KW Institute: Frühjahrsprogramm 2023

KW Institute: Frühjahrsprogramm 2023
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Die Konzepte des Selbst

Die KW Institute for Contemporary Art freuen sich, ihr Frühjahrsprogramm 2023 mit dem Schwerpunkt auf das Innen und Außen zu präsentieren. Diese Betrachtungen über physische und psychische Bedingungen von Architektur und Stadt beeinflussen die Arbeiten von Martin Wong, Win McCarthy und Karen Lamassonne, in denen Konzepte des „Selbst“ konstruiert werden.

Martin Wong

Malicious Mischief

Die KW Institute for Contemporary Art präsentieren die erste umfassende Werkschau des US-amerikanisch-chinesischen Künstlers Martin Wong (*1946, Portland, US – † 1999, San Francisco, US) in Europa. Bekannt wurde Martin Wong mit seinen Darstellungen sozialer, sexueller und politischer Szenen in den USA der 1970er, 1980er und 1990er Jahre. Er verwob Erzählungen über queere Existenz, marginalisierte Communities und Gentrifizierung auf poetische Weise miteinander und gilt als wichtige gegenkulturelle Stimme zum reaktionären Diskurs des Kunstestablishments jener Zeit.

Der Künstler war stark von seiner unmittelbaren Umgebung beeinflusst und verband in seiner Praxis die visuellen Sprachen chinesischer Ikonografie, urbaner Poesie, Graffiti, künstlerischer Gefängnis-Referenzen und Zeichensprache miteinander. Sein Werk gibt seltene Einblicke in wichtige Abschnitte der jüngeren US-amerikanischen Geschichte und erzählt diese entlang sich verändernder Stadtlandschaften, verborgener Sehnsüchte und komplexer Verstrickungen.

An eight ball in front of zodiac star signs a cloud of fire and smoke.
Martin Wong, Tell My Troubles to the Eight Ball (Eureka), 1978–81. Courtesy Martin Wong Foundation und P.P.O.W, New York © Martin Wong Foundation

In der Ausstellung Martin Wong – Malicious Mischief ist eine Auswahl von über 100 Werken des Künstlers zu sehen. Sie umfasst frühe Gemälde und Skulpturen, geschaffen in der euphorischen Atmosphäre der späten 1960er und frühen 1970er Jahre in San Francisco und im kalifornischen Eureka, zudem Wongs ikonische Arbeiten, entstanden in den 1980er und 1990er Jahren im heruntergekommenen New York, und schließlich seine Reminiszenzen an die Bildwelt der Chinatowns an der Ost- und Westküste, die er kurz vor seinem frühen Tod durch eine HIV-bedingte Krankheit schuf.

Martin Wong – Malicious Mischief wurde von den KW Institute for Contemporary Art, Berlin initiiert, kuratiert von Krist Gruijthuijsen und Agustín Pérez Rubio und produziert in Zusammenarbeit mit dem Museo Centro de Arte Dos de Mayo (CA2M), Madrid, dem Camden Art Centre, London und dem Stedelijk Museum Amsterdam. Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Publikation, gemeinsam herausgegeben von den KW Institute for Contemporary Art mit dem Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König.

Martin Wong – Malicious Mischief wird durch die Unterstützung der Terra Foundation for American Art ermöglicht. Die Ausstellung und die Publikation in den KW werden durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Die Kulturstiftung des Bundes wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Mit freundlicher Unterstützung der Martin Wong Foundation, P.P.O.W, New York, KAWS und der Galerie Buchholz.

Februar – 14. Mai 23
Kuratoren: Krist Gruijthuijsen, Agustín Pérez Rubio
Assistenzkuratorin: Sofie Krogh Christensen

Win McCarthy

Innenportrait

Mit Innenportrait präsentieren die KW Institute for Contemporary Art die erste institutionelle Einzelausstellung von Win McCarthy (*1986, US). In seinem Werk erkundet der Künstler die Dialektik von Stadt und Städter:In, Freundschaft und Fremdsein, Vergangenheit und Gegenwart und weiterer Themen. Oft verweisen seine Arbeiten auf die paradoxe Leere des Lebens in der Metropole. Die Stadt wird zu einer metaphysischen Topografie, in der Immobilienbesitz, Architektur und Planung aufeinandertreffen und zu einem Vokabular werden, mit dem das Selbst entworfen wird.

