Kulturelles krankenhaus und soziale Notaufnahme

Manchmal bedarf es der Notaufnahme um den Künsten freien Lauf zu lassen: #backspace1 beweist wie Berlin, die Stadt Biberach doch sein kann.


Ein zum Abriss freigegebene Krankenhaus in der baden-württembergischen Stadt Biberach wird in diesem Jahr ein besonderes Festival für BesucherInnen aus aller Welt beherbergen. Auf der Agenda stehen Diskussionsrunden, Kunst, Kultur und natürlich auch ein musikalisches Programm. Unter dem Motto “WeltbürgerInnen” („Citizens of the World“) lädt der Back///End e.V. zusammen mit der Christoph Martin Wieland-Stiftung zum interdisziplinären Austausch ein und schlägt damit auch eine Brücke nach außen.

Krankenhaus, Kunst und kultureller Austausch

Dabei haben sich die Biberacher einiges einfallen müssen um mehr kulturelles und soziales Engagement auf lokaler wie überregionaler Ebene zu etablieren, denn wie sooft mahlen die Mühlen langsam in Baden-Württemberg. Besonders in Zeiten in den Menschen sich nach sozialen Gelegenheiten sehen und diese neugewonnenen Freiheiten ungern aufgeben, glänzen die Initiator*innen und schaffen es Partizipation für alle zu ermöglichen. Einschließlich der marginalisierten Gruppen und denen, die leider nicht barrierefrei durch das Leben kommen. Dahinter steht ein Verein für gemeinnützige Projekte aus Freiwillegen, die Räume für Projekte und Kreative zugänglich machen, sowie die temporäre Zwischennutzung leerstehender Bausubstanz zum Diskurs stellen.

Da die sogennante graue Bausubstanz eine wichtige Rolle in Sachen Klimaschutz spielt und die Stimmen über eine sozialverträgliche Zwischen- oder Umnutzung lauter werden, sollte diese Ausstellung wohl ein Modellprojekt für ander Kommunen in Baden-Württemberg sein. Unter dem Motto “Weltbürger*innen” wird zudem auf breitem Spektrum die Frage nach dem “Wer sind wir und was braucht unsere Kommune?” neugedacht und ausgestellt.

#Backspace1

Freitag 1.7.22, 18 bis 23 Uhr – Samstag 2.7.22, 18 bis 23 Uhr – Sonntag 3.7.22, 13 bis 17 Uhr 

Was es zu sehen gibt?

Einen Rundgang durch wichtige Stationen und die Geschichte des Hauses, jede Menge Kunst und Murals, sowie persönlichen Gespräche mit Künstler*innen, Initator*innen und musikalische Untermalung. Nicht komplette freigegeben wird jedoch ein großer Teil des Krankenhauses sowie der Außenbereich werden für Besucher*innen zugänglich sein. Die weitere dekonstruktion des Gebäudes und der weiteren Ariale ist ohne bisherigen Büger*innenentscheid für Ende Oktober geplant. Das Festival Format ist übrigens weitesgehend frei, um eine kleine Spende wird jedoch gebeten.

Altes Krankenhaus Biberach,
Ziegelhausstraße 50,
88400 Biberach 

Titelbild: Armin Klinger, Unikum Requisiten