Documenta15: Was ist schief gelaufen?

Der Aufsichtsrat der documenta und Museum Fridericianum gGmbH äußert sich zum Bericht der fachwissenschaftlichen Begleitung.

Antisemitismus, Anti-Zionismus und andere ‚Ismen im Kontext

Angesichts der antisemitischen Vorfälle bei der documenta fifteen hatte der Aufsichtsrat der documenta gGmbH am 15. Juli 2022 einige Maßnahmen zur Aufarbeitung beschlossen, darunter die Einsetzung einer fachwissenschaftlichen Begleitung. Ziel ist, auch in Zukunft der documenta ihren weltweit einzigartigen Rang als Ausstellung für zeitgenössische Kunst in Kassel zu sichern. Wissenschaftler*innen mit Expertise in den Bereichen Antisemitismus, Friedens– und Konfliktforschung, Kunst sowie öffentlichem Recht und Politikwissenschaft haben die Vorgänge auf der documenta fifteen in den vergangenen Monaten untersucht.

„Mit dem Bericht der von den Gesellschaftern beauftragten fachwissenschaftlichen Begleitung liegt eine fundierte und tiefgreifende Analyse der Vorkommnisse, die die documenta fifteen erschüttert haben, vor“

Christian Geselle Aufsichtsratsvorsitzender der documenta gGmbH

Ein nicht leicht zu besänftigendes Politikum

In der Sitzung des Aufsichtsrats am Freitag, 3. Februar, stand der nun vorliegende Abschlussberichts der wissenschaftlichen Begleitung im Mittelpunkt. Die darin formulierten Beobachtungen und Erkenntnisse sollen gemeinsam mit weiteren, in Arbeit befindlichen Studien Grundlage für den laufenden Prozess der inhaltlichen Aufarbeitung der documenta fifteen sein. Verbunden damit ist der ausdrückliche Dank für die geleistete Arbeit an die wissenschaftliche Begleitung.

Die Vorschläge und Empfehlungen der wissenschaftlichen Begleitung mit dem Ziel struktureller Verbesserungen hält der Aufsichtsrat für wertvoll und weiterführend. Er empfiehlt diese als Grundlage in die seitens der Gesellschafter der documenta gGmbH, Stadt Kassel und Land Hessen, initiierte Organisationsuntersuchung einfließen zu lassen. Die Gesellschafter werden auch mit dem Bund dazu im Gespräch bleiben.

Frieden und Kunstfreiheit

Großformatiges Bild des Künstlers Richard Bell, es zeigt drei Männer der BiPoc Community mit Bannern, welche die Zerstörung des australischen Kontinents anprangern
documenta fifiteen: Richard Bell, Umbrella Embassy, 2022, Installationsansicht, Fridericianum, Kassel, 14. Juni 2022, Foto: Nicolas Wefers

Abschließend sprach sich der Aufsichtsrat für eine zeitnahe Veröffentlichung des Abschlussberichts der fachwissenschaftlichen Begleitung unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Leibniz-InstitutsHessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung“ (HSFK) und geschäftsführende Sprecherin des „Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ (FGZ), aus.

„Der Aufsichtsrat begrüßt insbesondere die klare Einordnung der kritisierten Kunstwerke und die Hinweise zum Spannungsfeld zwischen grundgesetzlich geschützter Kunstfreiheit und gleichzeitig verantwortlichem Umgang mit antisemitischen Darstellungen in diesem Zusammenhang“

Christian Geselle und Angela Dorn

Der vollständige Bericht

Der Bericht der fachwissenschaftlichen Begleitung ist frei zugänglich auf der website der documenta veröffentlicht worden.

Hier Abschlussbericht fachwissenschaftliche Begleitung.
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