Neben Fotografie und Text schafft McCarthy assoziative Installationen. Seine Werke erscheinen wie Bilder seiner Erinnerungen und entladen sich als Flut von Emotionen bei den Betrachtenden – von Belustigung zu Verwirrung, Bewunderung zu Abneigung bis hin zu Angst. Im Mittelpunkt von Innenportrait steht das Aufeinandertreffen von Optik und Intellekt und die darin aufgehobenen komplexen Ausschlüsse. Subjektivität stellte schon immer ein zentrales Thema in McCarthys Werk dar, und so untersucht er, wie das Selbst damit ringt, sich mit dem Phänomenologischen und dem Ontologischen zu versöhnen ­– an jenem Ort, an dem das „Ich“ aufhört und „die Welt“ beginnt.

A pair of classes in front of a refrigerator, capturing a plastic box with food through the lense.
Fridge Peripheries, 2022, Silber-Gelatine-Faserdruck, 25 x 20 cm © Win McCarthy

Die Ausstellung wird von McCarthys erster Publikation Common Ruin begleitet, die das Werk anhand persönlicher Texte des Künstlers reflektiert. Das Buch wird von den KW Institute for Contemporary Art gemeinsam mit dem Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König herausgegeben.

Februar – 14. Mai 23
Kurator: Krist Gruijthuijsen
Assistenzkurator: Léon Kruijswijk
Kuratorische Assistenz: Linda Franken

Karen Lamassonne

Ruido / Noise

Ruido / Noise ist die erste Einzelausstellung der kolumbianisch-amerikanischen Künstlerin Karen Lamassonne (*1954, US) in Europa und wird in Zusammenarbeit mit dem Swiss Institute, New York und dem Medellín Museum of Modern Art – MAMM präsentiert. In der Ausstellung sind Gemälde, Zeichnungen, Collagen und Videos zu sehen, die Lamassonne seit 1974 geschaffen hat.

Die Arbeiten der Künstlerin sind häufig in häuslichen Umgebungen wie Badezimmern, Schlafzimmern, Küchen und Fluren verortet. Als Frau unterläuft sie spielerisch geschlechtsspezifische Vorstellungen des Selbstporträts und der Selbstdarstellung, indem sie das Selbst verbirgt oder aber enthüllt. In späteren Arbeiten setzt sie sich mit der intimen Spannung sinnlicher und sexueller Körper im urbanen Raum auseinander.

A woman in heels laying on tiled floor, blue color is painted in a stairway style and a male hand is touching the floor from the right bottom corner.
Karen Lamassonne, Sueño húmedo III, (Wet Dream III), 1987, Fotografie mit Buntstift, 28 x 36 cm © Karen Lamassonne

Karen Lamassonne war eng mit der Grupo de Cali (Cali-Gruppe) verbunden, einer Gruppe von Filmemacher*innen, die in den 1960er und 1970er Jahren das Neue Lateinamerikanische Kino einläuteten und damit die Filmproduktion nachhaltig beeinflussten. Lamassonne war unter anderem für die Art Direction von Pura Sangre (1982) unter der Regie von Luis Ospina und der deutsch-kolumbianischen Produktion Kalt in Kolumbien (1985) unter der Regie von Dieter Schidor verantwortlich. Die Ästhetik des Kinos prägt seitdem Lamassonnes künstlerische Praxis.

Karen Lamassonne hat in Kolumbien, den USA, Frankreich, Deutschland und Italien gelebt und ist häufig zwischen diesen und anderen Ländern hin- und hergereist. In ihren neueren Arbeiten collagiert sie poetische Überarbeitungen persönlicher Dokumente, Briefe und Postkarten aus ihrem Archiv. Damit führt sie den Austausch über Grenzen hinweg, rückt Veränderungen im Laufe der Zeit in den Fokus und vermittelt ein Gefühl zeitloser Intimität.

Februar – 14. Mai 23
Kurator: Krist Gruijthuijsen
Assistenzkurator: Léon Kruijswijk
Kuratorische Assistenz: Linda Franken

Die Wanderausstellung wird großzügig unterstützt von der terra Foundation for American Art.

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