Ein neuer Palast der Kulturen

Ideen, Vorschläge und Erwartungen. Jede Menge Input gab zum ersten Symposium vom 12. bis 14. September im Rahmen der finalen Eröffnung des Humboldt Forums.

Rund 80 internationale Kooperationspartner*Innen haben im Rahmen eines dreitägigen Symposiums im Vorfeld der Eröffnung des Ostflügels im Humboldt Forum in Gesprächen langfristige, faire und nachhaltige Zukunftsperspektiven für die weiter Zusammenarbeit entwickelt. Ihre Ideen, Vorschläge und Erwartungen formulierten sie in gemeinsam formulierten Erklärungen unter dem Titel Dignity – Continuity – Transparency, die sie am 18.09.2022 unterzeichneten.

Leitprinzipien für das Humboldt Forum

In einem ersten Teil formulierten die Teilnehmer zentrale Prinzipien für die Arbeit des Humboldt Forums. Darin steht, das Humboldt Forum müsse seine Verantwortung und Rolle in der internationalen Zusammenarbeit stärker wahrnehmen. Internationale Partner seien dabei als Stakeholder der Organisation zu sehen. Zudem fordern die Teilnehmenden Parteien die Verantwortlichen auf, die Sammlungsbestände als „Cultural Belongings“ anderer Kulturen und Nationen anzuerkennen, die in einem lebendigen Netzwerk von diplomatischen Beziehungen stehen.

Dieses lebendige Netzwerk beim Umgang mit den „Cultural Belongings“ zu berücksichtigen sei ethisch geboten. Des Weiteren müsse die Anerkennung der diversen Formen des Wissens grundlegend sein für alle Aktivitäten des Humboldt Forums, insbesondere im Bereich der Provenienzforschung und der Programmgestaltung. Schließlich müsse das Humboldt Forum Freiräume schaffen, in denen die internationalen Stakeholder selbst und zu ihren eigenen Bedingungen aktiv werden können und diese Aktivitäten unterstützen und sichtbar machen. Diese Form der Transparenz ist wichtig für einen Austausch der Bürger*Innen mit den Strukturen des Humboldt Forums und dessen Bildungsauftrages innerhalb der Republik.

Sechs Handlungsfelder

Konkret schlagen die internationalen Partner sechs Handlungsfelder vor: die Etablierung der ständigen Indigenen Vertretung, das Organisieren einer Weltkonferenz zu Restitution und Repatriierung, sowie einen angemessenen und sensiblen Umgang mit Sprache. Außerdem das Prinzip der Zirkulation als Leitprinzip für Ausstellungen und die Programmgestaltung in der Zukunft . Orte und Aktionen wie die „Silent Projects“, die als „Safe Spaces“ für ergebnisoffenes Arbeiten sowie die Weiterentwicklung des Humboldt Forum dienen, sind ausdrücklicher Wunsch der modernenen Demokratie. Hierbei soll das Humboldt Forum als ein „Neues Museum“, in der Dezentralisierung und ein internationales Selbstverständnis als organisatorisches und operatives Prinzip wirken.

Hartmut Dorgerloh, Generalintendant des Humboldt Forums:

„Wir sind außerordentlich dankbar für die sehr konkreten Vorschläge und Empfehlungen unserer internationalen Partner*innen. Es freut und bestärkt uns in unserer Arbeit sehr, dass sie sich so aktiv einbringen und an der Zukunft des Hauses mitwirken wollen und dass auch sie die Chance sehen, das Humboldt Forum zu einem besonderen Ort zu machen. Es liegt nun an uns, entsprechende Strukturen für ein nachhaltiges gemeinsames Arbeiten zu schaffen.“

Das Eröffnungssymposium vom 12.–14.9.2022 umfasste rund 80 der internationalen Kulturen und der Community-Vertreter*innen, darunter indigene Expert*innen, Kolleg*innen von Museen aus den Herkunftsregionen. Weitere Säulen der modernen Demokratie hinter Hohenzollernfassaden sind Künstler*innen, Filmemacher*innen, sowie Wissenschaftler*innen, die ebenfalls in vielfältiger Weise zu den Ausstellungen im Humboldt Forum beitrugen. Dies geschah durch virtuelle, wie physische Ko-Kuration, kollaborative Forschung, sowie die wissenschaftliche Beratung oder künstlerische Kommentare.

Sie spiegeln die Vielfalt und in vielen Fällen Langjährigkeit der Kooperationsprojekte, die nur zum Teil erst in einem direkten Zusammenhang mit der Ausstellungsentwicklung initiiert wurden. Beim Publikumswochenende traten sie im Rahmen des Veranstaltungsprogramms und in direkten Austausch den insgesamt über 22.000 besucher*innen statt.

Am Zeitpunkt der Erklärung am 18.09.2022 hatten bis 18 Uhr bereits 47 internationale Teilnehmerinnen des Eröffnungssymposiums unterschrieben. Das Dokument ist zur weiteren Unterzeichnung, kollektiven bereitgestellt.

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