Liebe Leser*innen, noch nie war es so wichtig sich frühzeitig mit einer Wahl zu beschäftigen. Am 26.09.2021 ist es soweit, Frau Merkel wird sich aus dem politischen Geschehen zurück ziehen und die Spitze Deutschlands wird erstmalig nach über 16 Jahren CDU Führung ausgetauscht. Damit es in diesem Jahr zu einem wirklichen Wechsel kommt, haben wir die Kandidat*innen der aktuellen Bundestagswahl einmal genauer angesehen und auch andere wichtige Figuren aus dem aktuellen Geschehen – nicht ganz satirefrei – unter die Lupe genommen.

Annalena Baerbock – die Grünen

Große Hoffnung auf Veränderung und einen Wandel in Sachen Klima erhoffen sich Teile Deutschlands von Frau Baerbock. Historisch gesehen wäre dies zum ersten Mal unter grüner Spitze möglich. Doch leider bleibt auch hier die Befürchtung, die Grünen könnten einen elitären Linksliberalismus betreiben und somit wieder die ärmeren Bevökerungsschichten schröpfen. Alles nur heiße Luft? Hoffen wir es nicht. Wählbar ist in meinen Augen von den etablierten Partein wohl nur Frau Baerbock, wenn es um die Wahl als Bundeskanzler*in geht.

“Hoffentlich nicht nur heiße Luft.”
“Wer zieht hier die Fäden?”

Christian Lindner – FDP

Bei Herrn Lindner können Sie gelinde gesagt gleich wieder abschalten. Leider findet sich Christian Linder fast ausschließlich in Finanz und Kapitalmagazinen wieder und würde sich vermutlich auch als Kanzler*in um nichts anderes kümmern als die schwarzen Nullen auf den Konten der Bundesregierung. Wer hier wirklich die Fäden zieht scheint angesichts eines Interviews mit dem Handelsblattes klar, denn Lindner wünscht sich die Position des Vizekanzlers zusammen mit der CDU unter deren Kandidat Armin Laschet.

Hubert Aiwanger – FDP

Steht glücklicherweise nicht zur Wahl, sorgt aber als ungeimpfter Spitzenpolitiker für Furore in diesen Tagen. Seit kurzem scheint aber auch diese Einstellung an ihre Grenzen zu gelangen, denn auch ihm sind die Vorteile einer Impfung inzwischen wichtiger als seine medizinischen Bedenken noch vor wenigen Wochen. Ob er damit für die FDP die 5% Hürde knacken kann und Lindner für ein Koalition mit der CDU den Weg ebnet, bleibt ebenfalls fragwürdig.

“Impfpflich? Nein, Danke!”

“Jede Menge Programm, aber keine*n an der Spitze.”

Keine Kandidaten – Die Linke

Viele positive Ideale wie das bedingungslose Grundeinkommen und bezahlbare Mieten oder der Mindestlohn von 13 Euro kommen von links. Allerdings hat sich die Parteispitze erst kürzlich wegen internen Differenzen trennen müssen. Wie es ohne Janine Wissler und Dietmar Bartsch an der Spitze weiter gehen soll, bleibt weiterhin offen. Allerdings ist und bleibt Sarah Wagenknecht eine verlässliche Politikerin, die sich aktuell in der Debatte um 3 bzw. 2G nicht vom Konservativismus der CDU in die Schranken weisen lässt.

Olaf Scholz – SPD

Über Herrn Scholz lässt sich leider auch nicht allzu viel neues sagen. Außer, dass es bei der SPD sowohl in der aktuellen Wahlkampagne wie auch intern am obligatorischen “roten Faden” mangelt. Was und wie sich ändern soll, entscheidet sich hoffentlich in den nächsten Wochen, da Herr Scholz zwar mit Charisma zu überzeugen versucht, die Pläne der SPD bezüglich des Klimaschutzes allerdings noch nicht vollends ausgereift erscheinen. Ein bisschen mehr soziales Engagement würde zumindest helfen, denn die Bevölkerung mit Migrationshintergrund wie auf Giffey’s Wahlplakate als “Gäste” zu betiteln, klingt ein bisschen nach Gastarbeitern. Wollen wir diese rhetorische Unterscheidung wirklich nach fast 70 Jahren immer noch als “sozial” durchgehen lassen?

