The Queen got dicked down

Nach einer über sechsmonatigen monogamen Phase, passierte es dann doch am Wochenende, jedoch nicht ohne mysteriöse Lücken zu hinterlassen.

Gone With the Wind

Auf meinen Hintern konnte ich mich jedenfalls verlassen in dieser Nacht, nachdem ich zuvor nur schreckliche Dates mir vermeintlich cleveren Typen hatte. Das Universum hatte sich entschieden, ich musste auf die Matratze. Ein paar Tage zuvor hatte mich eine*R Service Mitarbeiter*In der Postbank mit der vermeintlich einfachen Frage, „ob sie denn sonst noch etwas für mich tun könnte?“ mich wieder an meinen Sex Drive erinnert. Während die meisten aus der MSM Community während des Winters und mit der Gefahr von Monkey Pox noch wie erwartet vorsichtig blieben, verbrachte ich meine Nacht in den verschiedensten Stellungen innerhalb des Darkrooms im OXI Garten in Friedrichshain.

Partying hard and being fucked harder.

Zugegeben an sich ist das nichts neues für irgendjemanden in dieser Stadt. Egal wie oft ich die Master und Slave Nummer außerhalb des Bettes oder einer Latexmatratze auch intellektualisiere, es bleibt Teil eines Extrems. Jedoch schockte mich mein persönlicher Verlust in dieser Nacht, denn mehr als drei Stunden und eine kreisrunde Einstichstelle am unteren Trizeps sind de Facto nicht mein Stil. Zumindest nicht auf Parties, dafür aber in Form von sinnvollen Impfungen. Nun bin ich mir der Wirkung von Alkohol und G bewusst, aber ich nehme entweder das eine oder eben das andere. Besonders was den Mix angeht, kann ich den Effekt des Berliner Baskets auf meinen eigenen Körper gut einschätzen und brauche selten mehr als ein bisschen Weed um sexuell hochzufahren.

Death of a Hero

Nicht einmal meine katholische Hausärzt*In, eine etablierte Berliner Virologin wollte mir glauben. Offensichtlich hatte ich nichts an Strahlkraft nach der Nacht einbüßt. Jedoch war ich der Cocktail d’Amore und den Care Takern vor Ort mehr als dankbar für die schnelle Hilfe im Falle einer Queen Down Situation. Neben den drei Stunden und dem Verlust meiner Unterwäsche und meines Portmonaies, bekam ich auch alles zurück was mir gehörte. Zwischen den sexy und durch choreografierten Jungs an diesem Abend und nach der Bullshit Nummer des letzten Dates, konnte ich ja nur verloren gehen und dieser Nacht. Normalerweise hätten es auch die Beats des exzellenten Line-Ups getan, aber in diesem Fall kam es anders. Dieses Nekropolis aus Clubs hatte wohl offiziell beschlossen, mich in den Reihen der Partyannalen aufzunehmen und mir als Charity Case den Status Quo einer Veteran*In zu geben.

Follow For Follow Fetish Fella

Nach über 24 Stunden, die mein kleiner vierbeiniger Follower zu Hause allein verbracht hatte und seinen Shit zusammen hielt, musste ich auch endlich los. Ich wusste nicht einmal mehr, wie und wann wir in den Club gekommen waren. Theoretisch wäre ja ein Brunch angemessen gewesen, aber ohne Karte oder Meds, wollte ich lieber erst nach dem Rechten schauen. Am Montag gestand ich mir erst einmal die Niederlage ein, das keinerlei Hoffnung auf einen dramafreien Start in die Woche bestand. Zuerst starrte ich auf mein etwas jüngeres Knock-Off, inklusive der Worst-Seller Bag von YSL in beige. Nur um dann von meiner Ärztin etwas verlegen angelächelt zu werden, weil ich nach dem letzten Besuch bei ihr, auch kein Rezept gegen diese Situation bekommen hatte.

Die beiden Einstiche auf meinem rechten Arm, den einen vom Blutabnehmen und den anderen vom Needling in der letzten Nacht, sprachen allerdings für sich. Klar, dass ich mich im Darkroom wiederfand war Teil meines groben Konzepts für die Nacht, aber ich wollte auch nicht unbedingt gegen meinen Willen dorthin geschleppt werden. Immerhin schaffte es eine andere der anderen abendlichen Bekanntschaft, sich vor meiner Zukunftsaussicht zu bewahren.

The stage is yours, now own it…

Nach diesen Mixed Feelings und der langsam in Teilen wiederkehrenden Erinnerung, versuchte ich zumindest an meine Karten zu kommen. Besonders, da meine Gesundheitskarte gerade meine einzige ID war. Bisher aber ohne Erfolg. Dafür leuchtete mein Telefon an jeder Ecke und offerierte mir die durchtrainierten Zerrbilder der letzten Nacht via grindr. Dabei hatte ich den Dauermarathon, noch nicht einmal vollständig rekonstruieren können, geschweige denn an meine Medikamente. Weder kam ich kam ich stimmlich noch über meinen Tenor hinaus und oder gar durch die Nase atmen.

Nachdem ich die Clubbetreiber dann auch noch knapp verpasst hatte, setzte ich mich ohne die Möglichkeit ein zweites 9 Euro Ticket zu lösen in die S-Bahn, und fuhr nach Hause. Hätte es meine Freundin Vicky an diesem seltsamen Tag nicht gegeben, wäre ich wohl ohne Meds und ohne Hoffnung ins Bett. Aber wie mir auch die anderen Frauen an diesem Tag rieten, bedeutete ihre Hilfe für mich tief durchzuatmen und weiter zu machen können. Ich war trotz des Dramas und des üblen Turn-Offs einigermaßen heil geblieben und erlebte wie es war, wirklich geschätzt und geliebt zu werden. Den Schuh des Knock-Off’s, wie er mir letztens unterstellt wurde, wollte ich mir allerdings auch nicht mehr anziehen. Schließlich hatte ich genug meiner abgelegten “Muster” an diesem Wochenende in der Stadt zirkulieren sehen. But(T) why don’t I remeber the entire consent thing?