DirtyDiary: Gravity #1

Zugegeben, ich war ja länger nicht mehr unter “sooo” vielen Leuten, aber ich werde schließlich nur einmal 30. The “Big” 30th Birthday Party – In a nutshell.


What is it?

just a perfect Place to spend YOUR Birthday and get lost.

Während letztes Jahr noch die Parties ungefragt auf den beigefarbenen Wiesen der Berliner Parks stattfanden, durfte ich nach längerer Clubingpause am Freitag in der neukonzipierten Location des Revier Südosts (RSO) raven.

Was it like the old days?

Bit further away, Darling.

Manch beatbegeisterte Besucher*in spürt: nach der Pandemie ist nicht vor der Pandemie. Aus der ehemaligen Griessmühle ist inzwischen ein weiterer Wohnblock geworden und so mussten sich die Organisatoren der Clubs neben zahlreichen Hygiene- und Schutzmaßnahmen etwas Neues einfallen lassen. Während sich viele die römischen Zustände vor Corona zurückwünschen, herrscht noch immer babylonische Sinnlichkeit über maßlosem Exzess und das war gut so bei der Gravity #1.

Between Sodom & Gomorrah?

Not yet, but maybe later tonight.

Neben den riesigen Räumen, zahlreichen Türen, Nischen und dem durchaus stylischen Unterbau des Clubs überzeugt die noch größere Location zwar noch nicht ganz mit der Tür. Dafür durchaus mit dem Stil und der Ausstattung von Bars, Garderobe und nicht zuletzt durch die großflächigen Murals an den Wänden im Outdoor-Bereich. Am Freitag Abend standen für mich jedenfalls satte Bässe, aber eben keine römische Orgie auf den Schaukeln neben der Bar oder in den unteren Etagen auf dem Plan. Etwas verwunderlich, dafür überzeugte das Publikum mit einem bunten Mix aus zeitgemäßen Looks, der passenden Attitüde, schrillen Figuren und rief die mir die glamourösen und durchschwitzen Zeiten einer Cocktail d’Amore in Erinnerung. Ein guter Anfang für die diverse und immersive Berliner Avant-Garde.

Do they have extended Sets?

Medium with room for XXXL.

Ganze zehn Stunden lang wandelte auf zeitweise drei Floors umher und lauschte den Klängen des speziellen Line-Ups. Neben Einflüssen aus dem Hip-Hop, Deep Techno und anderen elektronischen Beats vermisste ich jedoch den hippiesken oder zumindest disco-inspirierten Einfluss der Berliner DJ’s um das Raum-Sound-Klima vollständig abzurunden. Ich selbst fand mich im Spiel zwischen drinnen und draußen, mal zuhörend mal in anderen Sphären schwebend aber definitiv am feiern. Auch wenn ich von dem überbordenden Angebot der Bar in Sachen Kondome, Ohrstöpsel und Snacks noch keinen Gebrauch machen musste, es war ja schließlich auch erst Freitag.

What time shall I go?

Whenever you’ve gotten up.

Leider waren die experimentellen Sets, aufgrund der doch eher heteronormativen Crowd am Samstagmorgen etwas dürftig besucht und auch die Stempel Policy will mir – bei 18 Euro Eintritt – nicht ganz einleuchten. Die etwas verwöhnteren Vertreter*innen der Club Culture dürfte der etwas zögerliche Service an den Bar aber gestört haben, was ich persönlich aber dem Fachkräftemangel nach der Pandemie und der Frage nach einer gerechten Entlohnung dieser Branche zuschreibe.

What shall I wear?

Your best Rave Outfit on friday and bring the fucked up version for the next day.

Runder wäre die Party für mich nur noch geworden, wenn sich das freitägliche Format in den Sonntag vorgearbeitet hätte. Schließlich sind es eben diese Parties, welche die Berliner Clubgeschichte schrieben und wohl weiter schreiben. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt also, denn auch Samstag strömten gegen 10 Uhr noch Raver*innen in den Club, um sich den Verstand in den neuen Hallen des RSO auszustanzen.

Like Berghain?

Most definitely More experimental music and extended RAves with Class.

Da die Location etwas off track ist, würde sich eine Extended Version der entsprechenden Parties über das Wochenende hinweg also definitiv lohnen und das diverse Angebot in noch höhere Sphären ausweiten.

Was it a one time thing?

#hellno #Beammeup