CODED BIAS – ordered on Amazon

Liebe Leser*innen, schön länger ist der Onlinehändler Amazon unter Beschuss, da sie nicht nur Probleme mit ihren Algorithmen haben – die nachweislich die Kategorie weißer, Cis Männer bevorzugen – sondern eben auch eine „flexible“ Preispolitik anbieten, die je nach Zielgruppe extrem variieren kann.

Regelmäßig findet also so also eine Form der digitalen Diskriminierung statt. Fälle, dass die Kreditwürdigkeit vieler Online Shopper*innen für das Unternehmen als nicht ausreichend genug befunden wurden sind somit Tagesordnung. Mit über 150,6 Millionen Kundeninnen weltweit und über 1,9 Millionen Verkäuferinnen gehört das Unternehmen zur Weltspitze der Datensünder. Auf Anfrage beim Kundencenter heißt es, dass dieses sich vorbehalte Hintergrundprüfungen – also Informationen bei der Hausbank oder anderen Instituten wie der Schufa – einzuholen, um anschließend zu entscheiden, ob sich Kund*innen trotz ausreichender Deckung des Kontos, ein Produkt bestellen dürfen oder eben nicht. Insgesamt hat das Unternehmen in 2020 einen Gewinn von 125,6 Milliarden USD gemacht und verkauft laut hauseigenen Statistiken durchschnittlich über 4000 Produkte innerhalb einer Minute. Verkauft wird vor allem Elektronik (44% des Umsatzes in der USA).

Jedoch offen die Frage: Warum ein paar Wochen später ein Produkt – Kostenpunkt um die 29,00 Euro – zuerst storniert wurde und anschließend bei einem erneuten Versuch plötzlich vier Euro mehr kosten sollte, nämlich fast 34 Euro plus Versand?

Den zuständigen Mitarbeiter Gohar jedoch scheint die Sachlage nicht zu tangieren. Vielleicht ein Problem in der Datenbank? Nein. Auf Fragen zur Preispolitik wird mit einer „copy and paste“ Antwort eingegangen, alle anderen unbequemen Fragen werden direkt umgangen. Auf die Frage an Goran, ob ich es überhaupt mit einem Lebenswegen zu tun habe(?) scheiterte Goran. Es folgt keine Antwort mehr.

Der kritische Umgang mit den Daten der Kund*innen, ist wohl Erfolgsgarant. So gibt es keinen direkten Menüpunkt um die eigenen Daten zu löschen. Hier kann der Account jedoch gelöscht werden. Doch auch dies ist nach mehrmaligem Ablauf der Frist bei uns bisher nicht passiert. Grund: das Konto wurde dazu benutzt Dinge zu bestellen, die bei jedenfalls nicht auf der Wunschliste standen. Letzter Versuch, die persönliche Anschrift mit dem Hinweis auf das in Deutschland gültige Telemediengesetz (§ 13, Pflichten des Diensteanbieters), sowie die Hoffnung auf Gerechtigkeit und gleiche Ausgangsbedingungen für alle! Aber auch bis heute konnte noch keine Lösung für diesen Bug gefunden worden.

#unfcktheinternet

Quellen:
  • amazon.de / Kundencenter (April 2021)
  • arte.de / Docu: The World Brain (2021)
  • Netflix.com / Docu: Coded Bias (2021)
  • oberlos.com / 10 Amazon Statistics You Need to Know in 2021 [March 2021]
  • giga.de/ Amazon, warum lasst ihr mich nicht gehen? (Kommentar von Stefan Bubeck, 2018)

An alle, die ihre Daten schützen oder sich von amazon verabschieden wollen, geht’s hier zum Link.

Posted by:B'SPOQUE magazine

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