher außen vor lassen. Warum sich der Tagesspiegel nicht über den systemtischen Rassismus bei der CDU – nach der Aussage Spahns – gewundert hat, steht nicht zur Debatte. Zu kritisch. Sie sehen, ich zähle immer noch die Nullen in den Reihen der politischen Spitze oder den parteinahen Größen der Medienlandschaft und versuche diese in eine Relation zu setzen.

Nicht weniger kritisch ist der Umgang mit Fakten. Sowohl bei der Regierung, aber auch bei denen, die darüber berichten. So lassen mehrere Zeitungen durchblicken, dass die Statistiken nicht zuverlässig seien. Warum wir uns also auf diese stützen sollen, wenn es um Menschenleben geht, weiß ich auch nicht. Und warum bekommen die einen Geld, während die anderen nichts mehr haben? In der Frage, wer denn nun Schuld hat an COVID, sind es im konservativen Milieu immer zwangsläufig die, die anders denken oder fühlen. Sie werden einfach Querdenker, Coronaleugner, Nazis oder Immigranten genannt. Aber fragen Sie mich nicht, wie das zusammenpassen soll. Doch auch das kennen wir von Deutschland und spielt immer wieder dem Lager zu, welches sich wiedermal einen Krieg wünscht. Das war schon immer so und das haben wir auch schon immer so gemacht. Zweimal um genau zu sein.

In diesem Sinne, bilden Sie sich eine eigene Meinung und noch wichtiger, gehen Sie wählen. Aber haben Sie keinen Sex mit Nazis oder den Ehemännern von queren CDU Ministern.

Ihr Alexander Renaldy


*Kritiker für faschistesches Gedankengut
Posted by:Alexandre Renaldy

Editor in Chief / AD

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