I scream, Ice cream!

Kürzlich genoss einen Nachmittag ohne mich bei dem schönen Wetter hinter dem Bildschirm zu verstecken. Auf der Amano Dachterasse in Mitte traf ich zusammen mit anderen Journalist*Innen die nächste Generation des auf Pflanzenbasis hergestellten Eismanufaktur aus Großbritannien, nicht ohne mich zu vergewissern, dass die neue Lieblingsmarke den Standards zur Bekämpfung des Klimawandels in ihren neuesten Produkten direkt mitberücksichtigen. Sehr zu meiner Zufriedenheit und wohlgenährt nahm ich mein Eis mit auf den Weg.

Intellektueller Höhenflug und Sphärische Begegnungen.

In der Ausstellung „Spheres of Interest*“ konnte ich die arbeiten etablierte aber auch neuer Künstler*Innen wie Joseph Beuys oder Hanna Arendt im Kontrast mit zeitgemäßen Arbeiten von Vertreter*Innen aus diesem Jahrtausend bestaunen. Neben den wunderbaren Werken aus dem Depot der IfA (Institut für Auslandsbeziehungen) bereicherte Anna Ratcliff mit ihrem Wissen die Rundschau und Reflexion der ausgestellten Stücke. Neben der Arbeit in der Galerie organisiert Anna, die selbst aus der UK stammt, zudem private Kunsttouren für Kunstbegeisterte und Profis.

Ruth Wolf Rehfeldt @ "Spheres Of Interest" © Artist
Ruth Wolf Rehfeldt @ Spheres Of Interest © Artist

Zeitgeist und die Warnungen voraus gegangener Contemporary Art

Jedes der Werke ist im Besonderen bereits eine lange Diskussion mit Anna wert gewesen, da sich viele der Exponate unabhängig ihrer Entstehungszeit perfekt in den aktuellen politischen und sozialen Diskurs integrieren lassen und eine zeitgemäße Botschaft besitzen. Auch das Echo meines etwas spöttischen „dann sollen sie eben Kohl essen“, schlug mir in Form einer Fotografie in dieser besonderen Ausstellung entgegen. Aber eine Bitte an den Axel Springer Verlag, lasst nicht wieder das obsolete Partriachat aufleben!

12 Frauen erheben die sieben handgearbeiteten Skulpturen der Songline Erzählungen
Exhibition: Songlines @ Humboldt Forum, Blackstone Camp, Australia © Humboldt Forum Berlin

Die Entstehung der indigenen Welt

Zum Abschluss zog es mich über die Museumsinsel und die Promenade an der Spree vorbei, in den neuen “alten” Palast der Republik, das Berliner Schloss bzw. nach dem deutschen Adligen Alexander von Humboldt benannt. Königlich wurde ich aufgrund meiner nicht ganz unauffälligen dreireihigen Perlenkette von einer der Mitarbeitenden mit diversem Background empfangen, welche die Ironie meines Auftretens mit einer High Five schätzen würdigte. Neben dem komplett barrierefreien Zugang aller öffentlich zugänglichen Räume des Humboldt Forums, rührte mich vor allem die Offenheit des neuen Konzepts und die malerische Auseinandersetzung mit den ältesten Fragen der Welt. Woher kommen wir und wo wollen wir hin? Zu welchem Preis und was sind die Folgen unseres Handelns?

Der Ursprung oder die Geschichte verschiedener Kulturen auf der Suche nach dem Wir?

Ronnie and Douglas by Brenda Douglas: Zwei Menschen die sich in die Augen sehen, dahinter liegt die Wüste. Ein Berg ist zu sehen.
Ronnie and Douglas by Brenda Douglas

Die Erschaffung der Welt, wie sie im westlichen bzw. christlich geprägten Kontext augelegt wird, unterscheidet sich grundlegend in derer von indigenen Menschen des australischen Kontinents. Allerdings nicht in den unzähligen Mythen des griechischen Ethos. Die Ausstellung „Songlines“ thematisiert dabei in rauschenden Farben und traditionellen Techniken die Geschichte von sieben Schwester auf der Flucht eines männlichen Verfolgers. Ähnlich der Geschichte der sieben Töchter des Atlas und der Pleione, wird hierbei ein Schöpfungmythos kreiert, welcher sich über die Jahrhunderte als Verbindung verschiedenster Nationen, Völker und Kulturen erwies. Eine Thematik, die jedoch unter westlichen Gesichtspunkten auch die Frage nach patriarchalen und maskulinen zentrierten Machtstrukturen wieder in den Fokus rückt und neu beleuchtet. Die Künstler*Innen der Ausstellung sind besonderen Frauen und zum Teil die letzten mit tradierten Wissen über die indigenen Traditionen und spirituellen Verbindungen. Im Humboldt Forum gibt es aber noch mehr zu entdecken, wie z.B die Skulpturen Galerie oder den historischen Schlosskeller. Aber ein anderes Mal, erstmals ging’s zurück an den Schreibtisch.

free of charge!

Die aktuelle Exposition in der IfA-Galerie ist übrigens frei zugänglich, sowie auch die Ausstellungen des Berliner Humboldt Forum frei zugänglich bleiben wird. Eine demokratische Sache, die ich als Queen B’ für einen Nachmittag durchaus befürworten kann.