“Gastarbeiter sind immer willkommen.”
“Wisst ihr noch wie toll die Nazi’s waren?”

Unwählbar – Die AfD

Auch wenn wir weltoffen und empfänglich für verschiedene Perspektiven sind, so bildet die AfD keine Alternative für Deutschland oder irgendjemanden, die bei klarem Geist und gesunden Menschenverstand sind. Bei der AfD stehen aktuell laut der Bildzeitung auch nur zwei G’s auf dem Plan: das Grundgesetz. Ob sie dieses allerdings durchgelesen habe, wage ich zu bezweifeln. Der Korrektheit halber sollte aber erwähnt bleiben, wenn Sie bitte nicht wählen sollen: Alice Weidel und Tino Crupalla. Verschwörungstheorien sind schließlich so 1984…

Jens Spahn – CDU, aktuell Minister für Bundes-gesundheit

Herr Spahn steht zwar nicht als Kanzler*in Kandidat*in zur Wahl, wäre es aber gern. Vielleicht ja in 20 Jahren dann, wenn wir die Corona Pandemie ohne “Teile und Herrsche” überstanden haben und auch im Bundestag die Ministerien, wie im Berufsalltag nach Kernkompetenzen und nicht nach Symphatien oder Beziehungen zur Presse und der Parteispitze vergeben werden. Jedenfalls reichte es nicht für ein Match auf Tinder bei uns beiden…

“Wenn ich groß bin, will ich Bundeskanzler*in werden.”
“Äh… Also die schwarze Null war drin in den 16 Jahren.”

Angela Merkel – CDU

“Mutti”, wie sie im Volksmund liebevoll genannt wurde tritt dieses Mal nicht an. Sechszehn Jahre lang war die studierte Physikerin, Kaiserin Kanzler*in von Deutschland. Ihr größter Erfolg, jede Menge schwarze Nullen im Bundestag und eine Pandemiepolitik, die einem einen eiskalten Schauer über den Rücken wandern lies. “Auch Distanz kann Nähe sein.” Was sich Frau Merkel in diesen Tagen denkt oder was sie nach ihrem Abschied machen wird, werden wir sicher aus den Publikationen die Herr Spahns Ehemann leitet zu lesen bekommen.

Armin Laschet – CDU

Ist Ministerpräsident von Nordrhein-Westphalen und steht aktuell knietief in der Sch*** oder besser gesagt in dem, was von den heftigen Unwettern noch übrig ist. Ob der gute Herr als Kanzler*in wählbar ist, bleibt eine andere Frage. Denn unkompliziert ist an Herrn Laschets “weiter so” und den versprochenen finanziellen Hilfen für die Betroffenen der Unwetterkatastrophe leider nichts. Jedenfalls sah man Hernn Laschet in den letzten Wochen vermehrt mit den Händen in der Hosentasche oder lachend vor den Fluttrümmern. Fraglich also ob Herr Laschet die Tragweite des Amtes überhaupt verstanden hat bzw. die großen Schuhe Frau Merkels auszufüllen vermag.

“Klimakrise, ist das nicht Thema der Grünen?”

Wo Sie also am 26. September Ihr Kreuz setzen sollen, überlasse ich Ihnen. Aber bedenken Sie eines: Wählen gehen ist wie Zähne putzen, vernachlässigen Sie es, wird es ganz schnell braun. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Zuversicht und mir wünsche ich einen fairen Wahlkampf ohne #negativecampaigning.

Posted by:Alexandre Renaldy

Editor in Chief / AD